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Saudi Arabia's Crown Prince Mohammed bin Salman, left, holds a bilateral meeting with Russia's President Vladimir Putin on the sidelines of the G-20 Summit in Osaka, western Japan Saturday, June 29, 2019. (Yuri Kadobnov/Pool Photo via AP)

Mohammed bin Salman am G20 Gipfel in Kyoto – mit seiner Gefolgschaft. Bild: AP

Saudi-Arabien erlaubt Frauen Auslandsreisen ohne Erlaubnis des Mannes



Saudi-Arabien hat eine weitere Lockerung der strikten Regeln für Frauen angekündigt. Frauen sollen künftig Reisepässe erhalten und ohne die Erlaubnis eines Mannes ins Ausland reisen dürfen, wie die staatliche Zeitung «Umm Al-Kura» am Donnerstag berichtete.

«Ein Pass wird jedem saudischen Staatsbürger ausgestellt, der ihn anfordert», schrieb die Zeitung unter Berufung auf einen Regierungsbeschluss. Die neuen Regeln sollen Medienberichten zufolge für alle Frauen über 21 Jahren gelten. Bislang benötigten Frauen für Reisen die Zustimmung ihres Vaters, Bruders, Mannes oder sogar Sohnes.

Weitere Gesetzesänderungen ermöglichen es Frauen zudem, die Geburt eines Kindes, eine Hochzeit oder eine Scheidung anzumelden. Sie sollen auch die Vormundschaft für ein minderjähriges Kind übernehmen können.

Frauen in Saudi-Arabien fordern schon seit langen, das viel kritisierte Vormundschaftssystem abzuschaffen. Die Reformen wurden in den Online-Netzwerken gefeiert. Die Unternehmerin Muna Abu Sulajman schrieb bei Twitter, «in gewisser Hinsicht» könnten saudiarabische Frauen ihr «rechtliches Schicksal» nun selbst in die Hand nehmen.

Frauenrechte lassen zu wünschen übrig

Saudi-Arabien ist eines der restriktivsten Länder weltweit in Bezug auf Frauenrechte. Das erzkonservative Königreich hatte in den vergangenen Jahren aber begonnen, die sehr strikten Regeln für Frauen zu lockern. So wurde 2018 ein Auto-Fahrverbot für Frauen aufgehoben.

In den vergangenen Monaten hatte mehrere junge Frauen, die vor Bevormundung und Gewalt aus Saudi-Arabien flüchteten, weltweit für Aufsehen gesorgt. Im Januar wurde die 18-jährige Rahaf al-Kunun auf der Flucht vor ihrer Familie in Bangkok gestoppt. Sie erhielt schliesslich Asyl in Kanada.

Rahaf Mohammed al-Kunun

Die 18-jährige Rahaf al-Kunun (Archivbild). Bild: twitter.com/rahaf84427714

Im Februar wurde der Fall der Schwestern Reem und Rawan bekannt, die auf der Flucht vor ihrer Familie in Hongkong gestrandet waren. Sie durften schliesslich in ein unbekanntes Drittland ausreisen. Im April flüchtete ein weiteres Schwesternpaar nach Georgien.

NGOs reagieren zurückhaltend

Menschenrechtsorganisationen reagierten zunächst zurückhaltend auf die neue Reisefreiheit «Wir begrüssen diesen Schritt natürlich», sagte die Länderkoordinatorin für die Golfstaaten von Amnesty International in Deutschland, Regina Spöttl, am Freitag der Nachrichtenagentur DPA. «Aber er muss auch umgesetzt werden.» Zudem forderte sie, dass die in Saudi-Arabien inhaftierten Frauenrechtlerinnen unverzüglich und ohne Vorbedingungen freigelassen werden.

Die Nahostdirektorin der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW), Sarah Leah Whitson, schrieb auf Twitter, wie bei allen Gesetzen sei die Umsetzung der Schlüssel. Frauen bräuchten ausserdem nach wie vor die Zustimmung eines männlichen Vormunds, wenn sie heiraten wollten.

Reihe von Reformen

Der jüngste Entscheid gehört zu einer Reihe von Reformen, mit denen das saudische Königshaus das Land öffnen möchte, unter anderem in der Unterhaltungsindustrie. So hat Saudi-Arabien Kinos erlaubt.

Vorangetrieben werden die Reformen vom 33 Jahre alten Kronprinz Mohammed bin Salman, der als starker Mann und künftiger Herrscher des autokratischen regierten Königreiches gilt. Vor allem unter jungen Saudis geniesst er Ansehen – konservative beobachten die Reformen jedoch skeptisch. Sie stossen sich vor allem an der Aufweichung der strikten Trennung von Männern und Frauen.

