DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
In Frankreich und Italien wird das Covid-Zertifikat bald rege eingesetzt.
In Frankreich und Italien wird das Covid-Zertifikat bald rege eingesetzt.
Bild: keystone

So verschärfen Frankreich und Italien die Corona-Massnahmen

Frankreich und Italien ziehen die Schraube im Kampf gegen die Corona-Pandemie an: Wer ins Fitnessstudio, ins Kino oder ins Restaurant will, muss ein Covid-Zertifikat zeigen. Das gefällt nicht allen.
26.07.2021, 15:5127.07.2021, 14:56

Frankreich

In Frankreich rang das Parlament in der Nacht auf Montag um strengere Corona-Regeln. Einige davon waren umstritten: So wurde gefordert, dass auch in Einkaufszentren das Vorweisen des «Pass Sanitaire» zur Pflicht werden soll. Diese Klausel wurde gestrichen. Ebenfalls chancenlos war die Forderung, dass Gesundheitspersonal, das sich nicht impfen will, gekündigt werden kann.

Eine Impfpflicht für Menschen im Gesundheitswesen wurde dennoch beschlossen. Wer sich nicht impfen lässt, kann zwar seinen Job behalten, erhält aber keinen Lohn mehr.

Frankreich hat die Corona-Massnahmen verschärft. Für viele Aktivitäten braucht es ein Covid-Zertifikat. Für das Gesundheitspersonal gilt eine Impfpflicht.
Frankreich hat die Corona-Massnahmen verschärft. Für viele Aktivitäten braucht es ein Covid-Zertifikat. Für das Gesundheitspersonal gilt eine Impfpflicht.
bild: watson

Das Parlament beschloss auch, dass das Covid-Zertifikat häufiger zum Einsatz kommt: Bereits seit Mittwoch muss der Gesundheitspass, wie ihn die Französinnen nennen, bei Besuchen im Kino, Theater oder Museum vorgewiesen werden. Neu sollen auch Restaurantbesuche und Reisen in Fernzügen und im Flugzeug nur noch für Personen möglich sein, die geimpft, negativ getestet oder genesen sind.

Tausende Demonstrierende versammelten sich am Samstag in Paris, um gegen die strengeren Corona-Massnahmen zu protestieren.
Tausende Demonstrierende versammelten sich am Samstag in Paris, um gegen die strengeren Corona-Massnahmen zu protestieren.
Bild: keystone

Mindestens vier Grundrechte werden mit den neuen Regelungen eingeschränkt, schreibt die französische Tageszeitung Le Monde am Montag in einem Leitartikel. Das sei viel in einem Land der Menschenrechte.

Die Mehrheit der Bevölkerung steht aber hinter den Massnahmen. Gemäss einer Umfrage des Instituts Elabe für den Sender BFMTV vom 13. Juli sprachen sich 76 Prozent der Franzosen für eine Impfpflicht für das Gesundheitspersonal aus. Auch die Ausweitung des Gesundheitspasses stösst mehrheitlich auf Zustimmung.

Dennoch demonstrierten am Samstag mehr als 160'000 Menschen gegen die verschärften Regeln. In Paris skandierten die Demonstranten und Demonstrantinnen unter anderem «Freiheit, Freiheit» und riefen zum «Sturz» von Präsident Emmanuel Macron auf, den sie als «Tyrannen» bezeichneten.

Am Montag schrieb Macron auf Twitter, dass man die Pandemie nur gemeinsam besiegen könne, und weibelte weiterhin für die Corona-Impfung. Diese schreitet im eher impfkritischen Land tatsächlich voran: In den letzten zwei Wochen sind vier Millionen Menschen geimpft worden.

