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Dürre: Grüne werben der SVP Bauern ab – mit Gratis-Parteimitgliedschaft

https://www.schweizheute.ch/schweiz/kritik-am-bauernverband-gruene-werben-um-duerregeplagte-landwirte-ld.4209541

«Verdorrte Wiesen in Basel: Die Bauern leiden unter der aktuellen Trockenheit.»
Verdorrte Wiesen in Basel: Die Bauern leiden unter der aktuellen Trockenheit.Bild: Kenneth Nars

Dicke Luft wegen Dürre: So wollen die Grünen der SVP Bauern abwerben

In einem offenen Brief äussern Landwirte harsche Kritik am Bauernverband. Die Grünen reagieren und machen den dürregeplagten Bauern ein Angebot.
31.07.2026, 18:3131.07.2026, 18:31
Lea Hartmann
Lea Hartmann

Die anhaltende Trockenheit lässt Felder und Weiden verdorren – und macht politische Gräben in der Landwirtschaft sichtbar. «Schluss mit dem Schweigen, setzt euch für uns ein!» Mit deutlichen Worten wandten sich Bäuerinnen und Bauern diese Woche in einem offenen Brief an den Bauernverband.

Die Absender werfen dem Verband vor, in den vergangenen Wochen rund ums Thema Trockenheit «beharrlich» geschwiegen zu haben. Kurzfristige Massnahmen wie die Senkung von Zöllen für Futtermittel oder die Lockerung der Label-Vorschriften begrüsse man zwar. Doch das reiche nicht, heisst es in dem Schreiben, das bis Donnerstagmittag über 1500 Personen online unterzeichnet haben. «Neben Massnahmen zur Anpassung der Schweizer Landwirtschaft an ein heisseres Klima benötigen wir dringend auch effektive Klimaschutzmassnahmen, die die weitere Erderhitzung abbremsen.»

«Geht es um konkrete Massnahmen, ist man dagegen»

Hinter dem offenen Brief stehen Finn Suter, Betriebsleiter in einem Gemüsebaubetrieb in der Region Zürich, sowie weitere Bäuerinnen und Bauern. Suter kritisiert die passive Rolle des Bauernverbands beim Klimaschutz. «Bei konkreten Massnahmen ist man häufig einfach dagegen, statt konstruktiv Vorschläge einzubringen.»

Grünen-Nationalrat und Biolandwirt Kilian Baumann hat den Brief nicht mitunterzeichnet – er sagt aber, er könne die Verzweiflung verstehen. «Hier ein Pflästerli, da ein Pflästerli», fasst er die aktuellen Forderungen zusammen. Man könne schon immer mehr Entschädigungen fordern, doch löse dies das Problem nicht. Auch er wirft dem Bauernverband vor, sich zu wenig für den Klimaschutz einzusetzen, obwohl die Landwirtschaft von den Folgen der Klimaerwärmung zuvorderst betroffen ist.

Grüne schenken Bauern Mitgliedschaft

Die Grünen machen sich die aufgekommene Kritik am Bauernverband für eigene Zwecke zunutze. In einer am Freitag gestarteten Kampagne wenden sie sich direkt an die dürregeplagten Bäuerinnen und Bauern. Mit einem Geschenk wollen sie die Landwirte, viele SVP-nah, für sich gewinnen: Werden sie Parteimitglied, offerieren sie ihnen die Mitgliedergebühr für ein Jahr. Je nach lokaler Sektion sind das bis zu 300 Franken. «Wenn wir auch in Zukunft noch ernten wollen, müssen wir jetzt Lösungen suchen», sagt Kilian Baumann in einem Videoclip an seine Berufskollegen gewandt.

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Kilian Baumann
Grünen-Nationalrat und Landwirt Kilian Baumann ruft in einem Video Berufskollegen dazu auf, den Grünen beizutreten.Bild: screenshot

Der Bauernverband weist den Vorwurf vehement von sich, sich gegen Klimaschutzmassnahmen einzusetzen. «Wir anerkennen sowohl die besondere Betroffenheit als auch die Verantwortung der Landwirtschaft», schreibt der Verband in einer Antwort auf den offenen Brief der Landwirte. Man habe beispielsweise 2021 die Ja-Parole zum CO2-Gesetz beschlossen und 2023 auch das Klimagesetz befürwortet. Er wirft den Absendern des Briefs eine politisch motivierte Aktion vor, «um Aufmerksamkeit zu generieren und nicht, um effektiv etwas zu bewirken».

Bauer Finn Suter wehrt sich gegen die Anschuldigung. Er zeigt sich enttäuscht über die Reaktion des Bauernverbands. Die politischen Gräben in der Landwirtschaft: Sie bleiben tief. (schweizheute.ch)

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Die beliebtesten Kommentare
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Bert Stein
31.07.2026 18:55registriert November 2020
Klimaschutzmassnahmen sind ein schwieriges Thema für den Bauernverband, dessen Exponenten doch den Klimawandel so lange in Abrede stellten.

Wird hart, zuzugeben, dass die Wissenschaft und die Grünen die ganze Zeit recht hatten.
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Methylphenidate ftw
31.07.2026 18:52registriert Oktober 2022
Nutz die Grüne gerade eine aktuelle und schwierige Situation für Bauern für politische Zwecke aus? Ja absolut. Hat sie valide Argumente? Ja, und nicht erst seit diesem Jahr.
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Wolfman
31.07.2026 19:02registriert April 2020
So ziemlich alle Umweltschutzinitiativen der letzten Jahre wurden von der SVP und den Bauern bekämpft und torpediert. Die Gewässerschutz Initiative wurde 1992 bachab geschickt, mit tatkräftiger Hilfe der Bauern und der SVP. Das war 1992. Wenn diese angenommen worden wäre, dann würden jetzt wohl einige Wasserrückhaltebecken zur Verfügung stehen und die Not der Bauern lindern. Aber eben. Wer sich mit der SVP ins Bett legt, der zeigt keinerlei Weitsicht. Somit hält sich mein Mitleid mit den Bauern, die sich mit der SVP ins Bett legten, in äussersten Grenzen
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