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Polizist erklärt: So schützt du dein Zuhause gegen Einbrüche

Nach dem Einbruch bleibt die Unsicherheit
Seit 2020 steigen Einbrüche kontinuierlich.Bild: Shutterstock

Polizist erklärt: So schützt du dein Zuhause gegen Einbrüche

Im Herbst und Winter haben es Einbrecher noch leichter, in der Dunkelheit in Häuser oder Wohnungen einzubrechen. Wie du dich am besten davor schützt, erklärt ein Experte der Kantonspolizei Zürich.
04.11.2026, 20:0104.11.2026, 20:01

In den kalten Wintermonaten haben Einbrecher Hochsaison. In der Schweiz sind die Einbruchzahlen und die dadurch verursachten Schäden in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Umso wichtiger ist es, das eigene Zuhause wirksam vor Einbrüchen zu schützen.

Laut der Schweizerischen Kriminalprävention ist Einbruch eines der häufigsten Delikte in der Schweiz. Es wird allen empfohlen, sich mit dem Thema Einbruchschutz auseinanderzusetzen, unabhängig davon, ob man Hausbesitzerin, Mieter, WG-Bewohnerin oder Geschäftsführer eines KMU ist. Wir haben einen Experten gefragt, wie Einbrecher vorgehen und wie man sich am besten vor ihnen schützt.

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Firmen sind am häufigsten von Einbrüchen betroffen. Danach kommen Mehrfamilienhäuser und danach Einfamilienhäuser.Bild: Shutterstock

So gehen Einbrecher vor

Einbrecherinnen und Einbrecher kommen meist tagsüber zwischen 6 und 20 Uhr, wenn die Menschen arbeiten und unterwegs sind, erklärt Marco Schnyder, Sicherheitsberater der Präventionsabteilung bei der Kantonspolizei Zürich gegenüber watson. In der Nacht steigen sie dagegen vermehrt in Büros oder Lagerhallen ein. Wenn sie jemanden vor Ort hören oder sehen, verschwinden Einbrecherinnen und Einbrecher meistens sofort wieder.

Einbruch, Einbrecher, Wohnungseinbruch (Symbolbild)
Ein Einbruch dauert in der Regel 10 bis 15 Minuten.Bild: Shutterstock

Die Kriminellen wählen meistens den einfachsten Weg und steigen etwa bei offenen Fenstern oder Türen ein. Manche klettern gar in den 3. oder 4. Stock. Bei zu gut gesicherten Fenstern und Türen mühen sie sich nicht länger als ein paar Minuten ab, bevor sie aufgeben. Denn sie wollen nicht auffallen. Auch die Kleidung ist unauffällig, denn anders als in den Filmen sind Einbrecher keine dunklen männlichen Gestalten, sondern in allen Altersklassen und bei allen Geschlechtern vertreten.

Blick auf Zollikon an der Zürcher Goldküste: Luxuswohnungen haben sich weiter verteuert (Archivbild).
Vor allem an der Goldküste schlagen Einbrecher gerne zu.Bild: KEYSTONE

Einbrecher kommen meist nur einmal, heisst es von Experte Schnyder. Das Risiko sei nicht gross, dass Einbrecher nach einem Einbruch wieder zurückkommen. «Wenn es doch passiert, ist das Zufall, denn Einbrecher haben einfach ihre Region, die abgegrast wird», erklärt Schnyder. Auch Erkennungszeichen, sogenannte Gaunerzinken, für andere Einbrecher seien ein Mythos: «Das macht auch keinen Sinn, einem Kollegen zu sagen, hier lohnt es sich was zu holen. Da holt man doch zuerst selbst was.» Besonders häufig schlagen Einbrecher wenig überraschend an der Goldküste zu. Ihre Methoden seien dabei jedoch nach wie vor dieselben.

Das kannst du tun

Einbrecher haben oft leichtes Spiel, wenn beispielsweise Werkzeuge im unverschlossenen Gartenhäuschen bereitliegen oder eine Leiter an der Hauswand steht. Auch sind Herr und Frau Schweizer darauf konditioniert, das Haus geräumt und abgeriegelt zu verlassen, wenn es in die Ferien geht. Dies erkennen Einbrecher sofort. «Auch hat der Schweizer von klein auf gelernt, das Licht auszumachen, wenn er den Raum verlässt. Dies muss man wieder vergessen», erklärt Schnyder.