Seine Schwester hat Ärger wegen eines mutmasslich verprügelten Handwerkers in ihrer Luxuswohnung: der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman. (Archivbild)

Der Kronprinz Mohammed bin Salman (Archivild). Bild: EPA SPUTNIK POOL

Von einer Gleichberechtigung der Geschlechter ist das muslimische Land jedoch noch weit entfernt. Menschenrechtsorganisationen kritisieren immer wieder die Zustände in Saudi-Arabien. Saudi-Arabien ist vom Wahhabismus geprägt, einer besonders strengen und traditionellen Auslegung des Islam. Frauen müssen in der Öffentlichkeit weite Abajas tragen, die ihren Körper vollständig verhüllen. (mim/sda/afp/dpa)

Die Flucht einer jungen Saudi-Araberin

Twitter half dieser 18-jährigen Frau bei der Flucht

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38Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • TheBase 03.08.2019 12:39
    Highlight Highlight Uuuuh, wie überaus grosszügig von euch Saudis!

    Tja, seid bloss vorsichtig, denn wenn ihr eure Spendierhosen weiterhin so häufig trägt, gesteht ihr den Frauen vielleicht sogar schon in weniger als hundert Jahren VERSEHENTLICH die vollen Menschenrechte zu...und das wäre ja SCHRÄÄÄCKLICH!!! 😱😱😱 Derartige Katastrophen wünscht man selbst seinen grössten Feinden nicht...oh Moment... 🤔

    Ernsthaft...Hoffentlich hauen euch nun alle Frauen ab! 😡
  • Butzdi 03.08.2019 11:00
    Highlight Highlight MbS muss im Westen wieder ein paar Pluspunkte einholen nachdem er Tausende Zivilisten im Yemen killt, einen Journalisten zerstückeln liess und Waffen und Nukleartechnik vom Fanboy Trump zugestanden bekommt.
  • Spirulina 03.08.2019 07:26
    Highlight Highlight die Regierung wird wohl wissen, dass die Geldquelle immer noch vom Mann geöffnet&abgeklemmt werden kann -.-
  • Firefly 02.08.2019 21:40
    Highlight Highlight
    Play Icon
    • Charivari 02.08.2019 22:33
      Highlight Highlight Eine super Doku👍🏼
    • BoomBap 03.08.2019 09:18
      Highlight Highlight Danke Firefly, sehr aufschlussreich und spannend.
  • Abu Nid As Saasi 02.08.2019 20:02
    Highlight Highlight Wieso sollte ich meinen Input schicken. Eure Zensoren verõffentlichen den sowieso nicht, auch wenn ich ohne Sarkasmus kommentiere. Wie vor circa einer Stunde
    • lilie 04.08.2019 12:27
      Highlight Highlight @Abu Nid: Ich glaube, die haben mal die Software upgedatet oder sowas, jedenfalls geht seit einiger Zeit ein substantieller Teil der Kommentare nicht durch. Hat mMn nichts mit Zensur zu tun (ätzend ist es natürlich trotzdem).
  • Stratford-upon-Avon 02.08.2019 19:32
    Highlight Highlight Sehr gute Nachricht!
  • Firefly 02.08.2019 19:18
    Highlight Highlight Wow, alles fürs Vergnügen. Die sollen den Frauen eher mal erlauben sich im täglichen Leben und in der Politik zu engagieren.
    • Saraina 03.08.2019 00:34
      Highlight Highlight In der Politik engagieren dürfen sich in Saudi-Arabien auch die Männer nicht.
  • honesty_is_the_key 02.08.2019 19:12
    Highlight Highlight Schön tut sich was.

