Digital
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Steven Paul Jobs verstarb heute vor fünf Jahren nach jahrelangem Krebsleiden im Alter von 56 Jahren. Bild: EPA

Fünf Jahre ohne Steve Jobs – wann bringt Apple «The Next Big Thing»?



Vor seinem Tod gab Apple-Chef Steve Jobs seinem Nachfolger einen wichtigen Rat. Er solle sich niemals fragen: «Was würde Steve jetzt tun?» Das hindert Beobachter nicht daran, genau immer wieder diese eine Frage zu stellen – zumal Apple erstmals seit Jahren nicht mehr wächst.

Als Steve Jobs vor fünf Jahren starb, hinterliess er seinen Nachfolgern bei Apple ein schwieriges Erbe. Einerseits war der Konzern in den 15 Jahren nach seiner Rückkehr dank iPod und iPhone vom Pleitekandidaten zum wertvollsten Unternehmen der Welt geworden.

Zum anderen übernahm die Chefetage um Tim Cook eine Firma, die sich um den Mitgründer und Retter Jobs drehte: Steve bestimmte die Strategie, Steve feilte mit Designchef Jony Ive am Aussehen der Geräte, Steve traf viele grosse und kleine Entscheidungen bis hin zum Farbton der App-Symbole. Und dann war Steve nicht mehr da.

FILE - This July 16, 2010 photo shows Apple's Tim Cook, left, and Steve Jobs, right, during a meeting at Apple in Cupertino, Calif. Apple’s potential purchase of headphone maker Beats Electronics for $3.2 billion is just the latest example of how much Cook has deviated from Jobs, who had so much confidence in his company’s innovative powers that he saw little sense in spending a lot of money on acquisitions. (AP Photo/Paul Sakuma, File)

Nachfolger Tim Cook (links) und der sichtlich von seinem Krebsleiden gezeichnete Steve Jobs im Juli 2010. Bild: Paul Sakuma/AP/KEYSTONE

Ganz überraschend kam sein Tod nicht – die Folgen der Krebserkrankung hatten den 55-Jährigen immer schwerer gezeichnet, schon im August 2011 gab er den Posten des Firmenchefs an Cook ab. Aber zugleich versprach Jobs noch, an der Spitze des Verwaltungsrates weiter für Apple da zu sein.

Erfolgstreiber Jobs

«Ich war überzeugt, er erholt sich auch diesmal», sagte Cook vor kurzem in einem Interview der «Washington Post». «So, wie er es immer getan hat.» Doch Jobs konnte den Krebs nicht besiegen, er starb am 5. Oktober 2011, einen Tag nachdem der sichtlich mitgenommene Tim Cook das iPhone 4S vorgestellt hatte.

Seitdem reissen Debatten darüber nicht ab, wie innovativ Apple ohne Steve Jobs sein kann. Schliesslich gilt er als die treibende Kraft hinter allen grossen Erfolgen von Apple: Der erste Macintosh 1984, der iMac 1998, der iPod 2001, das iPhone 2007 und das iPad 2010.

Vom Ur-Mac bis zum iMac

Oracle-Gründer Larry Ellison, ein langjähriger Freund und Vertrauter von Jobs, sah eine düstere Zukunft für das Unternehmen: «Wir haben ein Apple ohne Steve Jobs schon gesehen», winkte er in einem Fernsehinterview ab.

2016 sinken die iPhone-Verkäufe erstmals

Bis zu diesem Jahr widerlegte Apple die Untergangspropheten stets mit neuen Rekordergebnissen. Besonders gross war der Sprung mit dem iPhone 6, als im Weihnachtsgeschäft 2014 mit der Einführung grösserer Modelle die iPhone-Verkäufe um 46 Prozent auf rund 74.5 Millionen Geräte hochschnellten.

Im vergangenen Jahr gelang es in einem abgebremsten Smartphone-Markt gerade noch, diese Marke knapp zu übertreffen. Doch in diesem Jahr sanken die iPhone-Verkäufe erstmals seit der Markteinführung.

