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Polizei findet nach vier Jahren heraus, dass der BMW i3 nicht zum Streifenwagen taugt



Die im Herbst 2015 von der Polizei in Bayern eingeführten BMW i3 haben sich nicht als Streifenwagen bewährt, berichteten deutsche Medien am Montag. Und wir fragen uns, warum brauchten die Ordnungshüter in Blau dermassen lang, um zu dieser Erkenntnis zu kommen? Hier das Elektroauto:

Was fällt dir bei diesem Fahrzeug auf?

BMW i3 Polizei Bayern

Genau! Es ist ein als Patrouillenfahrzeug getarnter bemalter Stadtflitzer. Bild: BMW

Damit kommen wir zu den Gründen, warum die bayrischen Beamten nicht mehr mit dem BMW i3 auf Streife wollen:

Im bayrischen Innenministerium winkte man nach der Pilotphase ab, schreibt nordbayern.de. Das E-Auto der ersten Generation habe eine zu geringe Reichweite von 160 Kilometern. Auf der Rückbank könnten Diebe und Randalierer, die mitgenommen werden sollen, nur eingezwängt sitzen.

«Der Ladevorgang dauert sechs bis acht Stunden. Ist der Akku nahezu leer und der letzte Fahrer vergisst, den Wagen ans Stromnetz anzuschliessen, ist das Auto am nächsten Tag lange Zeit nicht einsatzbereit.»

Polizeisprecher Rainer Seebauer quelle: nordbayern.de

BMW i3 Polizei Bayern

BMW i3 mit Blaulicht – gut fürs Image, schlecht für die 24-Stunden-Arbeit der Streifenpolizisten. Bild: BMW

Zehn BMW i3, von denen einer 37'000 Euro kostete, hatte das Innenministerium für alle bayrischen Polizeidienststellen angeschafft. Das Elektroauto mit 170 PS schafft eine maximale Geschwindigkeit von 150 Kilometern pro Stunde. Die Nachteile seien bekannt gewesen, die Polizeigewerkschaft habe seinerzeit schon auf die Mängel hingewiesen, die den PKW als Standardstreifenwagen untauglich machten.

Immerhin:

«Der BMW i3 hat sich jedoch als umweltfreundliche Ergänzung für bestimmte Einsatzbereiche wie Verkehrsprävention und Ermittlungsdienste herausgestellt. Außerdem hat er sich als Imageträger in der Öffentlichkeit bewährt.»

Polizeisprecher Rainer Seebauer

Bei der Stadt Nürnberg ist übrigens ein BMW i3 der zweiten Generation weiterhin im Einsatz: beim Umweltreferenten. Dieses Elektroauto habe eine Reichweite von 350 Kilometer. Es sei ausserdem mit einem «Range Extender» ausgerüstet. Das sei ein mit Benzin betriebener Motor, der über einen Generator Strom erzeugt und damit die Reichweite verlängere. «Der Range Extender ist vor allem dafür vorgesehen, bei leerem Akku die nächste Ladestation zu erreichen.»

Und wie läuft die Umstellung auf Elektroantrieb bei Polizeidienststellen in anderen Bundesländern?

Die niedersächsische Polizei hat laut heise.de im Dezember 2019 insgesamt 15 Opel Ampera-e beschafft, die mit einer Reichweite von 400 Kilometern eingesetzt werden für Kurier- und Dienstfahrten und auch für Patrouillenfahrten.

PS: Vielleicht sollten die Polizisten öfters bei watson reinschauen 😉

(dsc)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Leider Geil 22.01.2020 09:27
    Highlight Highlight "Auf der Rückbank könnten Diebe und Randalierer, die mitgenommen werden sollen, nur eingezwängt sitzen."

    Haha wie geil ist das denn? Also als Festgenommener wünsch ich mir auch mehr sowas wie ein Maybach mit viel Beinfreiheit und Massagesessel, da steig ich gleich freiwillig hinten ein 😂
  • Nonne 21.01.2020 13:05
    Highlight Highlight Diese lächerlichen Leuchtturmprojekte des Staates bringen gar nichts. Logisch kann sich der Staat teuer E-Autos kaufen mit dem Geld der Steuerzahler. Viel mehr würde aber bringen, wenn man die Steuern auf E-Autos komplett weglässt oder sonstige Anreize schafft und so den Verkauf ankurbelt.
  • Judge Dredd 21.01.2020 11:44
    Highlight Highlight Es handelte sich um eine Pilotphase:

    Als Pilotprojekt bezeichnet man „allgemein Großversuche oder Demonstrationsprojekte, die bei gesellschaftlich, wirtschaftlich und technisch risikobehafteten Entwicklungen vor die allgemeine Einführung gesetzt werden, um Fragen der Akzeptanz, der Wirtschaftlichkeit, des Marktpotentials und der technischen Optimierung im Feldversuch […] zu erproben“.

    Aber Watson lieber so:
    Haha sind die blöd, die merken es erst nach vier Jahren 🙈

    • ralck 21.01.2020 12:49
      Highlight Highlight Als man das Auto ausgestattet hatte, hätte man bereits merken müssen, dass dieser BMW für den Einsatz nichts taugen würde. Dafür eine vierjährige Pilotprojekt aufzugleisen, zeugt nur von noch mehr Unfähigkeit.

