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Gegen das neue CO2-Gesetz werden nun auch von Wirtschaftsverbänden Unterschriften gesammelt. (Themenbild)
Gegen das neue CO2-Gesetz werden nun auch von Wirtschaftsverbänden Unterschriften gesammelt. (Themenbild)Bild: sda

«Kein Einfluss auf das Weltklima»: Wirtschaftsverbände bekämpfen CO2-Gesetz

09.10.2020, 16:1620.10.2020, 13:15

Neben Klimastreikenden, die das CO2-Gesetz als zu wenig weitgehend kritisieren, ergreifen nun mehrere Wirtschaftsverbände ebenfalls das Referendum gegen das Gesetz. Aus ihrer Sicht führe dieses lediglich zu mehr Bürokratie, mehr Verboten und neuen Steuern und Abgaben.

Das neue CO2-Gesetz greife derart stark in die Schweizer Energiepolitik ein, dass es unumgänglich sei, der Stimmbevölkerung das letzte Wort zu geben, teilte das Wirtschaftskomitee «Nein zum CO2-Gesetz» am Freitag mit. Es gelte eine nachhaltige statt planlose Klimapolitik zu betreiben. Das vom Parlament verabschiedete Gesetz koste viel und bringe nichts.

Klimaaktivisten ergreifen gegen das aus ihrer Sicht ungenügende CO2-Gesetz das Referendum. (Archivbild)
Klimaaktivisten ergreifen gegen das aus ihrer Sicht ungenügende CO2-Gesetz das Referendum. (Archivbild)Bild: sda

Im Wirtschaftskomitee vertreten sind unter anderem verschiedene Automobilverbände, Avenergy Suisse (die ehemalige Erdölvereinigung), Swissoil sowie Organisationen wie das Centre Patronal, die Citec und der Verband Schweizer Flugplätze. Sie hatten bereits in den vergangenen Wochen und Monaten durchblicken lassen, dass sie das CO2-Gesetz bekämpfen wollen. Nun machen sie ernst.

«Selbst wenn wir von heute auf morgen unseren CO2-Ausstoss auf null herunterfahren, hätte dies keinen Einfluss auf das Weltklima.»

«Kein Einfluss auf das Weltklima»

Die Schweiz sei auch ohne CO2-Gesetz klimapolitisch vorbildlich unterwegs, heisst es in der Mitteilung des Referendumskomitees weiter. Das faktische Verbot von Öl- und Gasheizungen, die Erhöhung des Benzin-, Diesel- und Heizölpreises sowie die Einführung einer Flugticketabgabe belasteten die Bevölkerung und das Gewerbe massiv.

Zudem führen die Wirtschaftsvertreter an, dass die Schweiz lediglich für einen Tausendstel des weltweiten CO2-Ausstosses verantwortlich sei. «Selbst wenn wir von heute auf morgen unseren CO2-Ausstoss auf null herunterfahren, hätte dies keinen Einfluss auf das Weltklima.» Überdies sei die Schweizer Bevölkerung bereits heute vorbildlich unterwegs.

«Unser Land ist klimapolitisch auf dem richtigen Weg. Ein CO2-Gesetz voller Verbote und neuer Steuern ist überflüssig.»

Schliesslich sei das CO2-Gesetz ungerecht, moniert das Nein-Komitee. Familien, Pendlerinnen und Pendler sowie die Land- und Bergbevölkerung würden stärker unter den neuen Abgaben leiden als ÖV-Benutzerinnen und -Benutzer oder die Stadtbevölkerung.

SVP unterstützt Referendum

Die Wirtschaftsverbände und -organisationen sammeln seit Freitag Unterschiften für das Referendum, wie sie weiter mitteilten. Die SVP unterstützt sie dabei, wie das Generalsekretariat auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA bekanntgab. Den Lead hätten aber die Verbände. Der Gewerbeverband entscheidet Ende Oktober, wie er zum Referendum steht.

Nicht alle sind von den Massnahmen des CO2-Gesetzes gleich stark betroffen: Familien, Autopendlerinnen und -pendler sowie die Land- und Bergbevölkerung werden stärker unter den neuen Abgaben leiden als ÖV-Benutzerinnen und -Benutzer oder die Stadtbevölkerung. (...) Das ist ungerecht.

Bekämpft wird das CO2-Gesetz auch von verschiedenen Westschweizer Sektionen der Klimastreikbewegung, wie diese vor Wochenfrist erläuterten. Das vorliegende CO2-Gesetz reiche bei weitem nicht aus, um die Klimaerwärmung zu stoppen, lautet der Tenor von dieser Seite. Die Politik habe die Dringlichkeit der Klimakrise immer noch nicht erkannt.

Die beiden Referendumskomitees haben bis zum 14. Januar 2021 Zeit, 50'000 Unterschriften zu sammeln.

Hart erkämpfter Kompromiss

Bei der Schlussabstimmung im Parlament unterstützten alle Parteien ausser die SVP das Gesetz. Es handelt sich um einen Kompromissvorschlag, bei dem in den drei Jahre dauernden Beratungen sowohl bürgerliche wie auch linke Politiker Zugeständnisse machen mussten.

Das verabschiedete CO2-Gesetz enthält verschiedene Massnahmen, beispielsweise im Strassen- und Luftverkehr sowie im Gebäudebereich, mit denen die schrittweise Reduktion der Treibhausgase erreicht werden soll. Die Schweiz muss ihre Treibhausgasemissionen bis 2030 gegenüber 1990 halbieren. (sda/bal)

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45 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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demian
09.10.2020 16:37registriert November 2016
Puh Glück gehabt. Die Schweiz hat keinen Einfluss auf das Weltklima. Wir sind die Auserwählten, welche weitermachen können wie bisher....

Glauben die den Müll eigentlich? Oder macht Geld so charakterlos, dass man dafür alles erzählt?
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El Vals del Obrero
09.10.2020 17:17registriert Mai 2016
Wenn ich jeden Tag einen Ladendiebstahl begehe hat das auch praktisch Null Einfluss auf die Weltwirtschafts- und -kriminalitätsentwicklung. Dann wäre aus laut deren Logik also "vernünftig", wenn ich künftig nicht mehr bezahlen würde.

Und grosse Länder müssten sich einfach pro-Forma in Dutzende kleinere Länder aufteilen. Dann wären sie in der selben Situation wie die Schweiz ("Was wir machen hat wenig Einfluss") und das Klimaproblem wäre gelöst ...

#unterschied-absolute-und-relative-zahlen
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MarGo
09.10.2020 16:28registriert Juni 2015
Whataboutism vom Wirtschaftskomitee, dem die SVP natürlich beipflichtet...

Seid froh, ist das CO2-Gesetz nur so eine light Version geworden - beim dem, was euch noch blüht, kommt ihr noch richtig auf die Welt....
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