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Apple-Event WWDC:: KI-Offensive und ein neues iOS – das ändert sich

epa13025014 Attendees watch the presentation during the Apple WWDC26 at Apple Park in Cupertino, California, USA, 08 June 2026. EPA/LIPO CHING
Die Keynote fand am Montagabend auf dem Apple-Park-Firmenareal in Cupertino statt.Bild: keystone

Apples neue Siri ist angeblich fertig – das ändert sich für iPhone-User

Vor zwei Jahren hat Apple eine verbesserte Siri angekündigt. Nach Verzögerungen soll die KI-Assistentin nun dank einer Kooperation mit dem Konkurrenten Google startbereit sein. Es gibt aber einen Haken.
08.06.2026, 21:0409.06.2026, 08:51
Ein Artikel von
t-online

Apple richtet seine neue System-Software, die voraussichtlich im Herbst erscheinen wird, umfassend auf Künstliche Intelligenz aus. Auf seiner diesjährigen Entwicklerkonferenz World Wide Developer Conference (WWDC) hat der US-Konzern mitgeteilt, dass Siri künftig komplexere Aufgaben für die User ausführen können soll als bislang. Allerdings beherrscht die Sprachassistentin vorläufig nur Englisch.

Was wissen wir zur neuen Siri?

Bereits auf seiner WWDC 2024 hatte Apple eine umfassende Überarbeitung seiner KI angekündigt. Immer wieder kam es zu Verzögerungen. Apple holte sich schliesslich Hilfe beim grossen Konkurrenten Google mit dessen generativer künstlicher Intelligenz namens Gemini.

Apples Sprachassistentin soll nun auch wie ein KI-Chatbot arbeiten und komplexe Fragen beantworten können. Bislang war die Apple-KI nur für einfache Aufgaben ausgelegt. Dazu gehörten Funktionen wie Kontakte per Sprachbefehl anzurufen, Nachrichten zu senden oder Apps zu starten.

Hinter der neuen Apple-KI steht ein überarbeitetes, plattformübergreifendes KI-Modell namens «Apple Intelligence». Dieses generiert sprachliche Inhalte (Text und Audio) und Bilder.

Welche Rolle spielt Google?
Bei der neuesten Generation von Apple Intelligence und der KI-Sprachassistentin «Siri AI» spielt Gemini eine zentrale, jedoch unsichtbare Rolle:
Das technologische Fundament: Apple hat Anfang 2026 ein Milliardenabkommen mit Google geschlossen. Dabei lizenziert Apple ein speziell angepasstes, sehr leistungsstarkes Gemini-Modell. Dieses bildet nun das Herzstück der überarbeiteten «Apple Foundation Models», welche die komplexeren Aufgaben der neuen Siri AI antreiben.
Keine Google-Schnittstelle für Apple-User: Gemini tritt auf iPhones, iPad, Macs und Apple Watch nicht als eigenständige Marke auf. Die User interagieren weiterhin ausschliesslich mit Siri und Apple Intelligence.
Datenschutz (Private Cloud Compute): Um Apples Datenschutzrichtlinien zu wahren, laufen die Berechnungen des lizenzierten Gemini-Modells nicht auf Google-Servern. Die Verarbeitung findet entweder direkt auf dem Apple-Gerät (On-Device) statt oder über Apples hauseigene Server-Infrastruktur («Private Cloud Compute»). Es fliessen keine Nutzerdaten an Google, und Google darf diese Daten nicht für das Training eigener Modelle verwenden.
Strategische Überbrückung: Apples Nutzung der Google-Technologie gilt als Übergangslösung. Apple arbeitet bereits am Aufbau eigener KI-Server-Chips (unter dem Codenamen «Baltra»), um voraussichtlich ab 2027 eine vollständig eigene Infrastruktur betreiben zu können.

Google Gemini ist der zentrale KI-Assistent von Google. Der Name steht aber auch für die dahinterstehende Familie multimodaler KI-Sprachmodelle, die das Generieren von Text, Audio, Bildern und Videos ermöglichen. (dsc)
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Noch hat Google mit Gemini einen Vorsprung.Bild: imago-images.de

Die KI-Siri ist laut Apple tief in die jeweiligen Plattformen integriert. Und sie ist auch geräteübergreifend verfügbar. Wenn man eine Konversation in der Siri-App auf dem iPhone startet, kann man sie nahtlos zu einer anderen Zeit am iPad fortführen und später am Mac oder der Apple Watch.