      So btw: Die Zürcher Polizei hat sogar mit ihren 5er-BMWs Platzmangel.
    • Hierundjetzt 21.01.2020 13:32
      Highlight Highlight NEIN. Wie der peinliche Tesla der Basler. Es gibt Wunschdenken und dann gibts die Realität.

      Als ob die Feuerwehr oder die Sanität ein Elektroauto überhaupt in Erwägung ziehen würden.

      Meine Güte Notfalldienste die neue Antriebssysteme ausprobieren "imitsch"

      Hier geht es um Minuten und Menschenleben nicht um ein CO2 oder ein Klima.

      Jetzt müssen wir mal die Kirche im Dorf behalten -ja?
  • Lightning makes you Impotent (LMYI) 21.01.2020 09:31
    Highlight Highlight Da wurde eben gründlichst evaluiert! :) Um Politessen in den Einsatz zu schicken oder den klassischen Schulpolizisten (Verkehrsprävention) zu transportieren, ist der doch super! Da brauchts keinen 400PS Bolliden für 100'000€.
  • THEOne 21.01.2020 09:12
    Highlight Highlight Dass die nix taugen, hät ich denen auch vor 4 Jahren sagen können.
  • Track 21.01.2020 08:21
    Highlight Highlight So kommts immer raus, wenn Ideologie über gesunden Menschenverstand siegt.
    • Lightning makes you Impotent (LMYI) 21.01.2020 09:29
      Highlight Highlight Bitte erläutere die Aussage genauer!
    • aglio e olio 21.01.2020 11:51
      Highlight Highlight Hätten die Bayern auch ausserhalb ihres Freistaates geschaut, hätten sie wohl was passendes gefunden. Aber ja, bayrische Ideologie. Alles für Bayern.
    • kobL 21.01.2020 13:30
      Highlight Highlight @WID: München ist relativ gross und da reichen 150 km/h locker in der Innenstadt. Ebenso die Reichweite, je nach Einsatz kann diese durchaus genügend sein. Die Polizei jagt ja nicht den ganzen Tag flüchtende Autofahrer. Die hat auch noch andere Einsätze.
    Weitere Antworten anzeigen
  • piranha 21.01.2020 07:58
    Highlight Highlight Tja, leider hatte der heimische Hersteller bis vor kurzem nur dieses absurde Gefährt und einen Supersportler als Elektro bzw. Hybrid im Angebot.
    Trend verschlafen - worunter auch die Polizei zu leiden hatte. Es ist ja schliesslich ein No-Go, als Münchner bei einem anderen Hersteller zu kaufen 😉
  • Fuchs1660 21.01.2020 07:37
    Highlight Highlight Ich dachte eher, weil es kein Viertürer ist. (platz für ein Verbrecher oder so)
  • henkos 21.01.2020 07:07
    Highlight Highlight „Polizei findet nach drei Jahren heraus...“ vs. „Polizei zieht das Fazit, dass sich das Auto nicht bewährt“.
  • DerHans 21.01.2020 07:01
    Highlight Highlight Bayern, BMW, na klingelts? Dass die Polizei überhaupt etwas gegen den i3 sagen darf, erstaunt.
    Als würde ein Transportunternehmer eine Zoe kaufen um nach 4 Jahren zur Erkenntnis gelangen, damit keine Wohnung zügeln zu können.
    Aber hier ist der Kampf gegen E-Autos wichtiger.
    • Forest 21.01.2020 08:33
      Highlight Highlight Es geht nicht um den Kampf gegen E-Autos 🤦‍♂️.

      Da wo ich wohne sind Polizei Autos Hauptsächlich Transporter oder Kombi (manchmal auch SUV). Warum wohl?
    • DerHans 21.01.2020 08:43
      Highlight Highlight @Forest, genau um das Schlechtreden der E-Auto geht es! Der Polizei ist es wohl schon nach der ersten Woche aufgefallen, dass die i3 für Einsätze nichts taugen, sie durften aber wohl des Marketings wegen, nichts sagen. Wahrscheinlich musste Bayern nicht einmal für die i3 bezahlen. Nun, 4! Jahre später, just zur Zeit wo sich die positiven Meldungen zu E-Autos und Tesla überschlagen, gibt die Polizei bekannt, dass der i3 für ihre Arbeit nichts taugt?
    • Forest 21.01.2020 09:59
      Highlight Highlight @derHans

      Bin da anderer Meinung. Bevor man mit dem Finger auf ein Elektro-Fahrzeug wie diese i3 zeigt und behauptet sie wären nach einer Woche nicht tauglich, sollte man schon die nötige Zeit für eine Umgewöhnung lassen. Ansonsten können wir gleich wie bisher weitermachen mit Diesel Transporter..
      Zur Erinnerung im Jahr 2015 gab es weder Model X, Kona oder E-Tron in Deutschland.

      Die Zürcher werden erst jetzt einen E-Tron testen. Die Bilanz wird sich erst noch zeigen.

      https://www.watson.ch/digital/schweiz/155267791-zuercher-polizei-testet-elektroboliden-aber-nicht-von-tesla
    Weitere Antworten anzeigen
  • sunshineZH 21.01.2020 07:00
    Highlight Highlight Mann ist der hässlich 😅
    • aglio e olio 21.01.2020 11:53
      Highlight Highlight Deine Rechtschreibung auch
    • sunshineZH 21.01.2020 17:19
      Highlight Highlight @aglio e olio Danke Herr Professor
  • Glatttaler 21.01.2020 06:51
    Highlight Highlight Ist aber schnell gegangen...

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