Elektroauto
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IMAGE DISTRIBUTED FOR KREISEL ELECTRIC GMBH & CO. KG - This image is released on Monday, Aug, 5, 2019, showing E-Mobility Battery Assembly at Kreisel Electric. Under a newly signed cooperation agreement, Kreisel and VinFast will jointly develop a battery pack that VinFast will market in its electric cars and buses in 2020. For further information visit: www.apmultimedianewsroom.com/newsaktuell. (Kreisel Electric GmbH & Co.KG via AP Images)

Die Empa untersucht, wie ausgediente Elektroauto-Batterien am besten recycelt werden. Bild: AP

Schweizer Forscher untersuchen besten Weg, um Elektroauto-Batterien zu recyceln



Auf Schweizer Strassen fahren immer mehr Elektroautos. Forscher der Empa suchen nach einer Methode, um die ausgedienten Antriebsbatterien wiederzuverwerten. Den Anstoss dazu gab der Verband der Schweizer Auto-Importeure.

Etwa 40'000 Elektroautos und Hybride mit Lithium-Ionen-Akkus fahren derzeit auf Schweizer Strassen. Das ist zwar nur knapp ein Prozent der Fahrzeugflotte, doch der Anteil wird rasch steigen, wie die Empa schreibt. Eine ganze Reihe neuer leistungsfähiger Elektroautos kommen bis 2020 auf den Markt.

Damit wird auch die Frage des Recyclings der Antriebsbatterien immer wichtiger. Beim Verband Auto-Schweiz, der die meisten Schweizer Autoimporteure vertritt, sei man sich dessen bewusst, heisst es. Um die Eckpunkte eines Recyclingsystems zu bestimmen, wandten sich die Autoimporteure an die Empa.

Seit März 2019 arbeiten dort der Forscher Rolf Widmer und seine Kolleginnen und Kollegen der Abteilung Technologie und Gesellschaft an dem Projekt, gemeinsam mit der Stiftung Auto-Recycling. Sie analysieren Systeme in Nachbarländern, untersuchen die Kosten und den ökologischen Fussabdruck und stellen Modellrechnungen an.

Heisses oder kaltes Recycling

Die meisten Lithium-Ionen-Batterien werden bisher in einem Ofen verbrannt und anschliessend vermahlen. Dabei schmelzen die dünnen Kupferfolien der Batterien und bilden mit Kobalt und Nickel eine Legierung, die sich wiederverwerten lässt. Lithium, Graphit, Aluminium und der flüssige Elektrolyt verbrennen jedoch und landen in einer Schlacke.

Bei der «kalten» Methode werden die Batterien geschreddert. Da die Akkus schon beim kleinsten Funken in Flammen aufgehen können, werden sie in einem luftdichten Raum mit Stickstoff geflutet. Dies verhindert ein Verbrennen. So lassen sich die Batterien zu einem Pulver zermahlen, das gemäss Empa zu 96 Prozent wiederverwertbar ist.

Eine andere auf die Verwertung von Batterien spezialisierte Firma schreddert Akkus in nassem Milieu, um Brände zu vermeiden. «Die Empa-Experten werden all diese Methoden vergleichen», heisst es. Bei der Suche nach dem besten Recyclingsystem geht es auch um den Aufbau einer Lieferkette. Der Transport sei aufwendig und teuer.

Container mit Löschanlage

Eine Schweizer Firma hat dazu eine «Firebox» entwickelt, einen Frachtcontainer mit eingebauter Feuerlöschanlage. Die Box kann ein ganzes Elektroauto oder eine grössere Ladung noch nicht «entschärfter» Akkus aufnehmen. Spediteure und Autoverwerter müssen speziell geschult werden.

Trotz solcher Schwierigkeiten und vieler offener Fragen geben sich die Forscher zuversichtlich: «Elektroautos sind kein Recyclingproblem», schreibt die Empa. Für sämtliche Schritte des Verwertungsprozesses zeichneten sich technische Lösungen ab. (oli/sda)

Die Elektroversion des Opel Corsa

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    Alle Leser-Kommentare
  • DerHans 16.08.2019 20:39
    Highlight Highlight Das war wohl nicht das gewünschte Ergebnis, was sich der Verband erhoffte...
    Der elektrische Antrieb ist noch lange nicht perfekt, jedoch läuft er den Verbrenner in vielen Punkten jetzt schon den Rang ab und die Entwicklung steckt erst in den Kinderschuhen. Die Unwahrheiten, Vorurteile und Ängste werden bald der Vergangenheit angehören.
  • GraveDigger 16.08.2019 13:29
    Highlight Highlight Interessanter Ansatz, was mich aber interessiert wieviel Energie das schlussendlich verbraucht wird effektiv für das Recycling/Handling und was für Giftstoffe übrig bleiben die für die Trennung der Stoffe verwendet werden. Immer wird gehypt was nicht alles möglich ist, aber schlussendlich landet es dann doch irgendwo in einer Illegalen Deponie in Afrika oder Italien. Es werden nur die positiven Aspekte dargestellt.
    • R. Schmid 17.08.2019 06:19
      Highlight Highlight Wer schon mal Abfälle aus der Schweiz exportiert hat, weiss wie die Kontrolle ist... Von wegen nach Africa oder so.
    • GraveDigger 17.08.2019 09:35
      Highlight Highlight Auch wenn R. Schmid angeblich Abfälle aus der Schweiz exportiert hat, glaube ich kaum das die ach so saubere Schweiz immer nur alles rechtens macht. Vor Jahren wurden Tonnen von Asbest aus Altbauten nach Italien exportiert und ich glaube auch nicht das immer alles mit rechten Dingen zugeht nach der Grenze. Die Schweiz ist diesbezüglich heuchlerisch, denn vieles wird hier mit Geld geregelt und unter den Teppich gekehrt frei nach dem Motto aus den Augen aus dem Sinn. Waren nicht vor kurzem Betonnebenprodukte im Tessin "entsorgt" worden?
  • AfterEightZuHauseUmViertelVorAchtEsser____________ 16.08.2019 12:02
    Highlight Highlight Bei einem Auto gilt die Batterie beim unterschreiten der Kapazität von 75% als tot.

    Man könnte den Akku aber als Strombuffer für Solaranlagen weiterhin nutzen. Das wäre sehr sinnvoll und weniger Energieaufwändig als zu schreddern.
  • Tjugt 16.08.2019 11:25
    Highlight Highlight Danke für den Artikel!
    Bin gespannt wie es weiter geht 👌🏻

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