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Extremwetter

Allianz-Bericht: So stark leidet Europas Wirtschaft unter der Hitze

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Allianz-Bericht: So stark leidet Europas Wirtschaft unter der Hitze

Die Hitzewelle dieses Sommers hat die europäische Wirtschaftsleistung für das laufende Jahr nach Schätzung der Allianz um 113 Milliarden Euro reduziert. Italien liege dabei auf Platz eins mit geschätzten Einbussen von 28 Milliarden Euro.
24.09.2026, 09:1624.09.2026, 09:16

Auf Platz zwei kommt Deutschland mit 25 Milliarden Euro, wie der Münchner Dax-Konzern mitteilte. An dritter Stelle steht Frankreich mit einer geschätzten Minderung des Bruttoinlandsprodukts um 20 Milliarden Euro.

epa13063598 A construction worker feels the heat in Turin, Italy, 25 June 2026. A heatwave gripping western Europe has led to a series of unprecedented temperature highs, with France experiencing its  ...
DIe Hitze führt etwa zu geringerer Arbeitsprduktivität.Bild: keystone

Als wirtschaftliche Einbussen zählen dabei Produktionsausfälle und geringere Wertschöpfung, bedingt durch geringere Arbeitsproduktivität sowie längeren Pausen und Fehlzeiten. Die europaweiten Einbussen dürften sich demnach auf ein knappes halbes Prozent der für dieses Jahr erwarteten Wirtschaftsleistung summieren.

Beteiligt an dem erstmals berechneten «Climate Risk Tracker» waren die Volkswirte und Fachleute des international tätigen Kreditversicherers Allianz Trade in Hamburg und der deutschen Sachversicherung. Grundlage sind auf der einen Seite Wetter- und Schadendaten, auf der anderen die Modellierung der erwarteten ökonomischen Auswirkungen.

Neben der hitzebedingten Minderung der Wirtschaftsleistung stehen die tatsächlichen Schäden, die durch Unwetter, Überschwemmungen und andre Naturereignisse verursacht werden: Für Deutschland in den vergangenen fünf Jahren bezifferte die Allianz diese auf 50 Milliarden Euro.

Die jährlichen Schäden waren demnach im Schnitt doppelt so hoch wie im Vergleichszeitraum der Jahre 2000 bis 2019. Im weltweiten Vergleich sind die Naturkatastrophenschäden jedoch laut Allianz nur um etwas mehr als die Hälfte (54 Prozent) gestiegen.

Eine massgebliche Ursache sei, dass das in nördlichen Breiten gelegene Europa sich stärker erwärmt habe als andere Kontinente: An der Spitze der betroffenen Länder steht demnach Norwegen. In dem skandinavischen Land war die Durchschnittstemperatur 2025 den Angaben zufolge um gut 3,7 Grad höher als im Schnitt der Jahre 1950 bis 1970. Deutschland und Frankreich lagen mit einem Plus von gut 2 Grad im oberen Mittelfeld.

Bei der Höhe der Naturkatastrophenschäden spielen jedoch die Naturgewalten als solche keineswegs die alleinige Rolle. In dicht besiedelten Ländern mit hoher Wirtschaftskraft sind auch die Schäden höher als in dünn besiedelten Regionen, in denen sich weniger Fabriken, Wohnhäuser, Autos und andere menschengemachte Werte befinden.

Auch «El Niño» beeinflusst das BIP

Auch für das kommende Jahr sind die Fachleute des grössten europäischen Versicherers nicht sehr zuversichtlich. Grund ist das Naturphänomen «El Niño». Die alle paar Jahre wiederkehrende Erwärmung der Wassertemperaturen im Ostpazifik kann das Wetter an Land auch in weit entfernten Regionen beeinflussen.

So erwartet die Uno-Weltorganisation für Meteorologie überdurchschnittliche Wärme in weiten Teilen Südamerikas, im südlichen Afrika und in Australien. Auf dem indischen Subkontinent und im südlichen Mittelamerika dürfte demnach weniger Regen fallen als üblich.

Wird 2027 «El Niño»-bedingt erneut ein sehr warmes Jahr, könnte das die Wirtschaftsleistung in den 144 untersuchten Ländern rund um den Globus der Studie zufolge um 392 Milliarden Euro mindern. Am stärksten getroffen wird demnach voraussichtlich China (dab/sda/dpa)

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