Frei gewinnt EM-Gold vor Keller – auch bei den Männern gibt es eine Medaille
Wie schon am Donnerstag hielt Frei ihre Landsfrau auch am Sonntag in Schach. Überquerte sie die Ziellinie im Shorttrack vier Sekunden vor Keller, legte sie im Cross-Country 1:26 Minuten zwischen sich und die Zweitplatzierte. Die Entscheidung führte die 29-jährige Zürcherin in der fünften von sieben Runden herbei, in der sie Keller entscheidend distanzierte.
Bronze ging wie schon im Shorttrack an Jenny Rissveds. Die Topfavoritin aus Schweden, ihres Zeichens Weltmeisterin, aktuell Führende in der Weltcup-Gesamtwertung und Titelverteidigerin, büsste bereits mehr als zwei Minuten auf die Siegerin ein. Wie schon vor einem Jahr bei der EM in Melgaço klassierte sich Nicole Koller auch in Monteceneri auf dem undankbaren 4. Platz.
Für die Schweizer Frauen war es der neunte EM-Titel im Cross-Country und der erste Doppelerfolg in dieser Disziplin an Europameisterschaften. Die Freude bei den Schweizerinnen war natürlich gross. «Es ist mega cool und ich fand einen super Flow. Man musste extrem bei der Sache sein. Trotz Fehlern konnte ich mich immer wieder finden», sagte die frischgebackene Europameisterin, welche sich schon lange mit dem heutigen Kurz auseinandersetzte: «Ich habe von dieser Strecke schon fast geträumt.»
Silbermedaillengewinnerin Alessandra Keller sagte im SRF-Interview nach dem Rennen: «Es war ein mega hartes Rennen, aber auch ein gutes für mich. Ich fand meinen eigenen Flow, hatte aber ab der drittletzten Runde einen Platten. So musste ich nach hinten verteidigen. Es war ein gutes Rennen und ich bin froh, wie ich das gemeistert habe. Ein erneuter Doppelsieg zeigt, wie stark wir sind.»
Püntener holt Bronze, Flückiger im Pech
Im Rennen der Männer, bei dem mit den Franzosen Mathis Azzaro, Adrien Boichis, Luca Martin sowie dem verletzten Victor Koretzky die derzeit stärksten Fahrer fehlten, sicherte sich Fabio Püntener als Dritter eine Medaille. Wie schon im Shorttrack siegte der Brite Charlie Aldridge vor dem Italiener Juri Zanotti.
Püntener zeigte ein starkes Rennen und führte dieses zwischenzeitlich souverän an. In der vorletzten Runde musste der 26-jährige Urner bei einer Tempoverschärfung der anderen Spitzenfahrer jedoch abreissen lassen. Am Ende sicherte er sich mit 29 Sekunden Rückstand auf den Sieger seine erste Medaille an einem Grossanlass.
Es sei das erwartet harte Rennen gewesen, sagte Püntener nach seinem Bronze-Coup. «Von Windschatten konnte man nicht profitieren, deshalb habe ich versucht, viel von vorne zu fahren. Am Ende hatten die anderen einen besseren Antritt.»
Lange mischte auch Routinier Mathias Flückiger ganz vorne mit. Der 37-jährige Berner erlitt jedoch in der siebten von acht Runden auf Podestkurs liegend einen Defekt am Hinterrad, der ihn entscheidend Zeit kostete. Auf Landsmann Püntener fehlten ihm in der Endabrechnung als Vierter 16 Sekunden. (riz/sda)
