Digital
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

Die Google-Suchseite von 1998. screenshot: wayback machine

20 Jahre Google! So hat sich die Suchmaschine seit 1998 verändert

«Googeln» ist zu einem Synonym für die Internet-Suche geworden. Aber der vor 20 Jahren gegründete Konzern ist längst über die Suchmaschine hinausgewachsen – und löst neben Bewunderung auch Ängste aus.



Google hat die Welt verändert. Das sekundenschnelle Auffinden von Informationen im Internet ist in den vergangenen 20 Jahren dank der berühmten Formel des Konzerns zur Selbstverständlichkeit geworden.

Animiertes GIF GIF abspielen

Das GIF zeigt, wie sich die Google-Suche im Laufe der Jahre verändert hat. gif: watson

Damit einher geht aber auch eine beispiellose Ansammlung von Informationen in der Hand eines Unternehmens – und eine Marktmacht, die vor allem in Europa verstärkt Aufseher auf den Plan ruft. Mit künstlicher Intelligenz, selbstfahrenden Autos und Gesundheitsforschung wollen Google und die Konzernmutter Alphabet ausserdem bei vielen Zukunftstechnologien den Ton angeben.

Bild

Larry Page und Sergey Brin nach einer Party im Büro. bild: google

Internet-Suchmaschinen gab es schon vor Google. Aber es war der neue Ansatz der Gründer Larry Page und Sergey Brin, der Google schnell nach vorn brachte. Ihre Idee: Nicht ein redaktionell gepflegter Web-Katalog sollte es sein, sondern eine smarte Suchmaschine. Die Relevanz einzelner Webseiten zeigt sich darin, wie oft auf sie verlinkt wird («Page Rank»).

Inzwischen spielen im von vielen Mitarbeitern weiterentwickelten Google-Algorithmus hunderte weitere Faktoren mit. Die erste Version ihrer Suchmaschine, die zunächst Back Rub hiess, programmierten Page und Brin ab 1996 noch zuhause.

Back Rub war noch eine ziemlich simple Suchmaschine, die Webseiten aufgrund der Anzahl Backlinks gewichtete, die auf sie verweisen – daher auch der Name Back Rub. Relativ schnell wurde sie in Google umbenannt – eine Anspielung auf das Wort «Googol», die mathematische Bezeichnung für eine 1 mit 100 Nullen.

Bild

1996: Das Back-Rub-Logo zeigt Larry Pages Hand. bild via: blogoscoped

Google diente damals primär dazu, die Server der Stanford University zu durchsuchen. Die Web-Suche kam erst an zweiter Stelle.

Bild

Die Adresse google.com wurde am 15.09.1997 registriert. Eine frühe Demoversion von Google kann hier angeschaut werden. bild via: blogoscoped

«Tu nichts Böses»

Um einem Scheck über 100'000 Dollar von Sun-Microsystems-Mitgründer Andreas von Bechtolsheim einlösen zu können, wurde Google schliesslich am 4. September 1998 als Unternehmen registriert. Die Mission: Alle Informationen auf der Welt zu ordnen und für alle zugänglich zu machen. Das Credo, das inzwischen kaum noch Erwähnung findet: «Don't be evil» – tu nichts Böses. Als erstes Büro suchten sich Page und Brin standesgemäss eine Garage im Herzen des Silicon Valley. Ihre Vermieterin, Susan Wojcicki, führt heute die Videotochter YouTube.

Bild

In der Garage der heutigen YouTube-Chefin wurde das erste Google-Büro eingerichtet. bild: google

Page war der erste Firmenchef – doch den Investoren war nicht wohl dabei, das schnell wachsende Geschäft den beiden noch nicht einmal 30-jährigen Gründern zu überlassen. So wurde 2001 der erfahrende Manager Eric Schmidt als eine Art «Erwachsenenaufsicht» zu Google geholt. Für zehn Jahre, bis ein gereifter Page wieder das Steuer übernahm, wurden die Geschicke von einer Art «Troika» gelenkt. Schmidt war zwar der Konzernchef – aber die Gründer hatten zum Beispiel die Freiheit, das Start-up hinter dem heute dominierenden Smartphone-System Android zu kaufen, wie er sich später erinnerte.

