Saudi-Arabien
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This image provided on Sunday, Sept. 15, 2019, by the U.S. government and DigitalGlobe and annotated by the source, shows damage to the infrastructure at Saudi Aramco's Abaqaiq oil processing facility in Buqyaq, Saudi Arabia. The drone attack Saturday on Saudi Arabia's Abqaiq plant and its Khurais oil field led to the interruption of an estimated 5.7 million barrels of the kingdom's crude oil production per day, equivalent to more than 5% of the world's daily supply. (U.S. government/Digital Globe via AP)

Diese Luftaufnahme zeigt einige der Schäden an der Erdölraffinerie. Bild: AP

Trump droht, Iran spricht von «Lügen»: 8 Antworten zu den Drohnenattacken in Saudi-Arabien



Was ist passiert?

Am frühen Samstagmorgen fanden Drohnenangriffe auf die grösste Erdölraffinerie Saudi-Arabiens statt. Nach offiziellen Angaben erschütterten am frühen Samstagmorgen zwischen drei und vier Uhr morgens mehrere Explosionen Anlagen des staatlichen Ölkonzerns Saudi Aramco in Churais und Abkaik. Auf Videos in sozialen Netzwerken waren grosse Feuer über den Komplexen zu sehen, die den Nachthimmel erleuchten.

Satellitenbilder von Nasa und Esa zeigten im Laufe des Samstags mehrere riesige schwarze Rauchfahnen, die sich bis zu 150 Kilometer weit über Saudi-Arabien erstreckten.

Die Brände seien unter Kontrolle, teilte Saudi-Arabiens Energieminister Prinz Abdulasis bin Salman bin Abdulasis kurz darauf mit. Durch die Angriffe sei die Produktion in Abkaik und Churais aber zeitweise ausgesetzt. Auch die Produktion von Flüssiggas sei betroffen.

Wer bekannte sich zu den Angriffen?

Zu dem Angriff bekannten sich die Huthi-Rebellen im benachbarten Jemen. Ein Militärsprecher der Huthis bezeichnete den Angriff mit zehn Drohnen am Samstag als «legitime Antwort» auf die anhaltende Militärkampagne Saudi-Arabiens im Jemen.

«Wir versprechen dem saudischen Regime, dass unsere nächste Operation grösser und schmerzhafter sein wird», sagte Militärsprecher Jahia Saria. Es handle sich um den bislang grössten Einsatz in Saudi-Arabien.

Saudi-Arabien führt im Jemen eine von den USA unterstützte Militärkoalition an, die gegen die Huthis kämpft. Diese halten grosse Teile des Nordjemens inklusive der Hauptstadt Sanaa unter Kontrolle und werden mittlerweile vom Iran unterstützt.

epa07844126 A handout photo made available by NASA Worldview shows a satellite image of smoke from fires at two major oil installations in eastern Saudi Arabia, 14 September 2019 (issued 15 September 2019), following alleged drone attacks claimed by Yemen's Houthi rebels. According to Saudi state-owned oil company Aramco, two of its oil facilities in Saudi Arabia, Khurais and Abqaiq, were set on fire on 14 September after allegedly having been targeted by drone attacks. In picture is seen Bahrain (island, top) and Qatar (peninsula, R).  EPA/NASA WORLDVIEW HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Die Angriffe haben Saudi-Arabien schwer getroffen, selbst aus dem All sind die Rauchsäulen zu sehen. Bild: EPA

Was sagen die USA?

US-Präsident hat Donald Trump den Urhebern des Anschlags mit einem Vergeltungsschlag gedroht. Allerdings machte er keine Angaben, wen die USA für den Urheber der Attacke halten. Trump schrieb auf Twitter: «Es besteht Grund zu der Annahme, dass wir den Täter kennen.» Die USA stünden Gewehr bei Fuss, warteten aber auf Angaben der Saudis, wen sie für den Angriff verantwortlich mache.

US-Aussenminister Mike Pompeo hingegen machte den Iran direkt für die Attacken verantwortlich und schrieb am Samstag auf Twitter: «Inmitten der Rufe nach Deeskalation hat der Iran jetzt einen beispiellosen Angriff auf die Welt-Energieversorgung verübt. Es gibt keinen Beweis, dass die Angriffe vom Jemen kamen.»

Unterdessen haben die USA ihren Vorwurf untermauert: Es gebe Hinweise, dass die Flugkörper aus west-nordwestlicher Richtung und damit aus Richtung des Iran gekommen seien – und nicht aus südlicher Richtung aus dem Jemen, so ein US-Regierungsvertreter. Saudi-Arabien habe zudem darauf hingewiesen, dass es Anzeichen gebe, dass auch Marschflugkörper bei den Attacken eingesetzt worden seien. An den Erdölanlagen seien 19 Einschlagspunkte gezählt worden.

Und wie reagiert der Iran?

