Wirtschaft
Digital

KI statt Display: So soll OpenAIs erstes eigenes Gerät aussehen

FILE - The OpenAI logo is seen on a mobile phone in front of a computer screen which displays the ChatGPT home Screen, March 17, 2023, in Boston. (AP Photo/Michael Dwyer, File)
AI Health Care Poll
OpenAI will sein Palette mit Hardware-Produkten erweitern.Bild: keystone

Ein KI-Gerät für den Alltag: OpenAI steigt in den Hardware-Markt ein

OpenAI arbeitet an einem neuartigen KI-Gerät für zu Hause. Dieses hat zwar keinen Bildschirm, soll dafür Kameras, Mikrofone, Sensoren und sogar bewegliche Teile erhalten und mit seinen Nutzern sprechen. Offiziell vorgestellt wurde das Produkt allerdings noch nicht.
07.08.2026, 21:0407.08.2026, 21:04

OpenAI möchte offenbar mit einem eigenen Endgerät ins Hardwaregeschäft einsteigen. Dies berichteten Bloomberg sowie andere Medien übereinstimmend. Beim Gerät handelt es sich demnach um eine Art Smart Speaker mit KI-Elementen.

Das Gerät soll ungefähr so gross wie ein Hockey-Puck sein, eine ring- beziehungsweise donutähnliche Form besitzen und leicht genug sein, um es mit einer Hand von Raum zu Raum zu tragen. Im Inneren soll trotzdem einiges an Technik stecken: Lautsprecher, Mikrofone, eine Kamera, verschiedene Sensoren, Lichtelemente und sogar bewegliche Komponenten sind offenbar geplant.

Ein KI-Begleiter für den Alltag

Im Mittelpunkt steht beim Gerät dennoch OpenAIs Flaggschiff ChatGPT. Statt über Apps, Menüs oder einen Touchscreen sollen Nutzerinnen und Nutzer vor allem per gesprochener Sprache mit der KI des Geräts interagieren. Die Idee: Man spricht möglichst natürlich mit der KI, stellt Fragen, gibt Anweisungen und lässt sich so im Alltag unterstützen. Die Gesprächs-KI des Geräts soll zudem auf menschenähnlichere Interaktionen ausgerichtet sein.

OpenAI dürfte das Gadget als eine Art persönlichen KI-Begleiter positionieren, der im Alltag möglichst unkompliziert zur Verfügung steht. Damit würde OpenAI in einen Markt eintreten, in dem bereits Geräte wie Amazons Echo oder Apples HomePod etabliert sind. Der entscheidende Unterschied: die künstliche Intelligenz dahinter.

The HomePod speaker is seen in a showroom during an announcement of new products at the Apple Worldwide Developers Conference Monday, June 5, 2017, in San Jose , Calif. (AP Photo/Marcio Jose Sanchez)
Apples HomePod ist seit 2018 auf dem Markt und bedient verschiedene Siri-Funktionen.Bild: AP/AP

Auf den Markt kommen soll das Gerät 2027. Beim Preis ist derzeit von mehr als 300 US-Dollar die Rede. OpenAI selbst hat das Gerät jedoch noch nicht öffentlich vorgestellt. Bei Design, Funktionen, Preis und Verkaufsstart kann sich deshalb noch einiges ändern.

Beweglicher Donut und Umgebungserfassung

Gemäss Berichten sollen sich zudem Teile des Geräts selbst bewegen können, etwa während einer Antwort oder einer Interaktion. Zusammen mit integrierten Lichtern soll dadurch deutlicher sichtbar werden, wann das Gerät zuhört oder reagiert. Heutige Geräte dieser Kategorie bleiben normalerweise unbeweglich und zeigen ihren Zustand höchstens über LEDs oder einen Bildschirm an.

Zudem soll das OpenAI-Gerät auch eine Kamera und Sensoren enthalten, um Informationen über die unmittelbare Umgebung zu erfassen. Reuters berichtet ebenfalls von Kameras und Sensoren, mit denen das Gerät den «Kontext» eines Nutzers besser verstehen soll.

Mit «Kontext» sei beispielsweise gemeint, dass ein KI-System zusätzliche Informationen über die aktuelle Situation erhält und dadurch passendere Antworten geben kann. Ein Gerät in der Küche könnte etwa andere Informationen benötigen als dasselbe Gerät auf einem Schreibtisch.

Welche Daten dabei genau verarbeitet werden, wo sie gespeichert werden und welche Einstellungen Nutzer erhalten, ist für das bislang nicht offiziell vorgestellte Produkt noch nicht im Detail bekannt.

Apple und OpenAI im Rechtsstreit wegen Geschäftsgeheimnissen

Hinter dem Donut-Design ist wohl auch der ehemalige Apple-Chefdesigner Jonathan Ive beteiligt. Ive war von 1997 bis 2019 Chefdesigner bei Apple Inc. und damit massgeblich an der Gestaltung des bekannten Apple-Looks beteiligt.

OpenAI übernahm 2025 das von Ive mitgegründete Hardware-Unternehmen Io Products. Der Deal wurde mit rund 6.5 Milliarden US-Dollar bewertet. Das Io-Team wurde anschliessend in OpenAI integriert.

Ives' unabhängiges Designstudio LoveFrom blieb bestehen und übernahm umfangreiche Design- und Kreativaufgaben für OpenAI. OpenAI erklärte damals offiziell, dass aus der Zusammenarbeit eine neue Familie von KI-Produkten entstehen soll. Konkrete Angaben zum nun berichteten Smart Speaker machte das Unternehmen dabei noch nicht.

Parallel liefern sich Apple und OpenAI einen Rechtsstreit. Apple wirft OpenAI und ehemaligen Apple-Mitarbeitern vor, Geschäftsgeheimnisse für die Entwicklung von Hardware genutzt beziehungsweise entwendet zu haben. OpenAI bestreitet die Vorwürfe.

Am 5. August 2026 beantragte OpenAI die Abweisung der Klage. Das Unternehmen argumentiert unter anderem, Apple habe die angeblich verletzten Geschäftsgeheimnisse nicht ausreichend konkret beschrieben und keinen hinreichenden Missbrauch dargelegt. Über diesen Antrag ist noch nicht entschieden. (ear)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Warum der KI-Boom böse enden könnte
1 / 9
Warum der KI-Boom böse enden könnte

Er gehört zu den Hauptverantwortlichen für den aktuellen KI-Boom: OpenAI-Chef Sam Altman. Doch die immensen KI-Investitionen der Techkonzerne bergen gewaltige Risiken. Es häufen sich Anzeichen, dass Erwartungen und Realität auseinanderdriften.

quelle: keystone / mark schiefelbein
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Jesses Gott! Trump kann jetzt sogar Schweizerdeutsch
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
14 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
14
Wirtschaftsverbände fordern Massnahmen wegen tiefem Rhein-Pegel
Die Wasserpegel des Rheins haben aufgrund der anhaltenden Trockenheit historische Tiefstände erreicht. Wirtschaftsverbände sorgen sich um die Zukunft der Güterversorgung über den Fluss und fordern Massnahmen.
Zur Story