Italien

Für den Besuch im Fitnesscenter, Schwimmbad sowie im Innenbereich von Restaurants, Kinos und Museen braucht es in Italien ab dem 6. August ein Covid-Zertifikat.
Für den Besuch im Fitnesscenter, Schwimmbad sowie im Innenbereich von Restaurants, Kinos und Museen braucht es in Italien ab dem 6. August ein Covid-Zertifikat.
bild: watson

Auch in Italien kommt der «Grüne Pass» bald häufiger zum Einsatz: Wegen der steigenden Infektionszahlen hat die Regierung von Ministerpräsident Mario Draghi beschlossen, dass die Corona-Massnahmen verschärft werden. Wer ins Restaurant, Museum, Fitnessstudio oder ins Schwimmbad will, darf dies nur geimpft, getestet oder genesen tun.

Die erweiterte Nutzung des Grünen Passes sei kein willkürlicher Akt, sondern eine Bedingung für Öffnungen, begründete Draghi den Beschluss. Seitdem meldeten sich deutlich mehr Menschen für Impfungen an, wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums bestätigte. Bis zum 24. Juli waren 47,9 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft.

Gegen die strengeren Massnahmen gingen auch in Italien am Wochenende tausende Menschen auf die Strassen. In Rom versammelten sich etwa 3000 Gegnerinnen und Gegner des Grünen Passes.

Menschen demonstrieren in Mailand gegen den vermehrten Einsatz des Grünen Passes.
Menschen demonstrieren in Mailand gegen den vermehrten Einsatz des Grünen Passes.
Bild: keystone

Schweiz

Obwohl auch in der Schweiz die Fallzahlen wieder ansteigen, ist derzeit nicht mit einer Verschärfung der Massnahmen zu rechnen. Trotzdem werden auch hierzulande ähnliche Regelungen diskutiert, wie sie in Frankreich und Italien bereits gelten.

Stiegen die Infektionszahlen weiterhin an, sei eine Ausweitung der Pflicht zum Zertifikat für Geimpfte, Genesene und Getestete zu prüfen, sagte etwa Lukas Engelberger, der Präsident der Gesundheitsdirektorenkonferenz, der Zeitung Sonntagsblick. Betroffen vom Obligatorium wären laut seiner Aussage kleinere Anlässe, sportliche Aktivitäten, Sportanlässe, die Gastronomie oder Besuche in Spitälern und Pflegeheimen.

Mit Material der sda

Wo das Schweizer Covid-Zertifikat gültig ist
Anfang Juli anerkannte die EU das Schweizer Covid-Zertifikat. Das Schweizer Covid-Zertifikat ist mit der digitalen Schnittstelle der EU verbunden und kompatibel. Es soll vor allem helfen, das sichere Reisen während der Covid-19-Pandemie zu erleichtern. Wie das Zertifikat genau eingesetzt werden kann, entscheiden die einzelnen Staaten. Jedes Land bestimmt seine eigenen Einreiseregelungen und hat die Hoheit, sie je nach Entwicklung der epidemiologischen Lage anzupassen. Für Reisende mit dem Zertifikat ist es daher wichtig, sich stets über die aktuellen Einreisebestimmungen des Ziellandes zu informieren.
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

BAG verteilt Torte zur Feier des Impffortschritts

1 / 11
BAG verteilt Torte zur Feier des Impffortschritts
quelle: keystone / peter schneider
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Warum die Covid-19 Impfung nicht unfruchtbar macht – in 2 Punkten

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Abschussbefehl: Australier töten in den kommenden Tagen 10'000 Kamele

Australien brennt. Das ist mittlerweile bekannt. Auch dass Flora und Fauna extrem darunter leiden, ist bekannt. Bilder von verbrannten Kängurus und brennenden Koalas gehen um die Welt. Doch die Dürre in Australien fordert auch andere tierische Opfer: Kamele.

Wie The Australian berichtet, werden ab Mittwoch während fünf Tagen 10'000 Kamele geschossen. Passieren wird dies im lokalen Verwaltungsgebiet Anangu Pitjantjatjara Yankunytjatjara (APY), einer Aboriginal Community im Bundesstaat South …

Artikel lesen
Link zum Artikel