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Bayern München

Joshua Kimmich hatte Bedenken wegen der Impfung – und hat jetzt Corona

epa09286565 Joshua Kimmich of Germany reacts after the UEFA EURO 2020 group F preliminary round soccer match between Portugal and Germany in Munich, Germany, 19 June 2021. EPA/Matthias Schrader / POOL ...
Deutschlands Nationalspieler Joshua Kimmich an der Fussball-EM im Sommer.Bild: keystone

Fussballstar Kimmich hatte Bedenken wegen der Impfung – und hat jetzt Corona

24.11.2021, 18:0824.11.2021, 21:21

Bayern Münchens Joshua Kimmich ist positiv auf Covid-19 getestet worden. Der Klub bestätigte einen entsprechenden Bericht der «Bild». Dem Spieler gehe es gut, heisst es in der Mitteilung des deutschen Rekordmeisters. Laut der Zeitung hatte sich Kimmich kurz vor der Erkrankung «ernsthaft überlegt», sich nun doch impfen zu lassen.

Kimmich ist einer der prominentesten Sportler, die sich offen gegen eine Impfung entschieden haben. Er habe Bedenken wegen «fehlender Langzeitstudien» über die Impfstoffe, hatte der 26-Jährige erklärt, als dies vor einigen Wochen bekannt wurde. Seither beschäftigt der Fall über Deutschland hinaus.

Derzeit befindet sich der Fussballer ohnehin in häuslicher Quarantäne, weil er als Ungeimpfter Kontakt mit einer positiv getesteten Person hatte. Erst nach 14 Tagen in Isolation kann er diese verlassen, sofern er dann einen negativen PCR-Test abliefert.

Neben Kimmich wurde mit Eric-Maxim Choupo-Moting ein zweiter Bayern-Spieler positiv getestet. Derweil haben sich ihre ebenfalls impfkritischen Mitspieler Serge Gnabry und Jamal Musiala gemäss dem «Kicker» mittlerweile geimpft.

Flick: «Die Dinge nehmen ihn mit»

Vor Bekanntwerden von Kimmichs Erkrankung äusserte sich Deutschlands Bundestrainer Hansi Flick zum Impfstatus des Spielers. «Ich denke, dass es bei Jo in die Richtung geht, dass er sich impfen lässt», sagte Flick am Mittwoch zu Journalisten. «Es ist in Zukunft auch nicht mehr anders möglich, denke ich.»

Es sei falsch, Kimmich wegen seiner Haltung an den Pranger zu stellen, sagte Flick weiter. Er habe sich mit dem Spieler unterhalten und dabei festgestellt, dass diesen das Thema sehr beschäftige. «Die Dinge nehmen ihn mit.» Von ihm erhalte Kimmich jedenfalls Unterstützung, sagte Flick, und betonte: «Ich glaube nicht, dass Kimmich dafür verantwortlich ist, dass wir aktuell so hohe Infektionszahlen haben.» Der Fall lenke von vielen Dingen ab, die in Deutschland hätten besser laufen können oder müssen.

epa09186213 Hans-Dieter Flick, Head Coach of FC Bayern Muenchen celebrates victory with Joshua Kimmich after the Bundesliga match between FC Bayern Muenchen and Borussia Moenchengladbach at Allianz Ar ...
Kimmich und Flick arbeiteten schon bei Bayern München zusammen.Bild: keystone

Spielverbot für Ungeimpfte?

Selbst Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte sich zum prominenten Impfverweigerer geäussert. Vielleicht mache sich Kimmich weiter Gedanken, sagte sie. «Er ist ja als sehr reflektierter Fussballer bekannt.»

Erst gestern Abend brachte Merkels CDU-Parteikollege Friedrich Merz ein vorübergehendes Berufsverbot für Kimmich und Co. ins Spiel. «Man kann ihm sagen: Es gibt zwei Möglichkeiten. Entweder lässt du dich impfen, dann spielst du. Oder du lässt dich nicht impfen, dann spielst du nicht. Konsequent.» Deutschland müsse konsequent sein, das gelte für alle, auch für Profisportler oder Politiker. Wer nicht geimpft sei, werde akzeptiert, aber der müsse dann auch akzeptieren, nicht mehr am öffentlichen Leben teilnehmen zu können. (ram)

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