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Coup in Montreal: Aussenseiter McNulty wird Rad-Weltmeister

epa13052057 Brandon McNulty from USA of UAE Team Emirates-XRG in action during the fourth stage of the Tour de Suisse cycling race, an individual time trial over 23,8km with start and finish in Aarbur ...
Coup in Montreal: Aussenseiter McNulty wird Rad-WeltmeisterBild: keystone

Sensation in Montreal: McNulty düpiert die Favoriten und wird Weltmeister

Brandon McNulty sorgt zum Abschluss der Rad-WM in Montreal für eine faustdicke Überraschung. Der Amerikaner krönt sich nach einem Solo über 32 km zum Weltmeister im Strassenrennen.
27.09.2026, 21:4827.09.2026, 23:34

In Abwesenheit von Tadej Pogacar, dem Weltmeister der letzten beiden Jahre, standen die Chancen auf einen Aussenseitersieg so gut wie lange nicht. McNulty nutzte die Chance und sorgte für einen regelrechten Coup. Der 28-jährige Amerikaner setzte 32 km vor dem Ziel aus der Spitzengruppe zur entscheidenden Attacke an, liess sämtliche Favoriten hinter sich und krönte sein Solo mit dem WM-Titel.

Nach einem von zahlreichen Wendungen geprägten Rennen rettete der UAE-Profi auf dem anspruchsvollen Stadtkurs 13 Sekunden Vorsprung ins Ziel. Dabei geriet sein Sieg in der Schlussrunde nochmals ins Wanken. Am letzten längeren Anstieg schmolz sein zuvor rund einminütiger Vorsprung zeitweise auf lediglich zehn Sekunden. Weil sich die Verfolger danach uneinig waren, konnte McNulty wieder etwas Luft zwischen sich und die Konkurrenz bringen. Hinter ihm sicherten sich der Australier Michael Matthews und der niederländische Mitfavorit Mathieu van der Poel im mit 273 km zweitlängsten Rennen der WM-Geschichte die weiteren Medaillen.

Erster US-Weltmeister seit Armstrong

McNulty ist erst der dritte Amerikaner im Regenbogentrikot nach Greg LeMond 1983 und 1989 sowie Lance Armstrong 1993. Für McNulty ist es der mit Abstand grösste Erfolg seiner Karriere. Bislang war er vor allem als starker Zeitfahrer bekannt. Zum Auftakt der Titelkämpfe in Kanada hatte er im Kampf gegen die Uhr eine Medaille noch um zwölf Sekunden verpasst.

Im Vorjahr gewann der Teamkollege des verletzten Tadej Pogacar bei UAE Emirates gleichenorts den zur World Tour zählenden Grand Prix von Montreal. Bei seinem Gold-Coup am Sonntag profitierte McNulty auch von der starken Unterstützung seiner Landsleute Matteo Jorgenson (8.) und Quinn Simmons (4.), die in der Verfolgergruppe mehrere Angriffe neutralisierten.

Schmids später Effort unbelohnt

Zu den Verfolgern gehörten zu Beginn der Schlussrunde auf dem 13,4 km langen Circuit mit Mauro Schmid und Stefan Küng auch zwei Schweizer. Schmid setzte 5,5 km vor dem Ziel aus der elfköpfigen Verfolgergruppe zur Attacke an und konnte auf der Jagd nach McNulty kurzzeitig vom Gewinn der Silbermedaille träumen.

Gemeinsam mit Tom Pidcock und Jorgenson wurde er jedoch an der Einkilometermarke wieder gestellt. Letztlich belegte der Zürcher mit 22 Sekunden Rückstand auf den Sieger den 11. Rang und klassierte sich damit unmittelbar vor Topfavorit Remco Evenepoel. Küng, der ebenfalls ein starkes Rennen fuhr, wurde mit 2:19 Minuten Rückstand 14. Direkt dahinter folgte der französische Mitfavorit Paul Seixas, der wie der Mexikaner Isaac del Toro (5.) zu den Geschlagenen gehörte.

Von den meistgenannten Favoriten stand am Ende einzig Mathieu van der Poel auf dem Podest. Doch der Weltmeister von 2023, der lange in einer Spitzengruppe unterwegs war, wirkte mit der Bronzemedaille um den Hals nicht glücklich. Ganz anders Michael Matthews, der sich im Sprint um Platz 2 gegen Van der Poel durchsetzte. Für den 36-jährigen Australier war es bereits die zweite WM-Silbermedaille nach 2015. 2017 und 2022 wurde er jeweils WM-Dritter. (car/sda)

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