Eine KI für alle Systeme: Apple Intelligence ist tief in die Geräteplattformen des Konzerns integriert.
Eine KI für alle Systeme: Apple Intelligence ist tief in die Geräteplattformen des Konzerns integriert.bild: apple

Apples Sprachassistentin wird auch künftig mit dem Befehl «Hey Siri» gestartet. User können mithilfe der KI im Internet suchen und sich Erinnerungen erstellen lassen. Apple demonstrierte das bei seiner WWDC mit der Suche nach einem Rockkonzert und nach Konzertkarten. Den Termin für das Konzert speicherte Siri als Erinnerung ab.

Siri gibt es neu erstmals als eigene App. Die Anwendung erinnert in grossen Teilen an andere KI-Chatbots wie ChatGPT von OpenAI oder Gemini von Google. Dort kann man sich mit der KI unterhalten, bekommt Fragen beantwortet und kann sich beim Verfassen von Texten helfen lassen.

Zudem bekommt Siri neue Stimmen und wird jetzt im «Dynamic Island» genannten Element am oberen iPhone-Bildschirm angezeigt.

Wo bietet Apple mehr als die Konkurrenz?

Fokus auf Datenschutz

Apples KI-Funktionen sind nicht neu. Die Chatbots und Sprachassistenten anderer Unternehmen wie Google können das schon lange. Aber: Laut Apple wird nichts von den Konversationen mit Siri langfristig gespeichert. Daten sollen nicht an andere Unternehmen weitergegeben werden.

«Wenn eine höhere Rechenleistung notwendig ist, wird Apple auf ‹Private Cloud Compute› setzen. Dabei wird eine private, virtuelle Cloud geschaffen, in der die eigenen Daten gerechnet werden. Damit sollen die ‹hohen Privatsphäre-Standards› eingehalten werden.»
quelle: futurezone.at

Wo ist der Haken?

Es gibt mehrere.

Die KI-Siri wird zunächst kein Deutsch beherrschen. In der Apple-Mitteilung steht im Kleingedruckten:

«Siri AI wird später in diesem Jahr als Betaversion für Nutzer:innen mit einem unterstützten Gerät verfügbar sein, wenn die Sprache auf Englisch eingestellt ist. Apple wird die Unterstützung für weitere Sprachen schnell ausweiten.»

Und wir müssen über die Kosten reden.

Die neuen KI-Funktionen sind auf allen Geräten verfügbar, auf denen Apple Intelligence läuft. Die Grundfunktionen sind für alle User kostenlos, doch gibt es für gewisse KI-Funktionen ein tägliches Limit. Für User, die ein kostenpflichtiges «iCloud Plus»-Abo haben, wird das tägliche Nutzungslimit höher sein. Die KI-Funktionen sind also nicht ganz gratis. Details dazu wurden bei der Keynote nicht verraten.

Apples Promo-Video zur KI-Siri:

Apple verzögert KI-Siri für iPhone-User in der Europäische Union

User in der Europäischen Union (EU) sollen die aufgemotzte KI-Siri erst zu einem späteren, noch unbekannten Zeitpunkt per System-Update erhalten.

Das hat mit der Gatekeeper-Funktion des US-Unternehmens zu tun: Wegen seiner Marktmacht schreibt die EU Apple vor, seine Plattformen für Drittanbieter zu öffnen und diese Konkurrenten gleichberechtigt zu behandeln.

Die EU-Kommission lege das europäische Digitalgesetz DMA (Digital Markets Act) so aus, dass Apple jedem anderen KI-Assistenten exakt denselben, tiefen Systemzugriff auf dem iPhone gewähren müsse, den auch Siri habe. Apple weigert sich aber, diesen tiefen Systemzugriff freizugeben.

