Ein gebürtiger Schweizer und grosse Kritiker: Fünf mögliche Infantino-Herausforderer
Im März findet im marokkanischen Rabat der 77. FIFA-Kongress statt und Gianni Infantino möchte sich eigentlich ein letztes Mal für vier weitere Jahre zum FIFA-Präsidenten wählen lassen. Doch die letzten Tage liefen nicht gut für den Schweizer, welcher seit über zehn Jahren als Präsident amtet. Nach seinem Versuch, Teile der Weltmeisterschaft an Investoren zu verkaufen, ist die Kritik stark gewachsen und besonders der europäische Kontinentalverband UEFA möchte, dass Infantino gestürzt wird.
Bisher gibt es zwar noch keinen offiziellen Gegenkandidaten, mögliche Bewerbungen können aber bis zum 18. November eingereicht werden. Diese fünf Kandidaten könnten Infantino beerben.
Der grosse Infantino-Kritiker
Steigt Alexander Ceferin vom UEFA- zum FIFA-Präsidenten auf? Der Slowene ist einer der grössten Kritiker des Schweizers und gibt sich selbst gerne als Gegenentwurf zu Infantino. Aber auch Ceferin hat die Vermarktung im europäischen Verband in den letzten Jahren stark vorangetrieben. Seine Amtszeit als UEFA-Präsident läuft noch bis 2027.
Seit den Investorenplänen der FIFA ist die Kritik bei der UEFA rund um Ceferin noch grösser geworden. Sollte der europäische Verband keinen anderen Kandidaten finden, ist es durchaus vorstellbar, dass sich der 58-jährige Ceferin zur Verfügung stellen wird.
Der ehemalige Infantino-Herausforderer
Als Gianni Infantino 2016 zum FIFA-Präsidenten gewählt wurde, war Scheich Salman bin Ibrahim al-Chalifa sein Herausforderer. Im zweiten Wahlgang musste sich der Bahrainer gegen Infantino geschlagen geben. Damals wurde al-Chalifa mit Vorwürfen der Korruption und Verletzung der Menschenrechte konfrontiert.
Der 60-Jährige ist seit 2013 Präsident des asiatischen Kontinentalverbands AFC. Auch al-Chalifa kritisierte die Investoren-Pläne der FIFA und die AFC stellte sich ebenfalls gegen die Idee.
Der CONCACAF-Präsident
Eigentlich stand der für Nord- und Mittelamerika sowie die Karibik zuständige Kontinentalverband CONCACAF hinter Infantino. Doch nach den Investorenplänen, welche die CONCACAF ebenfalls ablehnte, könnte sich der Wind gedreht haben.
Wie «Sky Sport» berichtet, gilt der aktuelle CONCACAF-Präsident Victor Montagliani als möglicher Kandidat. Seit zehn Jahren steht der Kanadier an der Spitze des Kontinentalverbands und peilt eigentlich eine Wiederwahl an. Dies könnte sich aber ändern, wenn der Platz des FIFA-Präsidenten wirklich zur Verfügung stehen sollte.
Der gebürtige Schweizer
Wird der Walliser Infantino ausgerechnet von einem Mann herausgefordert, der in der Schweiz geboren ist? Mattias Grafström ist der Sohn eines Schweden und einer Niederländerin und wurde in Genf geboren.
Sportlich war Grafström zunächst aber als Tischtennisspieler tätig und wurde Schweizer Jugendmeister. Seit 2024 arbeitet der 45-Jährige als FIFA-Generalsekretär und gilt als ein enger Vertrauter von Infantino.
Die mutigste Reformstimme
Norwegens Verbandschefin Lise Klaveness legt sich seit Jahren immer wieder mit der FIFA an und schreckt vor nichts zurück. Die Juristin kritisierte die Investorenpläne ebenfalls und sprach von dramatischen Tagen. «Mein klarer Eindruck ist, dass er sehr viel Vertrauen verloren hat», richtete die Norwegerin klare Worte in Richtung Infantino.
Ob sie Interesse hat, sich für das grösste Amt im Weltfussball zur Wahl zu stellen, ist aktuell noch unklar.
