International
USA

Soldaten als «Verlierer»? – Trump fordert Entlassung von Journalistin

Soldaten sind «Verlierer»? – Trump fordert Entlassung von Fox-Journalistin

06.09.2020, 06:4106.09.2020, 13:49
FILE - In this Saturday, Aug. 8, 2020, file photo, President Donald Trump prepares to sign four executive orders during a news conference at the Trump National Golf Club in Bedminster, N.J. As employe ...
Bild: keystone

Im Streit um einen Bericht des «Atlantic», wonach Donald Trump gefallene US-Soldaten als «Verlierer» und «Trottel» bezeichnet haben soll, hat der US-Präsident nun die Entlassung einer Fox-News-Journalistin gefordert. Trump zog am Samstag bei Twitter Jennifer Griffins Berichterstattung in der Sache in Zweifel und kritisierte, dass sie das Weisse Haus in Bezug auf die angeblichen Aussagen nie um Bestätigung gebeten habe.

In dem umstrittenen Bericht der Zeitschrift «The Atlantic» vom vergangenen Donnerstag hiess es unter Berufung auf nicht näher genannte Quellen, Trump habe anlässlich eines geplanten Besuchs eines amerikanischen Soldatenfriedhofs in Frankreich 2018 gesagt: «Warum sollte ich auf diesen Friedhof gehen? Er ist voller Verlierer.» Später habe er die mehr als 1800 US-Marinesoldaten, die ihr Leben in der Schlacht im Wald von Bellau im Ersten Weltkrieg verloren hatten, als «Trottel» bezeichnet. Trump hatte den «Atlantic»-Bericht am Freitag im Weissen Haus als «Fake-Story» zur Beeinflussung der Präsidentenwahl im November bezeichnet.

Die Fox-Journalistin Griffin hatte indes ebenfalls am Freitag in Bezug auf den «Atlantic»-Artikel bei Twitter geschrieben, zwei ehemalige Trump-Mitarbeiter hätten ihr bestätigt, dass der Präsident Veteranen verunglimpft habe. Griffin zitierte unter anderem einen Regierungsmitarbeiter, der ihr gesagt habe, Trump habe Veteranen in der Vergangenheit als «Trottel» bezeichnet. Das Wort sei allerdings in Verbindung mit dem Vietnamkrieg gefallen. Trump habe dazu gesagt: «Es war ein dummer Krieg. Alle, die teilgenommen haben, waren Trottel.»

Trump monierte bei Twitter, dass Griffin damit den «anzüglichsten Teil» des «Atlantic»-Beitrags nicht habe beweisen können und verwies auf einen entsprechenden Bericht der Internetplattform «Breitbart». Zum Schluss sagte er: «Fox News is gone.» Das Ende einer Liebesgeschichte?

First Lady Melania Trump verteidigte ihren Mann ebenfalls in dem sozialen Netzwerk. Die Geschichte des «Atlantic» sei nicht wahr, schrieb sie am Samstag. Es sei eine gefährliche Zeit, wenn anonymen Quellen geglaubt werde, ohne dass man deren Motivation kenne. «Das ist kein Journalismus – das ist Aktivismus», schrieb Melania Trump weiter. So werde dem Land nur Schaden zugefügt. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Die wichtigsten Termine bis zu den US-Wahlen
1 / 10
Die wichtigsten Termine bis zu den US-Wahlen
Donnerstag 20. August (Daten beziehen sich auf US-Zeit, teilweise werden die Events erst am nächsten Tag europäischer Zeit statfinden):Joe Biden wird an der Democratic National Convention in Milwaukee eine Rede halten. Biden wird an der Convention offiziell als demokratischer Kandidat gegen Donald Trump nominiert werden.
quelle: keystone / usa biden harris handout
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Kurz erklärt: So funktionieren die US-Wahlen
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Junge bei Luftangriff auf Kiew getötet
In Kiew hat eine russische Kampfdrohne nach ukrainischen Polizeiangaben am Morgen ein Hochhaus getroffen und einen 14-jährigen Jungen getötet.
Mindestens sieben weitere Bewohner des Wohnblocks seien verletzt worden, teilte die Polizei der ukrainischen Hauptstadt auf Telegram mit. Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte die Angaben.
Zur Story