«Vergeilen» – finde heraus, was dieser Begriff im Garten zu suchen hat
1. Was heisst das?
Vergeilen, auch als Étiolement bezeichnet, beschreibt ein auffälliges Wachstumsverhalten bei Pflanzen, das vor allem bei Lichtmangel auftritt. Die Triebe schiessen in die Höhe, um eine bessere Lichtquelle zu erreichen. Dabei entstehen lange, dünne, oft blassgrüne Sprosse mit wenig oder gar keinen Blättern.
2. Wie kommt es dazu?
Hauptursache ist ein Mangel an Licht. Die Pflanze reagiert darauf mit einem beschleunigten Höhenwachstum. Auch hohe Temperaturen oder zu dichte Pflanzabstände während der Anzucht können das Vergeilen zusätzlich fördern.
3. Was heisst das genau?
Vergeilte Pflanzen sind in der Regel instabil, anfälliger für Krankheiten und verlieren ihre natürliche Wuchsform. Es handelt sich jedoch nicht um eine Krankheit, sondern um eine physiologische Anpassung.
4. Was kannst du dagegen tun?
Mit einfachen Massnahmen wie mehr Licht, kühleren Temperaturen, dem Stützen der Triebe oder einem tieferen Einpflanzen lässt sich das Wachstum meist wieder in gesunde Bahnen lenken.
5. Was noch?
Interessant ist, dass diese Reaktion in der Landwirtschaft gezielt genutzt wird. Sprossen von an sich holzigen Pflanzen wie Spargel oder Bambus bleiben nur so lange zart und essbar, wie sie vergeilt sind. Werden sie dem Licht ausgesetzt, verholzen sie rasch – das Gewebe wird zäh, holzig und schwer verdaulich.
Fragen?
Hast du Fragen rund ums Thema Garten? Wie du ungeliebtes Ungeziefer loswirst? Welche Pflanzen besonders gut zusammen gedeihen? Dann schick uns gerne deine Frage an garten@watson.ch und vielleicht wird sie bald hier im Blog beantwortet.