Genauso ausgefeilt wie der Suchmaschinen-Algorithmus war auch die Google-Idee, wie man damit Geld verdienen kann: mit kleinen Anzeigen im Umfeld der Treffer – die dazu passen, wonach der Nutzer sucht. Bezahlt werden muss nur, wenn die Werbung auch angeklickt wird, und der genaue Preis wird in einem Auktionsverfahren festgelegt.

Bild

Der erste Google-Server wurde aus Lego und zehn 4-GB-Festplatten zusammengebaut, was also 40 GB ergibt. bild: cnet via google

Mit solchen Mini-Deals kann man mit der Grösse von Google Milliarden scheffeln. Die Such-Anzeigen gelten bei allen neu dazu gekommenen Aktivitäten nach wie vor als die Basis des Geschäfts von Google – und auch von Alphabet insgesamt. Im vergangenen Quartal erzielte die Konzernmutter insgesamt einen Umsatz von 32.6 Milliarden Dollar, davon waren gut 28 Milliarden Werbeerlöse von Google.

Weltbverbesserer und Datenkrake

Schon in den ersten Jahren wurde klar, dass sich die Ambitionen von Google nicht nur auf die Internet-Suche beschränken. Getreu dem Ziel, alle Informationen der Welt zu organisieren, fing man damit an, in grossem Stil Bücher einzuscannen. Bei dem Projekt holten sich die Google-Gründer mit ihren Weltverbesserer-Absichten zum ersten Mal eine blutige Nase. Autoren und Verleger sahen Urheberrechte verletzt und ihr Geschäft bedroht, zogen vor Gericht. Google Books kam danach nur zäh voran.

Bild

Page und Brin spielen mit anderen Mitarbeitern Hockey auf dem Firmenparkplatz. bild: google

Weitere Konflikte folgten. Medienhäuser warfen Google vor, mit der kostenlosen Verbreitung von Nachrichten ihre Geschäftsgrundlage zu zerstören. Bewertungsdienste wie Yelp kritisierten, die Suchmaschine sauge ihre Inhalte ein – wodurch die Nutzer bei Google hängen blieben. Preissuchmaschinen sahen sich benachteiligt.

EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager griff bereits zwei Mal hart durch. 2017 gab es mit dem Vorwurf des unfairen Wettbewerbs bei der Shopping-Suche eine Strafe von 2.4 Milliarden Euro. In diesem Juli folgte die Rekordstrafe von 4.34 Milliarden Euro für Googles Gebaren bei Android. Die Beträge verdaute Google mit Leichtigkeit – die Forderung, auf der Mobil-Plattform mehr Konkurrenz zuzulassen, könnte aber zur Bombe unter dem bisherigen Android-Geschäft werden.

Und immer wieder kommen Datenschutz-Ängste auf. Weiss Google inzwischen zu viel über seine Nutzer? Die Idee der Computer-Brille Google Glass scheiterte letztlich auch an der Sorge, ihre Träger könnten andere unbemerkt filmen. Erst vor wenigen Wochen musste sich der Konzern dafür rechtfertigen, dass Android-Telefone ständig Ortungsdaten speichern – selbst wenn die Anwender das nicht möchten.

Googles künstliche Intelligenz: Bewundert und gefürchtet

Der Internet-Konzern bittet die Nutzer um noch mehr Informationen: Der sprechende Google Assistant ist erst dann besonders nützlich, wenn er sich genau auf den jeweiligen Menschen einstellen kann. Wie weit Google bei der Entwicklung von künstlicher Intelligenz ist, zeigte der Konzern im Frühjahr mit dem Dienst Duplex, der menschliche Sprache bis hin zu natürlich klingenden «Ähms» imitieren kann. Neben Bewunderung für die Leistung der Google-Entwickler löste das auch Sorgen vor einem Vormarsch der Sprach-Roboter aus.

