Blogs
Leben

Jetzt wird gejätet! So geht es einfacher und erst noch richtig

Bild
illustration: Tetiana Bukhinska/Gärtner Graf
Gärtner Graf

Jetzt wird gejätet! So geht es einfacher und erst noch richtig

In deinem Garten tauchen immer wieder unliebsame Gäste auf. Es gibt Unkräuter, die deine Zierpflanzen oder dein Gemüse bedrängen und deren Wachstum beeinträchtigen. Erfahre hier, wie du diese Störenfriede loswirst.
06.06.2026, 10:2406.06.2026, 10:24
Gärtner Graf
Gärtner Graf

1. Schritt:

Bild
illustration: Tetiana Bukhinska/Gärtner Graf

Kurzlebige Unkräuter, z.B. Vogelmiere (Stellaria media) und Franzosenkräuter (Galinsoga), reisst du am besten vor der Blüte oder spätestens vor der Samenreifung von Hand aus. Du verhinderst damit ihre Ausbreitung einfach und wirksam. Jätest du regelmässig, maximal im 4-Wochen-Rhythmus, minimierst du längerfristig deinen Zeitaufwand.

2. Schritt:

Bild
illustration: Tetiana Bukhinska/Gärtner Graf

Unkräuter mit Pfahlwurzeln, wie Löwenzahn (Taraxacum officinale), Acker-Kratzdistel (Cirsium arvense) oder Ampfer (Rumex), stichst du tief aus und entfernst alle Wurzeln komplett. Falls du nicht sorgfältig arbeitest, treiben diese Unkräuter wieder aus und du musst die restlichen Wurzeln erneut ausstechen. Verwende am besten einen Unkrautstecher, dann kannst du bequem im Stehen arbeiten.

3. Schritt:

Bild
illustration: Tetiana Bukhinska/Gärtner Graf

Wurzelunkräuter wie Quecke (Elymus repens), Giersch (Aegopodium podagraria) oder Zaunwinde (Calystegia sepium) musst du gründlich ausgraben. Mit einer Grabgabel entfernst du alle Unkrautwurzeln aus dem Beet. Verbleibt ein Wurzelstück im Boden, bildet sich daraus eine neue Pflanze. Kontrolliere daher die Pflanzfläche regelmässig in kurzen Zeitabständen und grabe neues Unkraut umgehend wieder aus.

4. Schritt:

Bild
illustration: Tetiana Bukhinska/Gärtner Graf

Das Unkraut wirst du am schnellsten und bequemsten mit einer Hacke los. Bei trockener, heisser Witterung lässt du das abgehackte Unkraut liegen, da es sofort welkt. Als Mulchdecke schützt es dann den Boden und verringert die Verdunstung. Bedenke aber, dass du mit dem Hacken nur die oberirdischen Pflanzenteile der Unkräuter beseitigst. Die Wurzeln der obengenannten Wurzelkräuter teilst du mit dem Hacken und vermehrst sie damit sogar. Und Unkrautsamen keimen nach dem Hacken oft besser, da du sie an die Bodenoberfläche gebracht hast.

5. Schritt:

Bild
illustration: Tetiana Bukhinska/Gärtner Graf

Einzelne Unkräuter oder solche auf gepflasterten Flächen lassen sich mit Hitze bekämpfen. Neben energiefressenden Abflamm- oder Infrarotgeräten kannst du kochendes Wasser dafür einsetzen. Beim Kochen von Nudeln und Kartoffeln fällt dieses Restprodukt sowieso bei dir an. Giesst du das heisse Wasser gezielt auf die Unkräuter, sterben diese zuverlässig und nachhaltig ab.

6. Schritt:

Bild
illustration: Tetiana Bukhinska/Gärtner Graf

Die Natur hat keine freien, unbewachsenen Flächen vorgesehen. Eine 5 cm dicke Schicht aus Rasenschnitt, Rindenmulch, Splitt oder Ziegelbruch ist deshalb eine vorsorgliche und wirkungsvolle Massnahme, um das Unkraut unter Gehölzen oder im Staudenbeet in Schach zu halten. Eine solche Mulchschicht lässt keimendem Unkraut kaum eine Chance. Wächst doch etwas, lässt es sich leicht ausreissen, weil die Wurzeln nur schlecht Halt finden.

