Nach diesem Satz von Donald Trump sinkt der US-Dollar auf ein 4-Jahres-Tief
Nachdem Aussagen von US-Präsident Trump zum Dollar den Goldpreis am späten Dienstagabend auf ein weiteres Rekordhoch getrieben hatten, zog der Goldpreis am Mittwoch noch weiter an: Der Preis für eine Feinunze (etwa 31,1 Gramm) stieg im frühen Handel um bis zu rund 1,6 Prozent auf 5265 US-Dollar. Damit steuert das Edelmetall den achten Tag mit Gewinnen in Folge an. Ein Kilo Gold verteuerte sich um 2,1 Prozent auf 129'458 Franken.
Allein in den zurückliegenden eineinhalb Wochen kletterte der Kurs um fast 700 Dollar oder knapp 15 Prozent. Seit Ende 2025 schoss der Goldpreis gar um rund 22 Prozent hoch, nachdem er im vergangenen Jahr um 65 Prozent gestiegen war.
Da Gold überwiegend in der US-Währung gehandelt wird, führen fallende Dollar-Notierungen meist zu Gewinnen am Goldmarkt. Und letzte Nacht fiel der Dollar erneut deutlich.
Trump-Aussage schwächt Dollar weiter
Trump hatte am Dienstagabend mit einer Aussage in einem Interview gegenüber Reportern in Iowa, wo er in einer Rede über die US-Wirtschaft sprach, den Dollar weiter geschwächt. Gefragt, ob er sich Sorgen über den Wertverlust der US-Währung mache, antwortete der US-Präsident:
Und weiter: «Ich denke, der Wert des Dollars ... schauen Sie sich doch einmal unsere Geschäfte an. Dem Dollar geht es hervorragend.»
Als Folge seiner Aussagen gab der US-Dollar kräftig nach – weiter, muss man sagen: Seit Mitte Januar hat er nämlich zu einem regelrechten Sinkflug angesetzt, den die US-Währung bislang nicht zu stoppen scheint.
Die Verluste des Dollar-Index, der die Stärke des Dollars gegenüber einem Warenkorb von sechs wichtigen Währungen misst, beschleunigten sich nach Trumps Äusserungen und erreichten in der Nacht auf Mittwoch mit 95,566 den niedrigsten Stand seit Februar 2022.
Mit seinen Worten spielte Donald Trump auf das von ihm verhasste Handelsbilanzdefizit der USA an. Denn obwohl der Preisrückgang des Dollars vielen Kopfzerbrechen bereitet, kann er für die US-Wirtschaft tatsächlich auch eine positive Wirkung haben.
Der Rückgang des Dollars spiegelt zwar die Sorgen der Anleger hinsichtlich der Stärke der US-Wirtschaft wider und könnte aufgrund steigender Importkosten zu Inflationsdruck führen – aber er kann einigen Unternehmen auch helfen. Ein schwächerer Dollar macht es besonders für grosse, exportorientierte Unternehmen günstiger, ihre Auslandsgewinne in Dollar umzurechnen. Gleichzeitig steigt die Wettbewerbsfähigkeit der Produkte US-amerikanischer Exporteure, da sie im Vergleich billiger werden.
Auch Silber glänzt
Auch der Silber legte nach den Worten Trumps kräftig zu. Am Mittwochmorgen zog der Preis um weitere drei Prozent auf 115,50 Dollar an. Dies reichte allerdings nicht zu einem weiteren Rekord. Am Montag war der Silberpreis um bis zu 14 Prozent auf 117,71 Dollar gestiegen.
Silber war in den vergangenen Monaten noch stärker gefragt als Gold. So verteuerte sich Silber in diesem Jahr um fast 60 Prozent. 2025 war der Preis um knapp 150 Prozent gestiegen.
Preistreiber am Markt für Edelmetalle im vergangenen Jahr waren unter anderem die vielen Konflikte weltweit. Auch 2026 sorgten politische Spannungen für mehr Nachfrage. So führten Experten die Gewinne in den ersten Handelstagen des Jahres unter anderem auf die Lage im Iran und die zeitweisen Zolldrohungen von US-Präsident Donald Trump gegen acht europäische Staaten im Zusammenhang mit Grönland zurück.
Gold als «sicherer Hafen»
Viele Notenbanken, wie etwa die chinesische und indische, reagierten mit Goldkäufen schon länger auf strukturelle Risiken, politische Risiken, Sanktions- und Zollrisiken, erklärte Experte Stephen Innes vom Vermögensverwalter SPI Asset Management. Hinzu kommen zunehmende Sorgen in puncto ausufernder Staatsverschuldungen.
Edelmetalle – allen voran Gold – gelten bei vielen Investoren als «sichere Häfen» in Krisenzeiten. Silber ist zudem ein wichtiges Industriemetall, das für viele Anwendungen rund um KI, Robotik und Energie benötigt wird.
(lak, mit Material von sda/awp/dpa)
