International
Luftfahrt

Berichte über Trumps Air Force One von Katar: Reporter vorgeladen

Nach Berichten zu Trumps neuer Air Force One: «New York Times»-Reporter vorgeladen

11.07.2026, 16:0711.07.2026, 16:07

Nach Berichterstattung über angebliche Sicherheitsbedenken bei der neuen Präsidentenmaschine von Donald Trump haben mehrere «New York Times»-Journalisten nach Angaben der Zeitung Vorladungen der Bundesstaatsanwaltschaft in Manhattan erhalten. Die Reporter sollen demnach kommende Woche vor einer Grand Jury aussagen. In den Vorladungen werde als Begründung lediglich ein nicht näher ausgeführter mutmasslicher Verstoss gegen Bundesstrafrecht genannt.

Die Bundesstaatsanwaltschaft in Manhattan war zunächst nicht für eine Bestätigung zu erreichen. Das US-Justizministerium ist angefragt. Der «New York Times» zufolge erhielten die Reporter die Vorladungen am Freitag. Teilweise seien sie von Bundesbeamten persönlich an den Wohnsitzen zugestellt worden.

Sicherheitsbedenken bei AF1

Die Zeitung bezeichnete das Vorgehen als Einschüchterungsversuch gegen unabhängige Medien. «Das Erscheinen von Bundesbeamten vor der Haustür von Nachrichtenreportern sollte das Gewissen jedes Amerikaners erschüttern, der an die Verfassung und die von ihr geschützte Pressefreiheit glaubt», erklärte der Anwalt der Zeitung, David McCraw, in dem Bericht.

Die vier Journalisten hatten in dieser Woche unter Berufung auf anonyme Quellen berichtet, Trump habe auf Anraten des Secret Service aus Sicherheitsgründen den Flug vom Nato-Gipfel in der Türkei zum britischen Luftwaffenstützpunkt Mildenhall mit der alten Air Force One absolviert. Dort stieg er in die neue, von Katar geschenkte Maschine um.

Zuvor hatte der Präsident in Ankara selbst Spekulationen über die Sicherheit des neuen Jumbojets angeheizt. Auf die Frage, warum er nicht mit der neuen Maschine abreise, hatte er geantwortet, er sei die «Nummer 1 auf der Todesliste des Iran».

In einem weiteren Bericht schrieb die Zeitung, die neue Maschine verfüge bislang nicht über sämtliche Sicherheits- und Abwehrsysteme des bisherigen Präsidentenflugzeugs. Die Regierung und Trump selbst bestritten aber, dass Sicherheitsbedenken der Grund für den Flugzeugwechsel gewesen seien. Trump erklärte mehrfach, der Zwischenstopp habe dazu gedient, Militärangehörigen die neue Maschine zu zeigen.

Trump geht seit Beginn seiner zweiten Amtszeit verstärkt gegen Medien vor. Das Justizministerium hatte bereits in diesem Jahr versucht, Aussagen von Journalisten des «Wall Street Journal» und der «Washington Post» in Ermittlungen zu Enthüllungen zu erzwingen. Nach juristischem Widerstand der Medienhäuser wurden diese Vorladungen später zurückgezogen. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Air Force One hebt nach WEF vom Flughafen Zürich ab
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
18 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
Die beliebtesten Kommentare
avatar
manson
11.07.2026 16:30registriert Dezember 2023
usa entwickelt sich immer mehr zum deutschland vor 100 jahren
472
Melden
Zum Kommentar
avatar
Magnum
11.07.2026 16:29registriert Februar 2015
So viel Freiheit unter Dozy Don - auch manche Schweizer Magistraten würden unbequem nachfragende Medienschaffende gerne per Vorladungen von politisch gleichgeschalteten Staatsanwaltschaften einschüchtern und zum Schweigen bringen.
353
Melden
Zum Kommentar
avatar
die 200
11.07.2026 16:22registriert Januar 2017
Wurde da mit zu viel Gold dekoriert, sodass die maximale Traglast jetzt nicht mehr für alle Sicherheitssysteme reicht???
241
Melden
Zum Kommentar
18
«Täter ist überwältigt»: Geiselnahme in Berliner Supermarkt nach Stunden beendet
Nach einem stundenlangen Nervenkrieg ist die Geiselnahme in einem Supermarkt im Süden Berlins beendet.
«Der Täter ist überwältigt und die Geisel befreit», sagte Polizeisprecher Florian Nath der Deutschen Presse-Agentur. Zum Zustand der Frau konnte der Polizeisprecher zunächst nur berichten, dass sie unter Schock stehe und von Rettungskräften behandelt werde.
Zur Story