ACHTUNG!

Das meiste Unkraut kannst du kompostieren. Auf einem richtig angelegten Kompost verrotten Unkräuter ebenso gut wie andere organische Abfälle. Lass die gejäteten Pflanzen vor dem Kompostieren einige Tage in der Sonne liegen, damit sie sich nicht mehr regenerieren können. Samenunkräuter kannst du kompostieren, wenn sie noch keine Samen gebildet haben. Nur Wurzelunkräuter wie Giersch und Quecke gehören nicht auf den Kompost.

Tipp vom Gartenprofi

Jäte im Sommer am Morgen oder am Abend, wenn es weniger heiss ist. Diese befriedigende Arbeit ist körperlich anstrengend, aber du sparst dir damit gleich die Kosten für das Fitnessstudio. Ist der Boden feucht, lassen sich die Unkräuter besser und leichter entfernen. Beobachte, welche Unkräuter dir in deinem Garten oft lästig werden. Acker-Kratzdistel, Acker-Schachtelhalm (Equisetum arvense) und Moose zeigen an, dass der Boden zu nass und vermutlich verdichtet ist.

Gärtner Graf
Beat Graf begann seinen beruflichen Werdegang vor 39 Jahren mit einer Lehre zum Baumschulisten. Nach einer umfassenden Aus- und Weiterbildung folgten viele weitere Jahre als Besitzer einer Staudengärtnerei. Mit 51 Jahren verkaufte er den Betrieb und gründete 2022 die GÄRTNER GRAF AG. Hier geht es zum Gärtner Graf Blog.
Gärtner Graf

Fragen?

Hast du Fragen rund ums Thema Garten? Wie du ungeliebtes Ungeziefer loswirst? Welche Pflanzen besonders gut zusammen gedeihen? Dann schick uns gerne deine Frage an garten@watson.ch und vielleicht wird sie bald hier im Blog beantwortet.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Terrassen und Balkone, um sich einfach nur wohlzufühlen
1 / 26
Terrassen und Balkone, um sich einfach nur wohlzufühlen
Gemütlichkeit kannst du dir ganz einfach selber schaffen.
quelle: imgur
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Einen Monat nur das essen, was man in der Natur findet – der Selbstversuch von Lucas
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
64 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Mertten
06.06.2026 11:06registriert Januar 2024
Es wäre super gewesen, wenn nicht nur die Namen, sondern Fotos von den Unkräutern gezeigt worden wäre.
711
Melden
Zum Kommentar
avatar
rönsger
06.06.2026 11:02registriert Dezember 2014
Noch eine Ergänzung zum Tipp, unerwünschte Pflanzen mit heissem Wasser oder der Flamme zu bekämpfen: 1. sind diese Methoden alle wirkungslos, weil - obwohl immer wieder propagiert - i.d.R. die Wurzeln nicht zerstört werden, sondern diese im Gegenteil danach noch heftiger austreiben. 2. Heisses Wasser oder Feuer (800°C aus dem Bunsenbrenner) zerstört zwar die Blätter und Stängel an der Oberfläche, aber auch alles, was rundherum oder darunter wächst oder kriecht: Kräuter, Blumen, Gräser, Regenwürmer, Käfer, Larven etc. Es ist also die dümmste Methode. Ein Gärtner sollte das eigentlich wissen.
348
Melden
Zum Kommentar
64
5 Schnittblumen, die nicht nur einen Sommer halten
Importierte Blumen? Kann man machen – oder man setzt auf den eigenen Garten. Diese mehrjährigen Schnittblumen kommen jedes Jahr zurück und sehen mindestens genauso gut aus.
Bewundern kannst du meine langen, verzweigten Blütenrispen im Hochsommer. Ich blühe vornehmlich in Hell- bis Dunkelblau, Violett oder Weiss. Je nach Lichteinfall schillern meine Blüten in wechselnden Farbtönen und Helligkeiten. Gibst du mir den gewünschten Standort, düngst mich weniger mit Stickstoff und mehr mit Kali und schneidest mich nach dem ersten Flor zurück, danke ich es dir mit einer kräftigen Nachblüte vom Spätsommer bis in den frühen Herbst.
Zur Story