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Frankreich verbietet soziale Medien für unter 15-Jährige

Frankreich verbietet soziale Medien für unter 15-Jährige

21.07.2026, 20:4121.07.2026, 23:43
FILE - A young girl uses her phone while sitting on a bench in Sydney, Nov. 8, 2024. (AP Photo/Rick Rycroft, File)
Australia Social Media
Um das Verbot und seine Ausgestaltung hatte das Parlament in Paris länger gerungen.Bild: keystone

Frankreich führt als erstes EU-Land ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren ein. Ein entsprechendes Gesetz, das nach den Sommerferien greifen soll, verabschiedete das Parlament in Paris mit grosser Mehrheit. Es setzt damit ein von Präsident Emmanuel Macron vorangetriebenes Anliegen um. «Ich hatte mich dafür eingesetzt, nun ist es beschlossen: Ab dem neuen Schuljahr sind soziale Netzwerke für Kinder unter 15 Jahren verboten», reagierte Macron auf den Parlamentsentscheid.

Um das Verbot und seine Ausgestaltung hatte das Parlament in Paris länger gerungen, und auch die Europäische Kommission hatte die Pariser Pläne beanstandet. Ein angepasster Gesetzestext passierte nun am Nachmittag noch vor der parlamentarischen Sommerpause die beiden Parlamentskammern.

Greifen sollen das Verbot sowie eine Alterskontrolle durch die grossen Social-Media-Plattformen nach Vorstellung Frankreichs in zwei Etappen: vom 1. September an für neu eingerichtete Konten und ab Anfang 2027 für bestehende Konten. Frankreich will, dass die Plattformen für die Alterskontrolle bestehende Techniken nutzen, wie sie etwas für den Zugriff auf pornografische Inhalte existieren. Kritiker bezweifeln aber, dass Frankreich die Plattformen im Alleingang zu so einem Schritt bewegen kann.

EU will Rechtsunsicherheit verhindern

Hier hatte auch die Brüsseler Kritik angesetzt - das Auferlegen von Pflichten sei Rolle der EU, hiess es. Verhindert werden müsse eine Zersplitterung in nationale Systeme, die zur Rechtsunsicherheit führen oder die Rechtsdurchsetzung schwächen könnte, hatte ein Sprecher der EU-Kommission erklärt.

Mehrere Mitgliedsländer, darunter Spanien, Griechenland und Österreich, wollen ein Social-Media-Verbot für Minderjährige bis zu einem bestimmten Alter gesetzlich festlegen. Auch Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) kündigte an, ein solches Verbot in Deutschland einführen zu wollen.

Für einzelne Mitgliedsländer ist das aber nicht ohne Weiteres möglich. Denn wer digitale Altersgrenzen auch technisch durchsetzen will, kommt um die grossen Online-Plattformen kaum herum. Diesen Regeln vorzuschreiben und diese durchzusetzen, ist aber die alleinige Zuständigkeit der EU-Kommission. Und diese lässt gerade von Experten klären, wie Rahmenregelungen für digitale Altersgrenzen aussehen könnten.

Umsetzung nicht so einfach

Frankreich, Deutschland und andere Mitgliedsländer dürften TikTok, Instagram, Snapchat und Co. also gar keine zusätzlichen Pflichten auferlegen. Das müsste auf EU-Ebene entschieden werden. Ob und bis zu welchem Alter soziale Medien für Minderjährige dann wiederum verboten sein sollten, könnte nationalstaatliche Kompetenz bleiben - ihren Bürgern dürfen die Mitgliedstaaten schliesslich Vorschriften machen. (sda/dpa)

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Die beliebtesten Kommentare
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Gina3
21.07.2026 21:20registriert September 2023
Top 🔝
Macron sagte dazu:
„Die psychische Gesundheit und das Gehirn unserer Kinder und Jugendlichen stehen nicht zum Verkauf!“
Gut formuliert. Gut gemacht.
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BadlyDrawn
21.07.2026 21:06registriert März 2026
Hoffentlich macht das Schule. Es ist traurig zu sehen, wie viele Teenies nur noch mit krummem Rücken am Smartphone kleben. Kinder sollten ihre Kindheit genießen. Digitalisiert wird ihr Leben später noch früh genug.
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DJRene
21.07.2026 21:04registriert September 2024
Gute Sache, weg mit den sinnlosen Suchtiapps, wo z.B. gemobbte Kinder mit Depressionen am Ende in irgendwelchen Suizidgruppen landen. Es sitzen schon genug 20+ Jährige in der Therapie, anderen Leben beobachtend und selbst nicht mehr wissen, wer man ist und ob man selbst so noch genügt. Irgendwann muss man was machen, besser wird es nicht, die Methoden nur perfider und die Jungen wissen gar nicht, wie ihnen geschieht.
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