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Android-Apps erfassen Ultraschall-Signale, die für das menschliche Ohr nicht hörbar sind.
Android-Apps erfassen Ultraschall-Signale, die für das menschliche Ohr nicht hörbar sind.
Bild: shutterstock

Der Spion, der aus der TV-Werbung kam: So werden Handy-Nutzer per Ultraschall überwacht

08.05.2017, 17:36

Deutsche Sicherheitsexperten haben mindestens 234 Apps für das Google-Betriebssystem Android entdeckt, die Nutzer über verschiedene Geräte hinweg mit Ultraschall-Signalen verfolgen.

Die Apps lauschen auf entsprechende Töne, die in Fernsehwerbung untergebracht ist oder von den Lautsprechern in verschiedenen Geschäften wiedergegeben wird. Das sogenannte «Ultraschall-Leuchtfeuer», das insgesamt auf mehreren Millionen Smartphones weltweit installiert ist, wird insbesondere für Werbekampagnen ausgenutzt.

«Mit einer Technologie namens Ultrasound Cross-Device-Tracking (uXDT) können Android-Apps Ultraschall-Signale tracken, die für das menschliche Ohr nicht hörbar sind. Das Smartphone protokolliert dann Werbespots, Fernsehsendungen oder Internetseiten, die ihr euch momentan anschaut und übermittelt diese Daten an Firmen.»

So kann die App einer Handelskette beispielsweise registrieren, wenn ein Nutzer eine bestimmte Filialen betritt. Oder sie wird durch die Ausstrahlung bestimmter Werbespots im Fernsehen ausgelöst und der Handy-Nutzer als Empfänger des Werbespots identifiziert.

Die vier Forscher von der Technischen Universität Braunschweig hatten für ihre Studie, die an einer Sicherheitskonferenz in Paris vorgestellt wurde, insgesamt 1,3 Millionen Apps analysiert. Bei einer vergleichbaren Untersuchung vor einem Jahr nutzten gerade einmal sechs Apps Ultraschall-Tracking, nun sind es mindestens 234.

So funktioniert Ultraschall-Tracking

Beim Ultraschall-Tracking werden Signale im Frequenzbereich zwischen 18 und 20 kHz ausgestrahlt, der für das menschliche Gehör nicht wahrnehmbar ist. Entsprechend ausgestattete Smartphone-Apps können allerdings diese Signale empfangen, die dann für Werbezwecke verwendet werden. So könnte beispielsweise eine Restaurant-Kette die Smartphones in der Umgebung anfunken und somit erkennen, ob ein Anwender sich gerade in der Nähe einer Filiale befindet.

Die Wissenschaftler entdeckten insbesondere in Südostasien eine starke Nutzung. Dort würden auch bekannte Konzernen wie McDonald's oder Krispy Kreme in ihren Apps die Lauschsoftware anbieten. Aber auch in 4 von 35 untersuchten Geschäften aus zwei europäischen Städten habe man die zu den Apps passenden Ultraschallsender gefunden.

Europa bislang verschont

Zur Zeit seien die Nutzer hierzulande noch einigermassen von der Technologie verschont. «In Europa gibt es zumindest noch keine Fernsehsender, die Werbung mit Ultraschall-Beacons ausstrahlen», schreibt das Tech-Portal Winfuture.

Allerdings werden auch in Europa Technologien eingesetzt, um Android- und iPhone-Nutzer zu tracken. Smartphone-Nutzer werden beispielsweise durch die MAC-Adresse der WLAN-Schnittstelle eines Smartphones identifiziert, sobald sie sich in der Nähe eines Geschäfts oder einer Bar befinden, um ihnen beispielsweise personalisierte Werbebotschaften zu senden.

Wer sich vorsorglich vor Ultraschall-Tracking schützen will, entzieht allen Apps die Berechtigung zur Nutzung des Mikrofons, wenn es für die jeweiligen Apps eigentlich keinen Sinn macht.

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(oli/sda/dpa)

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