In einer am Montagabend veröffentlichten Apple-Mitteilung wird Software-Chef Craig Federighi zitiert:

«Wir hoffen, Siri AI bald auch in der EU anbieten zu können, und werden weiterhin mit den EU-Regulierungsbehörden an einer Lösung arbeiten. Da sie sich jedoch weigern, konstruktiv mit uns auf Lösungen hinzuarbeiten, die Datenschutz und Sicherheit gewährleisten, können wir derzeit keinen Zeitplan für die Verfügbarkeit von Siri AI in iOS und iPadOS in der EU nennen.»
quelle: apple.com

Ganz ohne Siri AI müssen Apple-Nutzerinnen und -Nutzer in der EU aber doch nicht auskommen, wie futurezone.at festhält. Auf Mac-Computern und der Apple Watch werde die neue KI-Siri verfügbar sein. Da Apple bei den Desktop-Computern, Laptops und den Smartwatches von der EU nicht als sogenannter Gatekeeper eingestuft sei, unterliegen macOS und watchOS nicht den strengen Regeln des DMA.

«Nutzer:innen von Mac, Apple Watch und Apple Vision Pro in der EU können auf Siri AI zugreifen, wenn ihr Gerät auf eine unterstützte Sprache [also vorerst nur Englisch] eingestellt ist. Siri AI wird in der EU in iOS und iPadOS zunächst nicht verfügbar sein.»
quelle: apple-medienmitteilung

Was gibt es abgesehen von der KI-Siri Neues?

Mit iOS 27 soll die Effizienz der Software massgeblich verbessert werden. Dies führe zu besserer Leistung und spürbar höherer Akkulaufzeit. Unter dem Strich sollen die Nutzerinnen und Nutzer von Fehlerbehebungen profitieren.

Tatsächlich werden mit dem Update – abgesehen von der KI-Siri – vor allem Schwachstellen, Unstimmigkeiten und andere Makel der Vorgängerversion iOS 26 ausgebügelt.

Auch an der Geschwindigkeit seines mobilen Betriebssystems hat der Konzern gearbeitet. iPhone- und iPad-Apps sollen mit iOS 27 und iPadOS 27 bis zu 30 Prozent schneller starten.

Apple hat «Liquid Glass» verbessert

Zudem hat Apple beim Aussehen seiner Betriebssysteme nachgebessert. Das im vergangenen Jahr eingeführte neue «Liquid Glass»-Design war oft wegen seiner eingeschränkten Lesbarkeit durch transparente, sich überlappende Elemente kritisiert worden.

iOS 27: Apple das im vergangenen Jahr eingeführte «Liquid-Glass»-Design überarbeitet und angepasst.
iOS 27: Apple das im vergangenen Jahr eingeführte «Liquid-Glass»-Design überarbeitet und angepasst.bild: apple

Bei iOS 27 und seinen anderen Betriebssystemen hat Apple jetzt die Lesbarkeit erhöht. Künftig können Anwender zwischen einem «Ultra Clear» und einem «Fully Tinted» genannten Design umschalten. «Ultra Clear» ist komplett transparent, bei «Fully Tinted» sind die Transparenzeffekte auf ein Minimum reduziert. Auch die App-Icons hat Apple überarbeitet. Diese sind jetzt schärfer zum Hintergrund abgegrenzt als bislang.

App-Symbole sollen durch neue Effekte schärfer als bislang sichtbar sein.
App-Symbole sollen durch neue Effekte schärfer als bislang sichtbar sein.bild: apple

Auf welchen iPhone-Modellen läuft iOS 27?

Eine gute Nachricht für Besitzer älterer iPhones: iOS 27 soll auf allen Geräten laufen, auf denen das Vorgängerbetriebssystem iOS 26 läuft. Das sind alle aktuellen iPhones bis hin zum iPhone 11. Auch die Geräte iPhone SE (2. Generation und 3. Generation) werden unterstützt.

Eine öffentliche Betaversion wird laut Apple-Mitteilung im kommenden Monat, also Juli, über das Apple-Beta-Software-Programm unter beta.apple.com verfügbar sein.

Meme zur Apple WWDC 2026
An der WWDC-Keynote vom 8. Juni 2026 gab es zum Thema Apple TV so gut wie keine Neuigkeiten.meme: Reddit

Quellen

(dsc/t-online)

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quelle: getty images north america / justin sullivan
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Doplagus
08.06.2026 22:03registriert Dezember 2019
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