Apples Probleme dokumentiert in 22 Grafiken

Und vom neuen iPhone 7 erwarten Analysten ebenfalls keine Wende, auch wenn sie nach ersten Hinweisen auf das robuste Konsumenteninteresse zuversichtlicher geworden sind. Apple ging ins dritte Jahr mit einem weitgehend unveränderten iPhone-Design – und erntete dafür viel Kritik. Auch deshalb schlägt Cooks Apple der Vorwurf entgegen, der Konzern zehre von den Innovationen der Jobs-Ära.

Auch Jobs produzierte Flops

Als einzige neue Produktkategorie betrat der Konzern seit Jobs' Tod das Wearables-Geschäft mit der Computer-Uhr Apple Watch. Sie wurde zwar aus dem Stand die klare Nummer eins in dem noch überschaubaren Markt der Smartwatches – aber die Verkäufe sanken nach Einschätzung der Marktforscher von 3.6 Millionen Uhren zum Start im zweiten Quartal 2015 auf zuletzt um die 1.5 Millionen Geräte pro Vierteljahr.

Es gelang also auf Anhieb nicht, den Markt hochzureissen. Apple tastet sich auch noch vor – mit der neuen Version des Betriebssystem wurde die Bedienung radikal umgestaltet. Man kann dies als Eingeständnis werten, dass die Entwickler mit anfänglichen Vorstellungen in wichtigen Punkten daneben lagen.

Allerdings musste auch der legendäre Produktvisionär Jobs in seiner Ära etliche Niederlagen einstecken. So verpatzte Apple noch unter ihm den Start des Cloud-Dienstes MobileMe, das Musik-Netzwerk Ping war eine Totgeburt, einige Geräte wie der Lautsprecher Apple Hifi verschwanden schnell wieder.

Apple Computer wurde 1976 von Steve Jobs (rechts), Steve Wozniak (links) und Ronald Wayne (nicht im Bild) in der Garage von Jobs Eltern in Mountain View (Kalifornien) gegruendet.  (KEYSTONE/DPA/APPLE)

Apple Computer wurde 1976 von Steve Jobs (rechts), Steve Wozniak (links) und Ronald Wayne (nicht im Bild) in der Garage von Jobs Eltern in Mountain View, Kalifornien, gegründet. Bild: DPA APPLE

Was bringt Apples Zukunft?

Die Technologie-Branche hat sich seit Jobs' Tod aber auch massiv verändert. Und so liegen die aktuellen Innovationen von Apple weniger im Hardware-Bereich, sondern in Software.

Der Konzern investiert in maschinelles Lernen und künstliche Intelligenz, um nicht gegen Google, Amazon und Microsoft ins Hintertreffen zu geraten. Die Siri-Sprachsteuerung ist inzwischen auf allen Geräten verfügbar, die Daten fliessen über die iCloud-Server viel nahtloser von Gerät zu Gerät als früher.

Die grossen Techfirmen setzen auf künstliche Intelligenz

Bild

Künstliche Intelligenz: Google, Facebook, Microsoft, Amazon und Baidu scheinen beim potenziell nächsten Megatrend die Nase vorn zu haben.

Nach Informationen des Finanzdienstes Bloomberg wird inzwischen auch ein vernetzter Lautsprecher getestet, der ähnlich wie die Konkurrenzgeräte Amazon Echo und Google Home eine zentrale Rolle im smarten Zuhause spielen könnte. Apple positioniert sich für eine Zukunft, die erst in einigen Jahren voll greifbar sein könnte. Und seit Anfang 2015 halten sich hartnäckig Gerüchte über ein Apple-Auto.

Sauberes Image mit Rissen

Zugleich drückte Cook Apple seinen Stempel auf, indem er den Konzern bei Themen wie Umweltschutz, Privatsphäre und Gleichberechtigung öffentlich in Stellung brachte. Die Rechenzentren und Apple Stores nutzen erneuerbare Energien, die Kontrollen der Arbeitsbedingungen bei Zulieferern wurden ausgebaut, Apple legte sich vor Gericht mit dem FBI an als der Konzern sich weigerte, das iPhone eines toten Terroristen in Kalifornien aufzuknacken.

