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Russland

Ukraine soll schwere Angriffe gegen Russland gestartet haben

Video: watson/lucas zollinger

Kurz vor Parade in Moskau: Ukraine soll schwere Angriffe gegen Russland gestartet haben

08.05.2026, 07:1708.05.2026, 10:54

In der Nacht der von Moskau einseitig ausgerufenen Waffenruhe hat die Ukraine schwere Drohnen- und Raketenangriffe auf russisches Gebiet gestartet. Es gebe Zerstörungen durch Drohnentrümmer in mehreren Städten der Region Rostow, teilte der Gouverneur des südrussischen Gebiets, Juri Sljussar, bei Telegram mit. Seinen Angaben nach wurden in den Städten Rostow am Don, Taganrog und Bataisk sowie in einem Landkreis Einschläge registriert. Tote und Verletzte gebe es nicht, betonte er. In der Region gab es auch Raketenalarm.

Nach Angaben Sljussars wurden in Rostow mehrere private Wohnhäuser und ein Lkw beschädigt. In einem Verwaltungsgebäude sei ein Brand ausgebrochen. Ukrainische Telegram-Kanäle veröffentlichten derweil zahlreiche Videos aus der Stadt, die schwere Brände zeigen, die demnach bis in den Morgen anhielten. Bei einem der getroffenen Objekte soll es sich um einen Rüstungskonzern handeln. Unabhängig konnten diese Berichte zunächst nicht bestätigt werden.

Video: watson/lucas zollinger

Raffinerie im Visier

Aus der knapp 300 Kilometer nordöstlich von Moskau gelegenen Stadt Jaroslawl wurden ebenfalls Einschläge gemeldet. Nach Angaben des Internetportals «Astra» war einmal mehr die dortige Raffinerie im Fokus der Attacken. Auf im Internet verbreiteten Videos und Bildern sind schwere Brände zu sehen. Gouverneur Michail Jewrajew bestätigte zwar den Beschuss, machte aber keine Angaben zu Schäden.

In zahlreichen russischen Regionen herrschte in der Nacht Luftalarm. Angegriffen wurde dabei laut offiziellen Angaben auch Moskau. Bürgermeister Sergej Sobjanin meldete den Abschuss von 25 Drohnen, die Richtung Hauptstadt geflogen seien. Über Folgen der Attacke wurde zunächst nichts bekannt.

Russland Ukraine
Die Ukraine soll Russland angegriffen haben.screenshot: x

In der Nacht zum Freitag hatte eine einseitig von Moskau ausgerufene Waffenruhe begonnen, die zu den Feierlichkeiten rund um den Tag des Sieges am 9. Mai halten und speziell die Militärparade in Moskau schützen soll. Eine zuvor von Kiew verkündete und bereits ab dem 6. Mai geltende Waffenruhe hatte Russland ignoriert. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kündigte daraufhin «spiegelbildliche» Aktionen an.

Angriffe tief im Hinterland

Unbestätigten Berichten und Videos von Telegram zufolge soll es ausserdem zu mehreren Angriffen weit hinter der Front gekommen sein. So soll auch in der rund 1500 Kilometer von der Ukraine entfernten Stadt Perm eine weitere Raffinerie getroffen worden sein.

Ausserdem ist in Videos, die ebenfalls auf Telegram gepostet wurden, zu sehen, wie es nach weiteren Einschlägen auch in der tschetschenischen Hauptstadt Grosny brennen soll.

(dab/lzo/sda/dpa)

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58 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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BenFränkly
08.05.2026 09:11registriert Juni 2017
Bei all dem Elend, welches Russland über die Ukraine gebracht hat, bleiben die Ukrainer immer noch dabei, nur militärische Ziele anzugreifen. Davor ziehe ich den Hut.
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Lisbon
08.05.2026 09:03registriert Januar 2019
Jawohl, macht dass es keine Parade geben kann, da Luftalarm herrscht! Es braucht, dass den gemeinen Russen klar wird, dass Krieg herrscht und kein Feiertag.
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Helvetiavia Philipp
08.05.2026 10:35registriert Februar 2018
Wäre ja schon ziemlich geil, wenn die Parade morgen wieder einmal "wegen schlechten Wetters" - konkret: Niederschlag - abgesagt werden müsste.
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