Digital
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
A general view of an office of Swedish telecom giant Ericsson is seen in Lund, in this September 18, 2014 file photo.  Ericsson is expected to release Q1 results this week.  REUTERS/Stig-Ake Jonsson/TT News Agency/Files
ATTENTION EDITORS - THIS IMAGE HAS BEEN SUPPLIED BY A THIRD PARTY. IT IS DISTRIBUTED, EXACTLY AS RECEIVED BY REUTERS, AS A SERVICE TO CLIENTS. SWEDEN OUT. NO COMMERCIAL OR EDITORIAL SALES IN SWEDEN. NO COMMERCIAL SALES 

GLOBAL BUSINESS WEEK AHEAD PACKAGE -   SEARCH

Ein Firmengebäude von Ericsson in Schweden: Der Handy-Pionier will mehr Geld von Apple. Bild: TT News Agency/REUTERS

Ericsson verklagt Apple in drei europäischen Ländern

Der schwedische Tech-Konzern und der iPhone-Hersteller können sich nicht über Lizenzgebühren für Mobilfunk-Patente einigen. Nun müssen die Richter entscheiden.



Ericsson geht in Deutschland, Grossbritannien und den Niederlanden gerichtlich gegen Apple vor. In den drei Ländern seien Patentverletzungsklagen eingereicht worden, schreibt der schwedische Tech-Konzern in einer Medienmitteilung vom Freitag.

Zuvor habe man Apple ergebnislos angeboten, ein Schiedsgericht einzuschalten, um «zu einer für beide Seiten vorteilhaften Übereinkunft» über die weltweite Nutzung seiner Patente zu gelangen. Dieses Verhandlungsangebot sei nun abgelaufen, heisst es.

Die Richter müssen entscheiden, ob die von Ericsson verlangten Lizenzgebühren fair und angemessen sind.

Konkret dreht sich der Streit um grundlegende Mobilfunk-Technologien, die unter anderem dafür sorgen, dass iPhones und andere Smartphones miteinander über 4G-Netze kommunizieren können.

Apple hat Ericsson in der Vergangenheit Lizenzgebühren bezahlt, eine entsprechende Vereinbarung ist aber im Januar abgelaufen, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet. Die Neuverhandlungen seien gescheitert, worauf sich beide Unternehmen in den USA verklagten. In Kalifornien und in Texas sind entsprechende Verfahren hängig.

37'000 Patente weltweit

Ericsson besitzt laut eigenen Angaben «eines der stärksten Portfolios an Schutzrechten mit über 37'000 erteilten Patenten weltweit». Laut Unternehmensangaben werden mehr als 40 Prozent aller mobilen Telefongespräche weltweit über Ericsson-Netze geführt. Bislang habe man über 100 Patentlizenzen mit fast allen grösseren weltweiten Anbietern von Endgeräten und Netztechnik abgeschlossen.

Ein bei Ericsson zuständiger Manager wird mit den Worten zitiert: «Apple profitiert nach wie vor von Ericssons Technologie, ohne aktuell im Besitz einer gültigen Lizenz für ihre Nutzung zu sein. Unsere Technologie steckt in einer ganzen Reihe von Funktionalitäten und Leistungsmerkmalen heutiger Kommunikations-Endgeräte.» 

Im Gegenzug wirft Apple laut Bloomberg-Bericht Ericsson vor, seine Patente missbräuchlich zu verwenden und damit gegen das FRAND-Prinzip zu verstossen. Der Kontrahent versuche, übermässig von den Apple-Innovationen finanziell zu profitieren.

FRAND

Der Streit zwischen Apple und Ericsson läuft seit nunmehr zwei Jahren, wie das «Handelsblatt» berichtet. Im Grundsatz gehe es bei den Auseinandersetzungen um das sogenannte FRAND-Prinzip (Fair, Reasonable and Non-Discriminatory), das faire, angemessene und nicht diskriminierende Lizenzbedingungen für Patente beschreibe. Durch FRAND solle sichergestellt werden, dass sich eine Technologie möglichst schnell durchsetzen könne, gleichzeitig aber der Patenthalter eine angemessene Vergütung erhalte.

Vom Mobilfunk-Pionier zum Patent-Verwerter

Ericsson gehörte zu den Mobilfunk-Pionieren, die in den 90er-Jahren mit ersten Handys den Markt eroberten. 2001 wurde ein Joint Venture mit Sony Mobile aus Japan abgeschlossen. 2012 verkauften die Schweden die Mobilfunk-Sparte des Unternehmens an den Geschäftspartner. 

Der Rechtsstreit erinnert an den langjährigen Patentkrieg zwischen Apple und Samsung. Die beiden Tech-Giganten bekämpften sich in zahlreichen Ländern mit Klagen und Gegenklagen. Einen klaren Sieger gibt es bis heute nicht; auch wenn eine US-Jury zugunsten von Apple urteilte und Samsung zu Schadenersatzzahlung verpflichtete.

Das sind die 30 populärsten Handys aller Zeiten

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

1 Kommentar
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1

4 Infografiken zur SwissCovid-App, die die harte Realität zeigen

Eine aktuelle repräsentative Studie zeigt, dass die Schweizer Bevölkerung bei der Corona-Warn-App gespalten ist: Mehr als die Hälfte will sie nicht nutzen. Aus Unwissenheit, Angst – oder anderen Gründen?

Die Corona-Warn-App des Bundes ist seit dem 25. Juni offiziell verfügbar. Doch die Akzeptanz in der Schweizer Bevölkerung ist tief, wie eine repräsentative Befragung des Online-Vergleichsportals comparis.ch zeigt. Zwar hat die SwissCovid-App mittlerweile über eine Million aktive User. Doch eine Mehrheit der Smartphone-Besitzer will sie nicht installieren.

Digital-Experte Jean-Claude Frick schreibt:

«Das zeigt, dass sich viele Handynutzer nicht bewusst sind, wo die wirklichen Gefahren liegen», …

Artikel lesen
Link zum Artikel