«Ich bin der Meinung, dass ein Chef von Apple an der nationalen Debatte zu solchen Fragen teilnehmen sollte», sagt Cook. Das alles hatte Produktvisionär Jobs zumindest öffentlich nicht unbedingt als Prioritäten erkennen lassen.

Zuletzt musste allerdings Cook beim Versuch, Apple als politisch korrekten Musterschüler zu positionieren, einen herben Rückschlag hinnehmen: Die Forderung der EU-Kommission an Irland, von Apple über 13 Milliarden Euro Steuern nachzufordern, lässt den iPhone-Hersteller in der Öffentlichkeit als Steuersünder erscheinen. (oli/sda/dpa)

40 Jahre Apple – diese Meilensteine musst du kennen

5 Storys, die jeder Apple-User kennen sollte

Das könnte dich auch interessieren:

Neuer Kampfjet: Parlament entscheidet im Überschall-Tempo

Link zum Artikel

Wo stand die erste Manor-Filiale der Schweiz? Und wo McDonald's? Die grosse Übersicht

Link zum Artikel

Thomas Cooks Pleite und die «grösste Rückführungsaktion seit dem WWII» – 6 Antworten

Link zum Artikel

«Schwarzer Tag»: Manor schliesst Standort Zürich Bahnhofstrasse Ende Januar 2020

Link zum Artikel

Schweizer verschwindet auf LSD-Trip im Disneyland – und landet hart wieder in der Realität

Link zum Artikel

Roger Köppel sprengt die Zürcher Ständerats-«Arena» – zumindest fast

Link zum Artikel

Diese 9 Food Trucks aus New York wünschen wir uns in der Schweiz (weil absolut 🤤)

Link zum Artikel

Federer/Nadal necken sich wie ein altes Ehepaar und McEnroe will «ihre Karrieren beenden»

Link zum Artikel

«Kein Brexit ohne Parlament!» John Bercow sagt Johnson in Zürich den Kampf an

Link zum Artikel

St. Galler Polizist schiesst sich aus Versehen in den Oberschenkel

Link zum Artikel

Die lange Reise der Schiedsrichter-Pfeife an die Rugby-WM nach Japan

Link zum Artikel

Eins vor Tod will ich Sex und (eventuell) eine Ohrfeige

Link zum Artikel

CVP fährt grosse Negativ-Kampagne gegen andere Parteien – die Reaktionen sind heftig

Link zum Artikel

Wo du in dieser Saison Champions League und Europa League sehen kannst

Link zum Artikel

Migros Aare baut rund 300 Arbeitsplätze ab

Link zum Artikel

Eine Untergrund-Industrie plündert Banking-Apps wie Revolut – so gehen die Betrüger vor

Link zum Artikel

YB droht Bickel mit Gericht, nachdem er als Sportchef 40 Mio. verlochte

Link zum Artikel

Warum wir bald wieder über den Schweizer Pass reden werden

Link zum Artikel

«Ich hatte Sex mit dem Ex meiner besten Freundin…»

Link zum Artikel

Die amerikanische Agentin, die Frankreichs Résistance aufbaute

Link zum Artikel

Matheproblem um die Zahl 42 geknackt

Link zum Artikel

Wie gut kennst du dich in der Schweiz aus? Diese 11 Rätsel zeigen es dir

Link zum Artikel

«In der Schweiz gibt es zu viel Old Money und zu wenig Smart Money»

Link zum Artikel

So schneiden die Politiker im Franz-Test ab – wärst du besser?

Link zum Artikel

Röstigraben im Bundeshaus: «Sobald ich auf Deutsch wechsle, sinkt der Lärm um 10 Dezibel»

Link zum Artikel

So erklärt das OK der Hockey-WM in der Schweiz die Ähnlichkeit zum Tim-Hortons-Spot

Link zum Artikel

Die Geschichte von «Ausbrecherkönig» Walter Stürm und seinem traurigen Ende

Link zum Artikel

«Informiert euch!»: Greta liest den Amerikanern bei Trevor Noah die Leviten

Link zum Artikel

Keine Angst vor Freitag, dem 13.! Diese 13 Menschen haben bereits alles Pech aufgebraucht

