Neue MS-Therapie zeigt in erster klinischer Studie Erfolge
Eine erste klinische Studie zeigt, dass die Therapie sicher und gut verträglich ist, wie die Universität Zürich (UZH) am Dienstag mitteilte. Nach mehr als zwanzig Jahren Entwicklungsarbeit sei damit die erste klinische Hürde genommen, um die Therapie zu den Patientinnen und Patienten zu bringen, wurde Studienleiter Roland Martin vom Institut für Experimentelle Immunologie der UZH zitiert.
Bei Multipler Sklerose greifen körpereigene Immunzellen fälschlicherweise das Gehirn und das Rückenmark an. Bisherige Behandlungen unterdrückten das gesamte Immunsystem unspezifisch und konnten erhebliche Nebenwirkungen haben. Die neue Therapie soll hingegen gezielt die fehlgeleitete Reaktion stoppen.
Der neue Ansatz nutzt die roten Blutkörperchen der Betroffenen, an die bestimmte Eiweissbestandteile gekoppelt werden. Diese veränderten Blutzellen sollen dem Immunsystem beibringen, körpereigene Strukturen nicht mehr anzugreifen.
«Auf diesem Wege liesse sich die Autoimmunerkrankung sehr gezielt und ohne grosse Nebenwirkungen abstellen», liess sich Andreas Lutterotti, Erstautor der Studie, in der Mitteilung zitieren. Der Ansatz könne auch auf viele andere Autoimmunerkrankungen angewendet werden.
Die erste klinische Studie bestätigte die Sicherheit und gute Verträglichkeit der Therapie. Für die weitere Entwicklung gründeten die Forschenden das Unternehmen «Cellerys». In einer nächsten Studie soll die klinische Wirksamkeit untersucht werden, sobald die Finanzierung gesichert ist. (sda)