    Trotzdem - entsetzlich wie es möglich und legal ist, wie 2019 Frauen so unterdrückt werden, und wie ihnen die einfachsten Menschenrechte verwehrt werden. Und dass die Schweiz (und andere Länder) mit so einem Land Handel treibt, trotzt schwersten Menschenrechtsverletzungen.
  • D. L. aus B. 02.08.2019 19:10
    Highlight Highlight Hätte man doch auch unter “good news” bringen können ...
  • Abu Nid As Saasi 02.08.2019 19:03
    Highlight Highlight Auch wenn noch vieles im Ārgsten liegt, für die Frauen dort ist das ein Armstrongscher Sprung
    • Firefly 02.08.2019 21:13
      Highlight Highlight Was ja eher traurig ist als ein Erfolg.
  • lilie 02.08.2019 19:00
    Highlight Highlight Ein ermutigender Schritt. Hoffentlich wird er auch tatsächlich durchgezogen. Und hoffentlich folgen noch weitere nach. 👍
  • oh mein lieber Herr! 02.08.2019 18:56
    Highlight Highlight Cool...👍
    Eigentlich sollte Tamara Funinciello jetzt eine Pressekonferenz abhalten.
    In der sie weitere Rechte für Frauen in muslimischen Staaten fordert.
    • Elephant Soup slow cooker recipes 02.08.2019 22:23
      Highlight Highlight da sollten so manche Politiker und Politikerinnen auf der Weltbühne solch eine Konferenz abhalten, mein lieber Herr.
  • Auric 02.08.2019 18:55
    Highlight Highlight Da werden so einige sich auf den Weg machen, aber gegen reiche Frauen ist ja nicht einzuwenden im vergleich zu den Gegenteil.
  • AdvocatusDiaboli 02.08.2019 18:35
    Highlight Highlight Zwar viel zu langsam, aber immerhin tut sich was.
  • WhiteWednesdays against compulsory veiling 02.08.2019 18:33
    Highlight Highlight Iranerin braucht eure Hilfe: Ihr Name ist YasamanAryani, sie ist eine der jüngsten Frauenrechtsaktivistinnen, die sich der Bewegung "WhiteWednesdays" gegen ForcedHijab angeschlossen hat. Heute erhielten Yasaman und ihre Mutter MonirehArabshahi jeweils 16 Jahre Gefängnisstrafe für ihren friedlichen Protest. "Sei ihre Stimme"
    Play Icon
  • Heinzbond 02.08.2019 18:09
    Highlight Highlight Mittelalter Staat wird modern, wenn dann auch keine Leute mehr zu Tode gesteinigt oder ausgepeitscht werden könnte man sich überlegen mal dort auch Geld ausgeben...
    • Firefly 02.08.2019 21:17
      Highlight Highlight Modern ist anders. Das ist ein regides Königshaus welches alles kontrolliert und sich nun mit kleinen Lockerungen, viel Geld und Pomp den Schein der Modernität geben will. Die Machtstrukturen stecken jedoch immer noch in Vormittelalter nämlich in der Stammesstruktur fest.
  • DemonCore 02.08.2019 17:55
    Highlight Highlight Kosmetik. Auf Apostasie und Homosexualität steht die Todesstrafe. Barbaren.
    • lilie 02.08.2019 21:14
      Highlight Highlight @DemonCore: Sorry, aber Frauen die Freiheit zu geben, hinreisen zu dürfen, wo sie wollen, ist alles andere als Kosmetik!

      Es ist ein Schritt zur Befreiung aus dem Sklavendasein für über 50% der saudischen Bevölkerung!

      Klar, die anderen beiden Sachen sind auch wichtig, betreffen aber viel weniger Personen und sind auch in anderen Ländern teilweise verboten.

      Aber gibt es sonst ein Land, wo Frauen unter gesetzlicher Vormundschaft gestellt sind? Das ist weitaus eingreifender!
    • DemonCore 02.08.2019 22:00
      Highlight Highlight Wirklich, du willst die Unterdrückung der Frauen (die aber immerhin am leben bleiben) gegen die gesetzliche Ermordung von Leuten, die die falsche Sexualität oder die falschen Gedanken haben ausspielen? Muss ich nicht verstehen, oder?
    • who cares? 03.08.2019 01:59
      Highlight Highlight @DemonCore Derjenige, der unterdrückte Gruppen gegeneinander ausspielt, bis zuerst einmal du.

      Wird es umgesetzt, geht es für viele Frauen nicht nur um Kosmetik. Die vielen Fälle, in denen Frauen/Mädchen versucht haben von ihren Familien zu flüchten, haben gezeigt, dass es auch für Frauen um Leben und Tod geht. Die Unterdrückung der Frauen in Saudi Arabien herunterzuspielen geht einfach gar nicht, sorry.
    Weitere Antworten anzeigen
  • MitchBitch 02.08.2019 17:49
    Highlight Highlight Wie sagte schon der Pilot: Meine Damen und Herren, wir landen nun in Riad. Stellen Sie Ihre Uhren eine Stunde und hundert Jahre zurück...
  • roger.schmid 02.08.2019 17:20
    Highlight Highlight "Das erzkonservative Königreich hatte in den vergangenen Jahren aber begonnen, die sehr strikten Regeln für Frauen zu lockern. So wurde 2018 ein Auto-Fahrverbot für Frauen aufgehoben."

    Die Frau die dafür gekämpft hatte, wurde danach übrigens eingesperrt, gefoltert und sexuell misshandelt.


    https://www.independent.co.uk/news/world/middle-east/saudi-arabia-prison-torture-womens-rights-loujain-al-hathloul-walid-a8781851.html
    • Kruk 02.08.2019 22:32
      Highlight Highlight Das Fahrverbot haben sie aufgehoben weil die Männer es leid waren immer den Chauffeur zu spielen.
      Nicht für die Frauen.
  • Hierundjetzt 02.08.2019 17:12
    Highlight Highlight Der Untergang des Morgenlandes steht kurz bevor 😱
    • lilie 02.08.2019 19:01
      Highlight Highlight @Hierundjetzt: Das Morgenland - wo die Sonne auf- und die Welt untergeht? 🤔😁
    • Charivari 02.08.2019 22:37
      Highlight Highlight Bald wird es montags Demonstrationen von Wutbürgern in Djedda geben. PAGSDM - Patriotische Araber gegen die Säkularisierung des Morgenlandes!
  • wasps 02.08.2019 17:10
    Highlight Highlight Wow, Dank an die Siebensieche auf dem Bild.

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