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WHO warnt vor Chikungunya-Epidemie – die wichtigsten Fragen zum Virus

Erste Chikungunya-Übertragung in der Schweiz – die wichtigsten Fragen zum Virus

04.11.2026, 14:2604.11.2026, 14:26

Bereits im Juli warnte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) vor einer weltweiten Ausbreitung der übertragbaren Viruserkrankung Chikungunya. Nun wurde das Virus erstmals auch in der Schweiz lokal übertragen. Verantwortlich für die Übertragung soll die Tigermücke sein. Die betroffenen Personen hatten kürzlich keine Reisen in Gebiete unternommen, in denen das Virus zirkuliert.

Länder am Indischen Ozean und in Afrika, darunter Indien und Mauritius, leiden unter grösseren Ausbrüchen. Schätzungsweise ein Drittel der Bevölkerung von La Réunion war bereits infiziert. Viele Reisende kehren mit einer Infektion zurück, vor allem nach Frankreich. Doch es kommt in Europa auch zu lokalen Übertragungen. Wie sieht die Lage in der Schweiz aus?

Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Chikungunya-Virus:

Was ist das Chikungunya-Virus?

Das Chikungunya-Virus ist ein RNA-Virus, das durch Mückenstiche auf den Menschen übertragen wird. Die Infektionskrankheit löst Fieber, Schüttelfrost und starke Gelenkschmerzen aus, die lange anhalten können.

Chikungunya bedeutet auf Suaheli «der gekrümmt Gehende». Denn die starken Gelenkschmerzen zwingen Infizierte oft vor Schmerz in eine gebückte Haltung.

Tigermücke (Aedes albopictus)
Das Chikungunya-Virus wird vor allem durch die Tigermücke übertragen.Bild: Shutterstock

Wie wird Chikungunya übertragen?

Das Chikungunya-Virus wird durch infizierte Mücken, vor allem durch Stegomyia aegypti (Gelbfiebermücke) und Stegomyia albopictus (Tigermücke), auf den Menschen übertragen. Die einheimischen Mückenarten können das Chikungunya-Virus nicht übertragen.

Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich. Die Erkrankung tritt meist sieben bis neun Tage nach einem Mückenstich auf.

Wo kommt Chikungunya vor?

Die Virus-Erkrankung ist vor allem in tropischen und subtropischen Regionen Afrikas, Indiens, Südostasiens und Lateinamerikas verbreitet. Doch Chikungunya ist auch in Europa auf dem Vormarsch.

In vielen europäischen Regionen, auch an vielen Orten in der Schweiz, hat sich während der letzten Jahre die asiatische Tigermücke angesiedelt, die diese Krankheit übertragen kann. In der Schweiz wurde die Asiatische Tigermücke erstmals 2003 im Kanton Tessin nachgewiesen. Nach weiteren Einzelfunden wurde schliesslich 2007 im Raum Chiasso erstmals eine stabile, sich lokal vermehrende Population entdeckt.

In den darauffolgenden Jahren hat sich die Tigermücke weiter ausgebreitet und grossflächig etabliert. Auch nördlich der Alpen werden immer wieder einzelne Exemplare durch Fahrzeuge entlang der Hauptverkehrsachsen, insbesondere der Autobahn A2, aus dem Süden eingeschleppt und kleinere Tigermückenpopulationen wurden wiederholt in den Städten Basel und Zürich nachgewiesen.

Der Überträger des Virus ist also bereits hier. Wenn eine dieser Mücken eine infizierte Person sticht, kann sie das Virus aufnehmen und anschliessend auf weitere Menschen übertragen. So kann es zu lokalen Ausbrüchen kommen.

In der Schweiz sind die am Mittwoch bekanntgewordenen vier Fälle im Tessin die ersten bisher bekannten lokalen Übertragungen. Insgesamt verzeichnete das BAG von Januar bis August 2026 55 Chikungunya-Fälle. Die betroffenen Personen hatten sich aber während Reisen in anderen Ländern angesteckt.

Ist das Chikungunya-Virus gefährlich?

Die Tessiner Behörden stufen die Situation trotz der erstmals lokal festgestellten Übertragungen derzeit als risikoarm ein.

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) schreibt auf seiner Webseite, dass lokale Übertragungen des Chikungunya-Virus möglich sind, wenn eine infizierte Person nach einer Reise in ein betroffenes Gebiet im Ausland zurückkehrt. Dies jedoch nur, wenn sie während der infektiösen Phase in der Schweiz von einer Tigermücke gestochen wird. Über die Tigermücke kann das Virus anschliessend auf weitere Menschen übertragen werden.

Die meisten Verläufe verlaufen mild. Doch für ältere und vorerkrankte Menschen kann eine Infektion gefährlich sein. Bisher gibt es kein Medikament gegen die Infektion, die Therapie erfolgt symptomatisch.

Wie kann ich mich schützen?

Seit April 2026 ist in der Schweiz mit Vimkunya ein Impfstoff gegen Chikungunya für Personen ab 12 Jahren zugelassen. Gemäss dem Schweizerischen Expertenkomitee für Reisemedizin vom Juni 2026 wird die Impfung aber nicht innerhalb der Schweiz, sondern bei Reisen in aktuelle Chikungunya-Ausbruchsgebiete empfohlen; bei längeren oder wiederholten Aufenthalten in Gebieten mit erhöhtem Risiko kann sie nach individueller Risikoabwägung erwogen werden.

Das BAG empfiehlt ausserdem bei Auslandsreisen in betroffene Länder, langärmelige und weite Kleidung zu tragen, abends und nachts einen Mückenschutz aufzutragen sowie unter einem Moskitonetz zu schlafen.

(cst/nil mit Material von Keystone-SDA)

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