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Saudi-Arabiens Energieminister überraschend abgesetzt



Saudi-Arabiens Energieminister Khalid al-Falih ist überraschend von seinem Amt entbunden worden. Eine entsprechende Anordnung von König Salman sei am Samstagabend ergangen, berichtete die staatliche saudische Nachrichtenagentur SPA gleichentags.

Gründe für den Schritt wurden nicht mitgeteilt. Nachfolger werde Prinz Abdulasis bin Salman bin Abdulasis Al-Saud, ein Halbbruder des mächtigen Kronprinzen Mohammed bin Salman, MBS.

FILE - In this June 23, 2018 file photo, Saudi Energy Minister Khalid al-Falih attends a news conference in Vienna, Austria. Saudi Arabia said on Thursday, Aug. 23, 2018 that it

Khalid al-Falih wurde überraschend seines Amtes enthoben. Bild: AP/AP

Prinz Abdulasis arbeitet bereits seit den 80ern in dem Ministerium und besetzte mehrere Führungspositionen, hiess es weiter. In der kommenden Woche wird er in Abu Dhabi erstmals als Energieminister an einem Treffen der Organisation Erdöl exportierender Staaten (Opec) teilnehmen.

Das islamisch-konservative Königreich Saudi-Arabien ist der weltweit grösste Erdöl-Exporteur – und damit auch wichtiges Mitglied im Ölkartell Opec. Al-Falih war bei den Treffen mit den insgesamt 15 Mitgliedern stets mit dabei und entschied über mögliche Förderkürzungen – oder -erhöhungen.

In Ungnade gefallen

Zudem trat er immer wieder nach Angriffen auf Erdölpumpstationen in Saudi-Arabien in Erscheinung – und warnte, dies seien Angriffe auf die weltweite Energieversorgung. Seit einiger Zeit liberalisiert Riad die Gesellschaft schrittweise. Es ist zudem ein Börsengang für den staatlichen Erdölkonzern Saudi Aramco geplant, deren Chef al-Falih jahrelang war.

Al-Falih verantwortete seit 2016 die Energiepolitik des Königreichs, er verlor aber zuletzt an Einfluss. Sein Ressort wurde verkleinert und vor einigen Tagen verlor der Minister auch seinen Chefposten beim staatlichen Erdölriesen Saudi Aramco. Er gilt an den Rohölmärkten allerdings als sehr beliebt und zuverlässig, weshalb der Schritt von König Salman vielerorts durchaus kritisch beäugt wird.

FILE - In this May 14, 2012 file photo, Prince Mohammed bin Salman speaks with a Saudi prince in Riyadh, Saudi Arabia.  An independent U.N. human rights expert investigating the killing of Saudi journalist Jamal Khashoggi on Wednesday June 19, 2019, recommended an investigation into the possible role of Saudi Crown Prince Mohammed bin Salman, citing

Hat er – König Salman – den richtigen Entscheid gefällt? Bild: AP/AP

Unabhängig vom Rohöl

Der weltgrösste Erdölkonzern bereitet derzeit seinen Börsengang vor, der bei einer Platzierung von fünf Prozent bis zu 100 Milliarden Dollar einbringen könnte. Der Börsengang ist Teil eines wirtschaftlichen Reformprogramms, das Saudi-Arabien unter anderem unabhängiger vom Erdöl machen soll.

Gelobt wird in diesem Zusammenhang immer wieder der 33 Jahre alte Kronprinz MBS, der eigentlich starke Mann des Königreichs. Er gilt als derjenige, der die gesellschaftliche Öffnung vorantreibt. Gleichzeitig geht das Königreich jedoch mit harter Hand gegen Menschenrechtler vor. Das saudische Königshaus steht zudem wegen des Mordes im Jahr 2018 an dem regierungskritischen Journalisten Jamal Khashoggi im saudischen Generalkonsulat in Istanbul unter Druck. (mim/sda/dpa/afp)

Und jetzt: 32 absurde Zensuren aus Saudi Arabien

Fall Khashoggi: Ein Mord mit politischen Konzequenzen

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    Alle Leser-Kommentare
  • Gogl Vogl 09.09.2019 03:53
    Highlight Highlight
    Es ist langsam egal wen die an die Spitze des Energieministeriums setzen, wenn sich ein paar Araberscheichs schon wegen der Ausrichtung der Fussball WM fast gegenseitig bekriegen.

    Fällt das Öl erstmal weg gehts wieder richtig primitiv zu und her auf der arabischen Halbinsel und die Hybris weniger wird viele zu Fall bringen.

    Verstehe jeden der keinen Bock auf eine orientierungslose Monarchie hat und seine Investitionen woanders tätigt.
  • DemonCore 08.09.2019 12:08
    Highlight Highlight Salman und seine Entourage gehören wegen ihres illegalen Angriffskrieges in Yemen vor ein internationales Strafgericht. Am besten die westlichen Unterstützer und Steigbügelhalter gleich mit.
  • Fischra 08.09.2019 11:34
    Highlight Highlight Wenn er das nur an einem Stück übersteht.......
  • Heinzbond 08.09.2019 08:44
    Highlight Highlight Tja andere Länder andere Sitten. In anderen Diktaturen wäre er an die Hunde, äh ne ist ja ein ganz anderes Land nur mit weniger Öl.... Und weiter kaufen wir ihren Stoff um unsere sucht zu befriedigen...

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