Ukraine setzt mit Drohnen russische Raffinerie in Brand
In der südrussischen Region Krasnodar ist offiziellen Angaben zufolge durch einen ukrainischen Drohnenangriff ein Feuer in einer Raffinerie ausgebrochen. Bei der Attacke sei auch ein Mensch getötet worden, teilte Gouverneur Wenjamin Kondratjew bei Telegram mit. Neben der Raffinerie in der Stadt Slawjansk-na-Kubani seien mehrere Häuser, eine Strom- und eine Gasleitung beschädigt worden, schrieb er.
In sozialen Netzwerken verbreitete Bilder und Videos lassen auf einen grossen Brand schliessen. Die Anlage ist mit einer Verarbeitungskapazität von laut unterschiedlichen Quellen vier bis fünf Millionen Tonnen Öl pro Jahr nicht besonders gross. Wegen ihrer Lage in unmittelbarer Nähe zur von Russland annektierten Halbinsel Krim haben die Ukrainer die Raffinerie aber schon mehrfach attackiert und beschädigt.
Auch andere russische Regionen wie Jaroslawl oder Iwanowo nordöstlich von Moskau meldeten Drohnenangriffe. Das russische Militär hat eigenen Angaben nach 213 ukrainische Drohnen abgeschossen. Das deutet auf eine weitere massive Attacke hin.
Kiew bestätigt Attacken auf zwei Raffinerien in Russland
Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte den zuvor schon von russischen Behörden eingeräumten Einschlag in einer Anlage im südrussischen Slawjansk-na-Kubani. «Ausserdem haben wir eine Raffinerie in der Region Jaroslawl getroffen, die etwa 700 Kilometer von unserer Grenze entfernt liegt», schrieb er bei Telegram. Unabhängig überprüfen lassen sich die Angaben nicht.
Selenskyj kündigte weitere Schläge gegen strategische Objekte in Russland an. «Jede unserer Langstrecken-Sanktionen verringert die Ressourcen, die für die russische Kriegsmaschinerie arbeiten und ist ein Schritt zum Frieden», schrieb er.
Die Raffinerie in Jaroslawl gilt als eine der grössten in Russland. Sie ist in den vergangenen Monaten immer wieder zum Ziel ukrainischer Attacken geworden, wurde beschädigt und musste repariert werden. Einen Treffer auch in dieser Nacht haben die Behörden in Jaroslawl bisher nicht bestätigt.
Zwar gab Gouverneur Michail Jewrajew Drohnenalarm und berichtete bei Telegram über Strassensperren im Bereich der Ölverarbeitungsanlage. Später jedoch hob er den Drohnenalarm wieder auf, ohne Folgen zu benennen. In sozialen Netzwerken kursierende Bilder geben keinen Aufschluss über das Ausmass der Schäden.
Ukraine übernimmt Führung im Drohnenkrieg
Russlands Präsident Wladimir Putin hat im Februar 2022 den Befehl zum Beginn des Kriegs gegen die Ukraine erteilt. In den mehr als vier Jahren Krieg hat das russische Militär Städte in der Ukraine zerstört, Tausende Zivilisten getötet und Millionen Ukrainer zur Flucht gezwungen.
Kiew wehrt sich gegen die Invasion auch mit Angriffen auf strategische Ziele wie Militär- und Rüstungseinrichtungen oder Ölanlagen im russischen Hinterland. Beim Drohnenkrieg haben die Ukrainer in den vergangenen Monaten dabei zunehmend die Oberhand gewonnen. Als eine Folge macht sich in Russland inzwischen zunehmend ein Treibstoffdefizit bemerkbar. (sda/dpa)