Link zum Artikel

Der Kampf einer indonesischen Insel gegen den Plastik

Link zum Artikel

«Ich bin … wie soll ich es sagen … so ein bisschen ein Arschloch-Spieler»

Link zum Artikel

Alles, was du über die neuen iPhones und den «Netflix-Killer» von Apple wissen musst

Link zum Artikel

15 Bilder, die zeigen, wie wunderschön und gleichzeitig brutal die Natur ist

Link zum Artikel

Shaqiri? Xhaka? Von wegen! Zwei Torhüter sind die besten Schweizer bei «FIFA 20»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

11
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
11Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • ... and Justice for All 05.10.2016 09:27
    Highlight Highlight Stay hungry, stay foolish :)
  • Theor 05.10.2016 09:04
    Highlight Highlight Das neue Iphone läuft doch wie geschmiert? Fast überall standen die Leute wieder um mitternacht vor den Apple-Stores. Wars nicht irgendein Chinese, der es sogar in die Nachrichten schaffte, weil er nach Australien fuhr nur um das Iphone als erster zu bekommen?

    Ich halte persönlich zwar von Apple nicht mehr als von jedem anderen Technikkonzern. Aber so wie mir scheint, läuft der Laden noch ganz gut.
  • Wuschelhäschen 05.10.2016 08:08
    Highlight Highlight Ja seit Steve Weg ist, ist es nicht mehr das selbe. Die Magie ist weg. Es wird immer klarer, dass die Firma nur noch dort investiert, wo der Mainstream Geld macht. Das war bei Steve Jobs umgekehrt. Seine Orientierung lag in der Innovation (nicht verwechseln mit "was neues erfinden", so viele Menschen verstehen das Wort nicht, unglaublich). Wer hätte im Mai 2007 eine Wette gemacht, dass das Internet für alle aufs Telefon kommt? Niemand! Der Konsens damals war, dass der Bildschirm zu klein war und es unbequem sei. Steve sah das anders und lancierte das iPhone. Wo ist diese Innovation heute?
    • You will not be able to use your remote control. 05.10.2016 15:42
      Highlight Highlight 'Innovation' bedeutet etwas anderes als du denkst, dass es bedeutet.
    • Wuschelhäschen 05.10.2016 19:50
      Highlight Highlight Nein, das tut es nicht.
    • You will not be able to use your remote control. 06.10.2016 13:44
      Highlight Highlight Im Ernst, ich habe deinen Beitrag nicht bis da gelesen, wo du sagst, dass du ein Experte für die Bedeutung des Wortes 'Innovation' bist.

      Du meinst, weil Apple so viele Produkte so erfolgreich vermarktet, hast du per Definition recht?

      Ok, ich korrigier mich: Apple macht was anderes als du denkst.

      Die Produke von Apple sind so gut wie nie 'Erstmalig' oder 'Neu'. Sich mit dem Internet verbinden ist seit 1991 keine Idee mehr. (Das Internet kommt nicht auf dein Gerät ;))

      Und ich glaube, auch wenn ich kein Experte bin, dass Innovation kein Synonym für 'besseres Marketing' ist.
    Weitere Antworten anzeigen

Ich habe «Handy-freie» Ferien überlebt – hier der schonungslose Bericht

Eine fast zweiwöchige Auszeit vom Internet, keine Mobilgeräte, kein Fernsehen: Mit diesem Ziel fuhren wir zuversichtlich in die Südschweiz ...

Vergiss «Digital Detox»!

Also nicht die Idee, die dahinter steckt, sondern den Begriff an sich: «Digitales Entgiften» klingt so gesundheitsfanatisch und hat mich früher immer abgeschreckt.

Dabei können sich Handy-freie Ferien lohnen und sogar genial werden. Wenn man gewisse Fehler vermeidet ...

Im Folgenden erwartet dich ein persönlicher Erfahrungsbericht, von dem du vielleicht den einen oder anderen praktischen Tipp mitnehmen kannst.

Als wir familienintern und im Freundeskreis diskutierten, wie …

Artikel lesen
Link zum Artikel