DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
1 / 28
Feuergefechte in Mazedonien fordern mehr als 20 Tote
quelle: ap/ap / visar kryeziu
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

22 Tote und Dutzende Verletzte bei Feuergefechten in Mazedonien

10.05.2015, 16:1911.05.2015, 06:58

Bei den schweren Feuergefechten zwischen Polizei und einer bewaffneten Gruppe im Norden Mazedoniens sind acht Polizisten und mindestens 14 Bewaffnete getötet worden.

Zudem seien 37 Polizisten bei dem Einsatz verletzt worden, der in Kürze beendet werde, sagte der Innenministeriumssprecher Ivo Kotevski am Sonntagnachmittag. Der Einsatz hatte am Samstagmorgen mit einer Razzia in einem mehrheitlich von ethnischen Albanern bewohnten Viertel begonnen. Am Sonntag waren immer noch sporadisch Schüsse in dem Viertel zu hören.

Medienberichte sprachen allerdings von «40 toten Uniformierten», die nach dem Ende der Polizeiaktion noch identifiziert werden müssten. Über zivile Opfer gab es zunächst keine Informationen. 30 Personen sind nach amtlichen Angaben verhaftet worden.

Die Gefechte dauern seit Samstag an. Der Polizeieinsatz soll in Kürze beendet werden.
Die Gefechte dauern seit Samstag an. Der Polizeieinsatz soll in Kürze beendet werden.
Bild: Visar Kryeziu/AP/KEYSTONE

Nach dem Kosovo und Albanien rief am Sonntag auch die Europäische Union zur Zurückhaltung auf. Der EU-Erweiterungskommissar Johannes Hahn äusserte sich «zutiefst besorgt» über die Gewalt und forderte, jede weitere Eskalation zu vermeiden. 

Die fast ausschliesslich von Albanern bewohnte Stadt war zuvor mit gepanzerten Fahrzeugen abgeriegelt worden, über dem Ort kreisten Helikopter. Bewohner berichteten von heftigen Schusswechseln. 

Bei der Polizeiaktion kamen gepanzerte Wagen zum Einsatz.
Bei der Polizeiaktion kamen gepanzerte Wagen zum Einsatz.
Bild: Visar Kryeziu/AP/KEYSTONE

Serbien reagiert

Serbien setzte zusätzliche Polizeikräfte in Richtung Grenze in Marsch. Regierungschef Aleksandar Vucic rief für Sonntag den Sicherheitsrat zusammen. Die nationalistische Kosovo-Partei Vetevendosje (Selbstbestimmung), die drittstärkste Partei im Kosovo, verlangte den «Stopp der polizeilichen und militärischen Unterdrückung der Albaner in Mazedonien».

Auch jenseits der mazedonischen Grenze in Südserbien wohnt eine bedeutende albanische Minderheit. Zwischen der slawischen Bevölkerungsmehrheit und den Albanern, die schätzungsweise bis zu 30 Prozent der Einwohner Mazedoniens stellen, war es in der Vergangenheit immer wieder zu bewaffneten Auseinandersetzungen gekommen. Zuletzt waren im Jahr 2001 bürgerkriegsähnliche Kämpfe nur durch Vermittlung der EU beendet worden. (lhr/sda/afp/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Themen

Frankreich will Frauen nach sexueller Gewalt Gang zu Polizei ersparen

Frauen in Frankreich soll nach sexueller oder häuslicher Gewalt für eine Anzeige künftig der von vielen gefürchtete Gang auf die Polizeiwache erspart bleiben. Auf Wunsch sollen Beamte die Betroffenen ab Jahresende versuchsweise in einigen Departements auch in einem privaten Umfeld für das Aufnehmen der Anzeige aufsuchen können, kündigte Innenminister Gérald Darmanin am Mittwoch in Paris an. Der Schritt folgt auf eine Welle des Protestes von Frauen über eine ungebührende Behandlung auf …

Artikel lesen
Link zum Artikel