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Dollar-Absturz: Franken, Euro, Kronen – gegen wen der Dollar verliert

Wie der Dollar gegenüber anderen Währungen abstürzt

29.01.2026, 19:5529.01.2026, 19:55

Seit Donald Trump im Januar zur zweiten Amtszeit antrat, steht kein Stein mehr auf dem anderen. Seine erratischen Meinungsänderungen haben zu einem Schleuderkurs geführt, der nur zwei Konstanten kennt: Die Unberechenbarkeit und Trumps Respektlosigkeit, wie er Alliierte, Bündnispartner, politische Freunde und Feinde angeht.

Auch in Sachen Wirtschaft fährt er einen sehr eigenwilligen Kurs. Er veranlasste dauerhafte Steuersenkungen für Reiche und Grosskonzerne. Die so entstehenden Löcher im Haushalt will er mit Zöllen auf ausländische Waren stopfen. Damit schröpft er aber vor allem die US-Konsumenten. Eine Studie fand unlängst heraus, dass die Zölle zu 96 Prozent von US-BürgerInnen bezahlt werden.

So respektlos, wie er Alliierte, Bündnispartner und die eigene Bevölkerung behandelt, so behandelt er auch den US-Dollar. Auf die Frage, ob ihm der Wertverlust der Dollars Sorge bereite, antwortete er am Dienstag Abend gegenüber Journalisten: «Nein, ich finde das grossartig.» Kaum ausgesprochen, setzte der Dollar zum nächsten Sturzflug an.

Europa

Entsprechend erstaunt es nicht, dass der Dollar gegenüber dem Schweizer Franken im letzten Jahr beinahe 16 Prozent verlor (15,78 Prozent). Laut der Financial Times ist der Schweizer Franken der «letzte verlässliche Hafen» für Anleger.

Doch die Sache ist die: Der Dollar rasselte nicht nur im Vergleich zum Schweizer Franken in den Keller. Auch Währungen aus anderen Wirtschaftsräumen, die von den USA belächelt werden, hielten sich wacker im Vergleich zum Greenback.

Da wäre beispielsweise der Euro. US-Regierungsvertreter nutzen jede Gelegenheit, Europa schlechtzureden. Gewisse Länder und Gebiete seien kaum mehr wiederzuerkennen. Doch der Dollar verlor auch gegenüber dem Euro massiv: 13,24 Prozent.

Sogar gegenüber dem Britischen Pfund – die Briten haben seit dem Brexit nur noch dank ihres schwarzen Humors zu lachen – verlor der Dollar happige 9,96 Prozent.

Um Grönland zu erwerben, erwägen die USA, sämtlichen EinwohnerInnen ein Angebot über 100'000 Dollar zu machen. Das müsste aber relativ schnell erfolgen, denn in Grönland bezahlt man mit der Dänischen Krone. Und gegenüber dieser Währung verlor der Dollar seit Ende Januar 2025 ebenfalls 13,2 Prozent. Über 20 Prozent sind es übrigens gegenüber der Schwedischen Krone.

Nord- und Zentralamerika

Wir verlassen den europäischen Raum – doch das Bild bleibt dasselbe. Mit Kanada begann Trump eine hässliche Fehde. Der Dollar verlor – allerdings mit 5,97 Prozent deutlich weniger als gegenüber den Europäern.

Auf der anderen Seite der USA liegt der für die USA wichtige Handelspartner Mexiko. Der mexikanischen Präsidentin Claudia Sheinbaum wird attestiert, dass sie sehr geschickt sei im Umgang mit Donald Trump. Ihre gute Arbeit zeigt sich auch in der Stärke der nationalen Währung. Gegenüber dem mexikanischen Peso verlor der Dollar 16,29 Prozent. Der stärkere Peso erhöht in den USA den Preis für Importe. Das betrifft vorwiegend Landwirtschaftsfahrzeuge, Autoteile, Elektronik, Maschinen und Agrarprodukte. Mexiko ist für über 60 Prozent aller US-Importe von Gemüse verantwortlich. Bei den Früchten sind es 47 Prozent.

Asien

Mit 2,99 Prozent gewann der chinesische Renminbi Yuan (Onshore Yuan) gegenüber dem US-Dollar verhältnismässig wenig. China reguliert seine Währung eisern. Die Zentralregierung strebt zwar längerfristig eine Aufwertung an – dies aber nur langsam.

Wie schlimm es um den Dollar steht, zeigt der Vergleich mit dem japanischen Yen. Das seit Jahren stagnierende Inselland erlebte aufgrund einer überalterten Gesellschaft, Nullwachstum, einer enormen Verschuldung und diverser anderer Gründe ein wirtschaftliches Jahrzehnt zum Vergessen. Trotzdem konnte der Yen im letzten Jahr gegenüber dem Dollar 1,74 Prozent zulegen. So schlimm steht es also um den Dollar.

Nur die Währung des einwohnerreichsten Landes der Welt, Indien, verlor gegenüber dem US-Dollar. Zwar wächst die indische Wirtschaft, doch diverse Faktoren wie die anhaltende Schwäche der ausländischen Kapitalströme überschattet den Aufschwung. Der Dollar legte gegenüber der Rupie um 5,75 Prozent zu.

Die Freude Donald Trumps am schwächelnden Dollar lässt sich damit erklären, dass er erwartet, so die Exporte anzukurbeln – und gleichzietig die Importe auszubremsen. Damit will er die einheimische Produktion fördern und die Handelsdefizite verringern. Es besteht aber die Gefahr, dass die Inflation in den USA so wieder zunimmt.

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