Mit ein paar einfachen Massnahmen lässt sich das Einbruchrisiko deutlich senken:

  • Auch wenn du nur kurz weggehst: Türen schliessen und Schlüssel mitnehmen. Auch Gartenhäuser, Geräteschuppen und andere Nebengebäude sollten konsequent abgeschlossen werden.
  • Fenster, Balkon-, Keller- und Terrassentüren abschliessen: Auch gekippte Fenster sind für Einbrecherinnen und Einbrecher leicht zu öffnen. Ebenfalls geschlossen werden sollten Fenster in oberen Stockwerken, denn Klettern hält Einbrecher nicht von ihrem Vorhaben ab.
  • Gute Nachbarschaft: Bei Ferien solltest du deine Nachbarn darüber informieren. So können sie bei Geräuschen oder Licht aus deinem Zuhause die Polizei anrufen. Auch ein überquellender Briefkasten signalisiert Einbrecherinnen und Einbrechern, dass du verreist bist. Eine Person, die sich darum kümmert, wäre also von Vorteil. Auch sollte in den Ferien dies nicht öffentlich auf Social Media kommuniziert werden.
  • Anwesenheit vortäuschen: Da Einbrüche trotzdem auch am Abend oder in der Nacht geschehen können, kann eine Beleuchtung mittels Zeitschaltuhren deine Anwesenheit vortäuschen. Nur eine Stehlampe brennen lassen reicht nicht aus, im Gegenteil: eine einzelne Lampe sagt eher, dass hier keiner Zuhause ist.
  • Lasse dich von Fachpersonen oder der Polizei beraten: Eine Beratung macht vor einer baulich-mechanischen Sicherheitsmassnahme wie Zusatzschlössern, Verriegelungen und Fenstergittern Sinn. Auch bei Schockbeleuchtung oder Alarmanlagen solltest du eine Fachperson konsultieren.
  • Wertsachen sichern: Einbrüche können nie ganz verhindert werden. Es tut sich deswegen gut, seine Wertsachen in einem Tresor oder Bankschliessfach zu verstauen. Wertvoller Schmuck, Uhren, Münzensammlungen, Wertpapiere etc sollten auf die Bank gebracht oder in einem fest verankerten Tresor gelagert werden. Der Tresor sollte am besten ein Zahlenschloss besitzen.
  • Polizei rufen: Triffst du einen Einbrecher oder eine Einbrecherin auf frischer Tat, schreie laut – am besten einen Männernamen, um den Eindruck zu erwecken, dass noch jemand im Haus ist. Rufe anschliessend die Polizei (117). Präge dir das Aussehen der Person ein, für die Personenbeschreibung. Auch das Fahrzeug, die Fluchtrichtung und das Kontrollschild stellen wichtige Anhaltspunkte dar.
  • Tatort in Ruhe lassen: Warte nach einem Einbruch draussen auf die Polizei, um keine wichtigen Hinweise auf die Kriminellen zu verwischen.

Bauliche Massnahmen

Jedes Gebäude ist anders, weswegen es je nach Immobilie Sinn macht, eine Alarmanlage zu installieren oder Sicherheitstüren oder Fenster mit Sicherheitsglas und Schloss anzubringen. Um abzuklären, was sinnvoll ist, können im Rahmen einer persönlichen Sicherheitsberatung mit den Fachpersonen Zugänge, Fenster, Türen sowie Aussenbereich inspiziert werden.

Diese läuft laut Sicherheitsexperten Schnyder so ab:

«Bei unseren Sicherheitsberatungen nehmen wir zunächst die Umgebung unter die Lupe und schauen uns an, in welchem Quartier sich das Gebäude befindet. Anschliessend prüfen wir die organisatorischen Massnahmen: Was unternimmt der Eigentümer bereits selbst, und wo gibt es noch Verbesserungspotenzial? Danach geht es um die baulichen Gegebenheiten, etwa Fenster, Türen, Beleuchtung und Lichtschächte. Wir überprüfen alle möglichen Zugänge und Öffnungen und schauen, wo Einbrecher beispielsweise hochklettern könnten und wie sich solche Schwachstellen absichern lassen.»

Was die Sicherheitsberater der Polizei nicht machen, ist die Ausarbeitung eines eigenen Schutzkonzepts für Alarmanlagen. «Dafür verweisen wir auf spezialisierte Anbieter, denn die Ausarbeitung eines solchen Konzepts kann sechs bis sieben Stunden in Anspruch nehmen», erklärt Schnyder.

Alarmanlage Kamera
Gute Nachricht: in den vergangenen Jahren sind die Preise für Alarmanlagen gesunken.Bild: Shutterstock

Wer sich keine Alarmanlage leisten kann oder will, könnte zumindest draussen einen Kleber mit der Aufschrift «Achtung Alarmanlage» anbringen – auch wenn gar keine vorhanden ist. Bei Kameras muss man aufpassen, dass keine öffentlichen Bereiche gefilmt werden. Auch Nachbargrundstücke kann man nicht einfach aufnehmen. Hier bietet es sich an, sich mit seinen Nachbarn abzusprechen.

Fest anbringen lässt sich auch ein Tresor. Diesen gibt es in verschiedenen Widerstandsgraden. Dazu zählt auch, wie er montiert wird. Damit er von Kriminellen nicht ungeöffnet abtransportiert werden kann, sollte er mindestens vierfach verankert werden. Laut Schnyder tut es sich zudem gut, wenn ein Tresor mit einem Zahlencode gewählt wird. «Bei einem Schlüssel wird sonst bei einem Einbruch das ganze Haus auf den Kopf gestellt», erklärt der Präventionsexperte.

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