International
Gesundheit

Gut eine halbe Million Kinder in Europa haben keinen Impfschutz

Gut eine halbe Million Kinder in Europa haben keinen Impfschutz

15.07.2026, 06:4815.07.2026, 06:48

In der WHO-Europaregion ist die Zahl der völlig ungeimpften Kinder im vergangenen Jahr gesunken. Allerdings sei die Zahl jener, die keinen oder keinen vollen Impfschutz gegen Infektionskrankheiten haben, noch gross, berichten die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das UN-Kinderhilfswerk Unicef.

Eine Pflegefachfrau spritzt einem Kind eine Covid-19 Impfung, im Referenz-Impfzentrum des Kantons Zuerich beim Zentrum f
In Europa haben noch immer viele Kinder keinen oder keinen vollen Impfschutz.Bild: keystone

Die WHO-Europaregion geht weit über die EU hinaus. Dazu gehören 53 Länder, darunter auch etwa die Türkei, Turkmenistan und Israel. Gut die Hälfte der gar nicht geimpften Kinder lebt in vier Ländern: Kasachstan, Türkei, Grossbritannien und Aserbaidschan.

Die Zahlen im Einzelnen: Insgesamt waren im vergangenen Jahr in den 53 Ländern zusammen 43'000 Kinder weniger gar nicht geimpft als 2024. Insgesamt fehlte noch 566'000 Kindern jeglicher Impfschutz, und 258'000 Kinder waren nur unzureichend geschützt.

Zu den ersten Impfungen, die Babys erhalten, gehören die gegen Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten (Pertussis). In der gesamten Europa-Region lag die Rate bei 94 Prozent, wie im Jahr davor. 2019 waren es noch 96 Prozent. Rund 92 Prozent der Kinder bekamen – ebenso wie im Jahr davor – die erste Dosis der Masern-Impfung. 2019 waren es noch 94 Prozent gewesen.

Sorge trotz Fortschritten

Die Uno-Organisationen sind besorgt über Rückgänge bei Impfraten in manchen Ländern. Das liege unter anderem daran, dass Impfprogramme in zahlreichen Konfliktgebieten eingeschränkt seien, aber auch an fehlenden Mitteln nach der Kürzung von Entwicklungshilfe durch viele reichere Länder.

Die WHO nennt aber auch Falschinformationen über Risiken beim Impfen als Problem. «Impfstoffe haben in den letzten fünf Jahrzehnten mehr als 150 Millionen Menschenleben gerettet», sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus bereits im vergangenen Jahr. (dab/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
29 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Squawk 7700
15.07.2026 07:55registriert Mai 2025
Naja, man muss auch nur die Kinder impfen, die man behalten will...
767
Melden
Zum Kommentar
avatar
goodbunny
15.07.2026 09:19registriert Februar 2026
Nachvollziehbar (trotzdem traurig), dass der Zugang zu Impfungen in Konfliktregionen schwieriger ist. Nicht nachvollziehbar, wie Eltern auf Falschinformationen hereinfallen oder sie sogar bewusst streuen. Ein eindrucksvoller Beweis von Darwins Erkenntnis.
395
Melden
Zum Kommentar
avatar
Voraus denken!
15.07.2026 09:19registriert März 2022
Die absolute Anzahl an Schwurblern (als summierte Gruppe der vielfältig querverdrehten) nimmt ja auch stetig zu. Traurig wie wir uns zurückentwickeln.
222
Melden
Zum Kommentar
29
Feiertag beleidigt: Schweizer Touristen drohen auf Bali 15 Monate Haft
Ende März wurde ein Schweizer auf Bali festgenommen. Dieser hatte beim traditionellen Nyepi-Fest, dem «Tag der Stille» auf Bali, das Haus verlassen – dies verstösst gegen die Traditionen der Insel. Weiter beleidigte er die Feierlichkeiten mehrfach. «Scheiss auf Nyepi und scheiss auch auf eure Regeln», schrieb er auf Instagram. Zudem soll er ein Video gepostet haben, in dem er «Fuck Nyepi» gerufen haben soll.
Zur Story