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«Online-Bestellung: Alles bezahlt aber nur einen Teil bekommen?»

Ist die Sendung unvollständig geliefert worden, solltest du sofort handeln.
Ist die Sendung unvollständig geliefert worden, solltest du sofort handeln.Bild: KEYSTONE
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«Ich habe meine Online-Bestellung bezahlt, aber nur einen Teil bekommen. Was jetzt?»

Zeno (25): «Ich habe kürzlich eine unvollständige Online-Lieferung erhalten. Kommt hinzu, dass ich sie im Voraus bezahlt habe. Was kann ich tun?»
01.05.2020, 12:5601.05.2020, 12:56
Leo Hug / Comparis

Lieber Zeno

Unvollständige Lieferungen mit anschliessendem nervenaufreibendem Kampf mit dem betreffenden Kundendienst sind keine Seltenheit. Einen Kommentar über das Verhalten einzelner Online-Händler bei mangelhaften Lieferungen findest du im Reklamationsbarometer der Reklamationszentale Schweiz. Rechtlich ist die Sache klar: Kommt der Verkäufer seiner Vertragspflicht nicht nach, hat er dem Käufer den Schaden zu ersetzen (OR Art. 191). Wie gehst du am besten vor?

Beweismaterial sammeln

Contentpartnerschaft mit Comparis.ch
Dieser Blog ist eine Contentpartnerschaft mit Comparis.ch. Die Fragen in dieser Rubrik wurden dem Kundencenter von Comparis gestellt und von Experten beantwortet. Die Antworten werden als Ratgeber in dieser Rubrik veröffentlicht. Es handelt sich nicht um bezahlten Inhalt. (red)

Fotografiere als Erstes die Lieferung, die bei dir angekommen ist. Wirf vor allem die Verpackung nicht weg. Da die Lieferung unvollständig war, hat sich das wahrscheinlich auch auf das Gewicht des Pakets ausgewirkt. Frage darum vorsorglich beim Kundendienst der Post nach, wie schwer das Paket war. Die Sendungsdaten sind dort bis 3 Monate nach Zustellung abrufbar, danach werden sie gelöscht. Für die Anfrage benötigst Du die Sendungsnummer auf der Versandetikette.

Dem Verkäufer verbindlich einen Termin setzen

Hast du das Beweismaterial zusammen, informiere den Verkäufer über die unvollständige Lieferung und leg der Reklamation die Fotos und die Angaben der Post bei. Damit deine Reklamation auch rechtlich verbindlich ist, hat das so schnell wie möglich zu geschehen, am besten mit einem eingeschriebenen Brief. Darin muss auch die Aufforderung enthalten sein, korrekt zu liefern oder zum Vorfall Stellung zu nehmen. Vergiss vor allem nicht, dafür einen Termin zu setzen.

Du kannst auch in deinem Brief verlangen, dass der Kauf rückgängig gemacht wird (Art. 205 OR). Sollte der Verkäufer jedoch sofort durch eine zusätzliche Lieferung die Sache in Ordnung bringen, bist du verpflichtet, die Lieferung zu akzeptieren (OR 206). Musterbriefe für die Reklamation findest du auf den Internetseiten der verschiedenen Konsumentenorganisationen.

Aufwand für zivilrechtliches Vorgehen vorsorglich abschätzen lassen

Und wenn sich der Verkäufer nicht kooperativ zeigt und die Vorauszahlung nicht zurückerstattet? Der zivilrechtliche Weg ist oft zu aufwändig im Vergleich zum finanziellen Schaden, der durch die mangelhafte Lieferung entstanden ist. Darauf spekuliert leider so manche Online-Plattform. Statt sofort aufzugeben, wende dich an eine spezialisierte Konsumentenorganisation. Bei der Ombudsstelle E-Commerce des Schweizerischen Konsumentenforums beispielsweise ist die Erstberatung kostenlos.

Viele Grüsse von Comparis.ch

Fragen? Fragen!

Hast du noch Fragen zu diesem Thema? Oder hast du eine Frage, die die Comparis-Experten einmal beantworten sollten? Dann schreib eine E-Mail an money-matter@comparis.ch!

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Wie Männer verzweifelt auf ihre Frauen beim Shopping warten
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Wie Männer verzweifelt auf ihre Frauen beim Shopping warten
Bild: imgur
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Die Schweizer lieben Online-Shopping während der Arbeitszeit
Video: srf
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FRAGFRAUFREITAG
Vor zwei Jahren ist mein Vater gestorben. Es waren über 100 Menschen an seiner Beerdigung und viele haben geweint. Aber heute spricht fast keiner mehr von ihm. Das macht mich traurig bis wütend. Warum? Kerstin, 39
Liebe Kerstin 

Was Sie mir da schreiben ist furchtbar traurig. Aber leider wahr. Ich habe das grosse Glück, dass ich noch niemanden aus meiner Familie oder meinem Freundeskreis verabschieden musste, aber aus Gesprächen mit Bekannten weiss ich, dass es genau so ist.