Der Iran wies die Vorwürfe vehement zurück. Pompeos Unterstellungen seien absurd, unerklärlich und daher auch halt- und wirkungslos, sagte Aussenamtssprecher Abbas Mussawi am Sonntag in Teheran.

Was im Jemen passiere, sei der Widerstand der Jemeniten gegen die Kriegsverbrechen der von den Saudis angeführten Militärkoalition, sagte der Sprecher nach Angaben der Nachrichtenagentur Isna. «Weil die US-Politik des maximalen Drucks auf den Iran gescheitert ist, sind die Amerikaner nun auf die der maximalen Lügen umgestiegen.»

Warum sind die Anlagen so wichtig?

FILE - In this Saturday, Sept. 14, 2019 file photo, made from a video broadcast on the Saudi-owned Al-Arabiya satellite news channel, smoke from a fire at the Abqaiq oil processing facility fills the skyline, in Buqyaq, Saudi Arabia. The weekend drone attack on one of the world’s largest crude oil processing plants that dramatically cut into global oil supplies is the most visible sign yet of how Aramco’s stability and security is directly linked to that of its owner -- the Saudi government and its ruling family. (Al-Arabiya via AP, File)

Rauchwolken über der Abkaik-Raffinierie. Bild: AP

Sie gelten als das Zentrum der saudischen Ölindustrie. Die in Washington ansässige Energieberatungsfirma «Rapidan Energy» bezeichnete die Raffinerie in Abkaik als die wichtigste Öleinrichtung der Welt. Nach Angaben von Saudi Aramco ist der Komplex die grösste Raffinerie des Landes und die grösste Rohölstabilisierungsanlage der Welt. Abkaik spiele eine entscheidende Rolle in der täglichen Produktion des Unternehmens. Von hier werde verarbeitetes Öl weiter an die Ost- und Westküste des Landes sowie nach Bahrain geleitet.

Geht uns nun das Benzin aus?

Die Drohnenangriffe haben die Ölproduktion in Saudi Arabein tatsächlich dramatisch einbrechen lassen. Die Produktionsmenge sei infolge der «terroristischen Attacken» um 5,7 Millionen Barrel auf etwa die Hälfte des üblichen Volumens pro Tag eingebrochen. Dabei handle es sich aber nur um einen vorübergehenden Effekt, der zudem durch die Einspeisung vorhandener Erdölreserven in den Markt teilweise kompensiert werde.

Wie reagiert der Ölpreis?

A currency trader watches the computer monitors near the screens showing the Korea Composite Stock Price Index (KOSPI), center, and the foreign exchange rate between U.S. dollar and South Korean won at the foreign exchange dealing room in Seoul, South Korea, Monday, Sept. 16, 2019. Asian stock markets were mixed Monday after crude prices surged following an attack on Saudi Arabia's biggest oil processing facility. (AP Photo/Lee Jin-man)

Der Ölpreis steigt an. Bild: AP

In den ersten Handelsminuten am Montag nach den Angriffen waren die Preise für Erdöl bis zu 20 Prozent geklettert, bevor sie einen Teil des Anstiegs wieder abgaben. Zuletzt verteuerte sich ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent um 6,60 Dollar oder knapp elf Prozent auf 66,82 Dollar – und damit auf den höchsten Stand seit Mitte Juli. Mike McGlone vom Analysedienst Bloomberg Intelligence meint, dass eine Angebotsreduktion von 5 Prozent mit einem Anstieg der Ölpreise um rund 10 Prozent einhergehe.

Um was für Drohnen handelt es sich?

Bereits seit längerem beobachten internationale Experten den Einsatz unbemannter Flugzeuge durch die Huthis.Im Gegensatz zu handelsüblichen Drohnen, die beispielsweise die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien und im Irak eingesetzt hatte, wurden in der Vergangenheit bei den Huthis vor allem Drohnen vom Typ «Qasef-1» festgestellt. Diese sind nach einem Bericht einer Uno-Expertenkommission identisch mit Drohnen, die auch im Iran produziert werden.

The remains of an Iranian Qasef-1 Unmanned Aerial Vehicle, used as a one-way attack UAV to dive on targets and then detonating its warhead, which was fired by Yemen into Saudi Arabia, according to U.S. Ambassador to the U.N. Nikki Haley during a press briefing at Joint Base Anacostia-Bolling Thursday, Dec. 14, 2017, in Washington. Haley says

Überreste einer «Qasef-1»-Drohne. Bild: AP/FR170079 AP

Dieser Drohnen-Typ hat eine Spannweite von rund drei Metern und kann mit einem 30 bis 45 Kilogramm schweren Sprengsatz bestückt werden. Die Reichweite beträgt rund 150 Kilometer. Im Juli dieses Jahres stellten die Huthis neue Drohnentypen der Öffentlichkeit vor. Experten gehen davon aus, dass diese eine Reichweite von bis zu 1000 Kilometern haben könnten. (mlu/cma/mim/sda/dpa)

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