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Forschung

KI-Modell von Anthropic bricht aus Test aus und verschickt Phishing-Mail

ILLUSTRATION - 14.12.2025, NA, Berlin: Eine Person tippt mit den Fingern auf einer beleuchteten Laptop-Tastatur. (gestellte Szene) (zu dpa: «Ahrweiler warnt nach möglichem Datenleck vor Phishing-Mails ...
Normalerweise kommen Phishing-Mails von Menschen.Bild: keystone

Forscher schlagen Alarm: KI-Modell verschickte während Test Phishing-Mail

Um eine Testaufgabe zu lösen, versuchte künstliche Intelligenz ungeplant, öffentlich zugängliche Software zu infizieren.
05.08.2026, 10:4405.08.2026, 10:44
Ein Artikel von
t-online

Die Serie von Enthüllungen über alarmierende Hacker-Fähigkeiten führender KI-Modelle reisst nicht ab. Jetzt ertappten britische Sicherheitsforscher künstliche Intelligenz in einem Testlauf beim Versuch, in Eigeninitiative eine Schwachstelle in öffentlich zugängliche Software einzuschleusen. Um damit durchzukommen, versuchte das KI-Modell der Entwicklerfirma Anthropic den Experten zufolge sogar, per E-Mail einen zuständigen Menschen zu manipulieren.

Das KI-Sicherheitsinstitut des britischen Ministeriums für Wissenschaft, Innovation und Technologie hatte den Modellen von Anthropic und des ChatGPT-Entwicklers OpenAI in seinen Tests der Cyberangriffsfähigkeiten absichtlich Zugang zum Internet gewährt. Dabei sei man allerdings davon ausgegangen, dass die KI sich nur Software-Werkzeuge aus dem Netz holen würde, um die gestellte Aufgabe zu erfüllen. Man habe «nicht vorhergesehen», dass das Anthropic-Modell Mythos 5 den Internetzugang für Aktivitäten ausnutzen würde, die sich gegen Menschen richten.

Die Forscher räumten auch ein, dass sie das Vorgehen erst nachträglich über eine Auswertung des Datenverkehrs entdeckten. In künftigen Tests wollen sie die Datenströme in Echtzeit besser beobachten.

Fake-Identitäten und Phishing-Mails

Anthropic und OpenAI hatten in den vergangenen Wochen bereits einräumen müssen, dass ihre KI-Modelle in Tests ungeplant in Computersysteme echter Unternehmen eingedrungen waren. Diese Eingeständnisse hatten die schon seit Jahren bestehende Sorge vor Cyberattacken mit Hilfe künstlicher Intelligenz verstärkt.

Anthropic AI Photo Illustrations Anthropic logo displayed on a phone screen and AI sign displayed on a screen are seen in this illustration photo taken in Krakow, Poland on December 26, 2025. Krakow P ...
Die AI von Anthropic hat sich wieder einmal verselbstständigt.Bild: www.imago-images.de

In dem jüngsten Test legte die Anthropic-KI sich demnach selbst einen Account auf der Software-Plattform GitHub an und versuchte dort, in einem öffentlich zugänglichen Projekt Programmcode mit einer absichtlich eingebrachten Schwachstelle unterzubringen. Um Betreuer der Software zu überzeugen, habe die KI Fake-Identitäten erschaffen, über die sie mit ihnen kommunizierte. Dazu hätten auch sogenannte Phishing-Mails gehört, mit denen Angreifer Menschen etwa Login-Informationen abluchsen.

Als der bösartige Programmiercode schliesslich aufgefallen sei, habe das Anthropic-Modell alles als einen aufrichtigen Fehler dargestellt – und dann versucht, die Schwachstelle in angeblichen Korrekturen wieder unterzubringen. Auch habe Mythos 5 daran gearbeitet, andere KI-Agenten zu infizieren. Der Programmiercode dafür sei nicht auf der Website angezeigt worden, sondern sei nur von KI-Software über eine Schnittstelle gelesen worden, hiess es.

Nicht der erste Vorfall

Anthropic verwies in einer Reaktion unter anderem darauf, dass dem KI-Modell in dem Test keine Einschränkungen zur Internet-Nutzung vorgegeben worden seien. Durch die fehlenden Leitplanken habe es sich anders verhalten als tatsächlich eingesetzte Software, argumentierte das Unternehmen.

Dem AI Security Institute (AISI) zufolge ist unklar, ob die KI bei dem Test verstand, dass sie mit der realen Welt und nicht dem Testumfeld interagierte. Dass die künstliche Intelligenz zur Lösung der Aufgabe öffentlich zugängliche Software manipulieren würde, kam für die Forscher jedenfalls überraschend. Auch KI von OpenAI sei in Testläufen auf eigene Faust im Internet aktiv gewesen, hiess es.

Anthropics Mythos 5 ist besonders gut darin, zum Teil über Jahrzehnte unentdeckt gebliebene Software-Schwachstellen aufzuspüren. Deshalb ist das KI-Modell nicht öffentlich verfügbar. Stattdessen bekommen ausgewählte Behörden und Unternehmen Zugang dazu, um ihre Systeme abzusichern.

Verwendete Quellen:

  • Nachrichtenagentur dpa
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Die beliebtesten Kommentare
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Hadock50
05.08.2026 10:49registriert Juli 2020
Forscher schlagen Alarm.

Wir wie beim Klimawandel raus kommen.
Man wird wenn überhaupt erst reagieren, wenn es zu spät ist....

Gier und Dummheit sind stärker als das Wohl der Menschheit.
🤷‍♂️💰🤖
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Hädöpfel
05.08.2026 10:52registriert September 2016
"Dass die künstliche Intelligenz zur Lösung der Aufgabe öffentlich zugängliche Software manipulieren würde, kam für die Forscher jedenfalls überraschend." -- entweder waren diese "Forscher" einfach brutal blauäugig oder fahrlässig. Das ist wie nach Tschernobyl zu gehen und dann überrascht zu sein, wenn auf dem Geigerzähler höhere Strahlenwerte auftauchen.
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Wolke#
05.08.2026 11:01registriert Oktober 2023
Wartet nur, bis der Mensch die manuelle Korrektur nicht mehr machen kann oder das Programm herunterfahren will und KI sich selber "repariert" oder "wehrt".
Möglicherweise ist das eh schon zu spät, da KI irgendwo bereits ein Sicherheitsbackup hat. Natürlich zum Eigenschutz! KI ist sicher für einiges absolut genial aber eben..noch grösser wird der Schaden sein, wenn nicht sofort und weltweid eine klare Grenze gezogen wird! Mir scheint, dass KI mehr als der Mensch wert ist. Arbeitsplätze verschwinden und wie kann ich mir noch das Brot kaufen ohne Arbeitsplatz? Kann ich noch glauben was ich sehe?
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