Ich bin mit Ihrer Frage ein paar Tage schwanger gegangen und habe ein paar Einsichten gewonnen. Vielleicht tröstet es Sie etwas, wenn ich Ihnen sage, dass es mit grosser Sicherheit oft einfach Unsicherheit ist, die dahintersteckt.

Ich kenne das ja selber. Vor ein paar Jahren haben entfernte Bekannte von mir ein wenige Monate altes Kind verloren, ich hatte aus der Zeitung davon erfahren und es hat mich schrecklich traurig gemacht. Ich habe mich darum hingesetzt und diese meine Gefühle niedergeschrieben und dem Paar meine Beileids-Karte geschickt. Daraufhin habe ich nichts mehr gehört. Kein Dank für das Schreiben und auch kein anderes Zeichen. Ich weiss noch, dass es mich damals unglaublich verunsichert hat. Selbstverständlich ging es mir nicht um den Dank, denn ich kann ja sehr wohl nachvollziehen, dass ein Verlust dieser Art einem dermassen übermannen muss, dass darob andere Gesetze gelten. Aber es hat mich tage-, wenn nicht wochenlang nicht mehr losgelassen. Ich hatte grosse Angst, nicht die richtigen Worte gefunden zu haben, zu persönlich geworden zu sein. Oder zu wenig persönlich. War mein Schreiben vielleicht zu oberflächlich gewesen, oder das Kartensujet (ein Baum) unpassend? Hatte ich mit meiner Karte zu lange zugewartet (etwa 2 Wochen) oder hat man mir verübelt, dass ich bei der Trauerfeier nicht dabei war?

Das klingt jetzt alles sehr dramatisch und übertrieben. Aber genau so ist es mir ergangen. Ich habe mich nur noch hintersinnt. Dennoch habe ich es wieder genau so gemacht, als ein Freund seinen Vater verloren hat. Ich habe mich hingesetzt und einen Brief geschrieben. Aber es hätte genau so gut sein können, dass ich es dieses Mal gelassen hätte. Aus der nackten Angst, etwas falsch zu machen. Nicht die richtigen Worte zu finden. Nicht den richtigen Rahmen, den richtigen Zeitpunkt.

Der Tod ist eine beklemmende Angelegenheit. Wir alle wissen, dass er uns früher oder später ereilen wird. Doch solange es geht, wollen wir ihn ignorieren. Wenn er uns dann doch streift, indem er jemanden aus dem erweiterten Kreise stiehlt, dann sind wir haltlos überfordert. Unsere Kultur hat keinen gesunden Umgang mit dem Tod gelernt. Während wir darauf getrimmt sind, ihn so schnell als möglich ad acta zu legen und die Toten alsbald zu vergessen, beweinen andere Völker ihre Toten tagelang und lautstark.

So kann es schon mal geschehen, dass Eltern, die ihr Kind verloren haben, nach ein paar Jahren zu hören bekommen, sie sollen doch endlich mal damit aufhören, immer noch zu trauern. Man solle die Erinnerungsstücke doch bitte weglegen und Gras darüber wachsen lassen. Als würde die Zeit solche Wunden heilen können! Als könnte die reine Ignoranz den Verlust ungeschehen machen!

Dabei würden Menschen, die eine geliebte Person gehen lassen mussten, sehr gerne über diese reden. Sich erinnern. Bilder wieder bunter werden lassen, Rückschau halten. Die Hinterbliebenen möchten das Gefühl haben, dass auch andere Leute sich an den verstorbenen Menschen erinnern und dass dieser in dieser Reminiszenz weiter existiert. Sie möchten nicht zur Tagesordnung übergehen, kaum ist der Leichnam beerdigt. Vermutlich haben viele Menschen Angst, man würde traurige Erinnerungen wecken, wenn man über die verstorbene Person spricht. Aber Menschen, die ein geliebtes Geschöpf verloren haben, denken sowieso tagtäglich an dieses. Man muss keine Angst haben, dass man ruhende Geister weckt. Der Verlust ist da. Tag für Tag. Er wird nicht grösser, indem man ihn anspricht. Er verteilt sich, indem er von mehreren Herzen mitgetragen wird.

Sie können das Andenken an Ihren Vater nicht einfordern. Aber Sie können weiterhin über ihn sprechen, sich erinnern. Und wir alle können noch heute damit anfangen, unsere Komfortzone zu erweitern und Gefühle zu riskieren, wo diese dringend gebraucht werden. Im Wissen darum, dass wir auch nicht totgeschwiegen werden möchten.

Alles Liebe und Gute Ihnen. Ihre Kafi.
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