Untersuchung behindert? Brüssel macht Temu Vorwurf
Dafür wollte sie unangekündigt bei Temus Eigentümerin PDD und deren Tochtergesellschaft WhaleCo im irischen Dublin Prüfungen vornehmen. Die Unternehmen hätten aber unter anderem bestimmte Geschäftsbücher und Unterlagen anders als aufgefordert nicht vorgelegt, kritisiert die Behörde. Sie habe dadurch nicht alles prüfen können.
Temu kann nun auf die Bedenken reagieren. Kommt die Kommission endgültig zum Schluss, dass ein Rechtsverstoss vorliegt, kann sie eine Strafe von bis zu einem Prozent des Gesamtumsatzes verhängen. Temu weist die Vorwürfe zurück. Man habe vollständig kooperiert, heisst es in einer Stellungnahme.
Unabhängig davon untersucht die EU-Kommission weiter, ob Temu staatliche Gelder bekommen hat, die den europäischen Binnenmarkt verzerren könnten. Das Online-Shoppingportal wird in der EU nach Angaben der Behörde vom Konzern PDD über seine Tochtergesellschaft WhaleCo betrieben. Auch diese Vorwürfe weist der Billig-Onlinehändler zurück. In der Stellungnahme betont eine Sprecherin, dass Temu sich zu fairem Wettbewerb bekenne. Das Unternehmen erwirtschafte aus der eigenen Geschäftstätigkeit nachhaltige Cashflows, die ausreichen, um Temus Aktivitäten in der EU zu finanzieren. Wir sind nicht auf «ausländische Subventionen» angewiesen.
Die Brüsseler Behörde verhängte schon im Mai gegen Temu eine Strafe in Höhe von 200 Millionen Euro wegen illegaler Produkte auf dem Online-Marktplatz. Der Anbieter habe mittlerweile 130 Millionen Kunden in Europa, hiess es damals. Er zählt zu den grössten Onlinehändlern (sda/awp/dpa/con)
