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Ukraine-Krieg: Studie weckt Zweifel an Zielgenauigkeit des «Flamingo»

Studie zu Marschflugkörper «Flamingo»: Kiews Wunderwaffe hat entscheidenden Nachteil

Seit knapp einem Jahr ist der ukrainische Marschflugkörper «Flamingo» im Einsatz. Nun gibt es neue Zweifel an der Wirksamkeit des Raketensystems.
05.05.2026, 22:0705.05.2026, 22:07
Peter Riesbeck / t-online
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Offiziell gilt der Marschflugkörper als grosser Erfolg. Erst am Dienstag berichtete der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj vom Angriff auf mehrere Ziele in Russland. Darunter sei auch eine Attacke auf eine Rüstungsfabrik in der rund 1500 Kilometer entfernten Stadt Tscheboksary, die mit dem ukrainischen Marschflugkörper «Flamingo» getroffen worden sei, teilt Selenskyj auf der Plattform X mit. Die Fabrik soll Navigationsgeräte für die russische Marine herstellen.

Die «Flamingo»-Rakete wurde im vergangenen Jahr vorgestellt. Passend zum gleichnamigen Vogel ist ihr Mantel pinkfarben gestaltet. Vielen im In- und Ausland gilt sie als ukrainisches Erfolgsgeheimnis, doch die Wirksamkeit des «Flamingo» wurde immer wieder infrage gestellt.

Die unabhängige Recherche-Plattform «Oboronka» hat nun öffentliche Daten ausgewertet, die an der Zuverlässigkeit des Marschflugkörpers zweifeln lassen. Insgesamt wertete die Recherche-Plattform 23 «Flamingo»-Angriffe aus. Dabei wurden ukrainische Armeeangaben miteinbezogen, mehr aber noch öffentlich zugängliche Satellitenbilder.

Das Ergebnis der Auswertung überrascht: Demnach erreichten von 23 Raketen nur sechs das nähere Zielgebiet, lediglich zwei erzielten Wirkungstreffer. Ein Angriff lässt sich nicht eindeutig zuordnen. Doch räumen die Autoren der Studie ein: «Es ist schwierig, aus diesen Daten Rückschlüsse über die Effektivität des gesamten Waffensystems zu ziehen.» Zudem gibt der Raketenexperte Fabian Hoffmann im Fachportal «hartpunkt.de» zu bedenken: «Selbst begrenzte Schäden könnten mehrere Montagelinien gleichzeitig verlangsamen, wenn dort produzierte Komponenten über längere Zeit nicht verfügbar sind.»

Former U.S. Secretary of State Mike Pompeo, second right, Fire Point Director Yehor Skalyha, left, Co-founder and Chief Designer Denys Shtilerman, second left, and Chief Technology Officer Iryna Terek ...
Ehemaliger US-Aussenminister Mike Pompeo (2. v. r.), Yehor Skalyha (l.), Denys Shtilerman (2. v. l.) und Iryna Terekh (r.) bei einer Pressekonferenz neben einer Flamingo-Rakete in Kiew.Bild: keystone

Hersteller-Startup erst 2022 gegründet

Der Marschflugkörper «Flamingo» wird von der Firma Fire Point hergestellt. Das nach dem russischen Einmarsch 2022 gegründete Unternehmen ist der grösste ukrainische Hersteller von Langstreckendrohnen. Derzeit befindet sich Fire Point nach eigenen Angaben in der Endphase der Entwicklung von zwei ballistischen Überschallraketen.

Die kleinere FP-7 mit einer Reichweite von etwa 300 Kilometern solle in naher Zukunft eingesetzt werden. Die grössere FP-9 stehe kurz vor der Erprobung. Sie könne einen 800 Kilogramm schweren Sprengkopf bis zu 850 Kilometer weit tragen, womit auch Russlands Hauptstadt Moskau in Reichweite des ukrainischen Arsenals läge.

Angriffe auf Putins Magistrale würden ein Umdenken in der russischen Führung auslösen, zeigte sich Mitgründer und Chefentwickler Denys Schtiljerman überzeugt. Derzeit produziere Fire Point täglich Hunderte Drohnen für umgerechnet jeweils etwa 45'000 Franken sowie drei Marschflugkörper vom Typ Flamingo für jeweils rund 550'000 Franken. Schtiljerman postet in den sozialen Medien regelmässig Belege für den Erfolg der von Fire Point hergestellten Waffen.

Der Treibstoff für Flamingo wird unter anderem in Dänemark unweit der Grenzstadt Flensburg hergestellt. Beobachter vermuten, die Produktionsstätte sei Hintergrund für einen vermehrten Drohnenüberflug in Dänemark im vergangenen Spätsommer. Als Drahtzieher wird Russland vermutet. (fwa)

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Die beliebtesten Kommentare
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BenFränkly
05.05.2026 22:21registriert Juni 2017
Zur Effektivität kann man so rein gar nichts sagen.
Dazu müsste man den Flamingo mit vergleichbaren Systemen gegenüberstellen. Und dann müssten nicht nur die Trefferquote und genauigkeit betrachtet werden sondern auch die Kosten sowie Anzahl verfügbarer Systeme. Sonst kann man sich die Beurteilung auch gleich sparen und irgendwas dazu erzählen. Ist dann pure Ansichtssache zu beurteilen ob die nun obereffizient oder mies ist.
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