Hier ruft der Google Assistant beim Coiffeur und Restaurant an und macht einem Termin ab

abspielen

Video: watson

Wenige Tage vor dem Google-Geburtstag machte US-Präsident Donald Trump noch eine Front auf. Trump googelte Nachrichten über sich selbst, fand angeblich lauter negative Schlagzeilen. Er warf Google daraufhin vor, die Auswahl zu seinen Ungunsten zu manipulieren.

Das werde Konsequenzen haben, folgte eine kaum verhohlene Drohung. Google wies die Vorwürfe zurück. Man kann aber davon ausgehen, dass die Republikaner das Thema bei der nächsten Senatsanhörung der Internet-Konzerne am 5. September wieder auf den Tisch bringen.

(oli/awp/sda/dpa)

Das könnte dich auch interessieren:

«Es ist absurd» – der Chef erklärt, was er vom Feminismus hält

Link zum Artikel

Vorsicht, jetzt kommt die Wohnmobil-Rezession!

Link zum Artikel

Du bist ein Schwing-Banause? Wir klären dich rechtzeitig fürs Eidgenössische auf

Link zum Artikel

Zug steckt während 3 Stunden zwischen Grenchen und Biel fest – Passagiere wurden evakuiert

Link zum Artikel

Apples Update-Schlamassel – gefährliche iOS-Lücke steht zurzeit wieder offen

Link zum Artikel

So viel verdient dein Lehrer – der grosse Schweizer Lohnreport 2019

Link zum Artikel

Prügelt Trump die amerikanische Wirtschaft in eine Rezession?

Link zum Artikel

Schweizer Firmen wollen keine Raucher einstellen – weil sie (angeblich) stinken

Link zum Artikel

Liam und Emma sind die beliebtesten Namen der Schweiz – wie sieht es in deinem Kanton aus?

Link zum Artikel

AfD-Politikerin Alice Weidel ist heimlich wieder in die Schweiz gezogen

Link zum Artikel

Mein Horror-Erlebnis im Militär – und was ich daraus lernte

Link zum Artikel

2 mal 3 macht 4! – Das wurde aus den Darstellern von «Pippi Langstrumpf»

Link zum Artikel

Greta Thunberg wollte Panik säen, erntet nun aber Wut

Link zum Artikel

Pasta mit Tomatensauce? OK, wir müssen kurz reden.

Link zum Artikel

«Es war die Hölle» – dieser Schweizer war am ersten Woodstock dabei

Link zum Artikel

Oppos Reno 5G ist ein spektakuläres Smartphone – das seiner Zeit voraus ist

Link zum Artikel

MEI, Minarett und Güsel: Das musst du zum Polit-Röstigraben wissen

Link zum Artikel

Ich hab die 3 neuen Huawei-Handys 2 Monate im Alltag getestet – es gab einen klaren Sieger

Link zum Artikel

Keine Hoffnung auf Überlebende nach Unwetter im Wallis ++ Gesperrte Pässe in Graubünden

Link zum Artikel

Immer wieder Djokovic – oder Federers Kampf gegen die Dämonen der Vergangenheit

Link zum Artikel

QDH: Huber ist in den Ferien. Wir haben ihn vorher noch ein bisschen gequält

Link zum Artikel

YB-Fan lehnt sich im Extrazug aus dem Fenster – und wird von Schild getroffen

Link zum Artikel

10 Tweets, die zeigen, dass in Grönland gerade etwas komplett schief läuft

Link zum Artikel

Wahlvorschau: Die Zentralschweiz ist diesmal nicht nur für Rot-Grün ein hartes Pflaster

Link zum Artikel

Sogar Taschenrechner verwirrt: Dieses Mathe-Rätsel macht gerade alle verrückt

Link zum Artikel

Die bizarre Geschichte der Skinwalker-Ranch, Teil 4: Die Zweifel des Insiders

Link zum Artikel

Uli, der Unsportliche – warum GC-Trainer Forte in Aarau unten durch ist

Link zum Artikel

Die Bloggerin, die 22 Holocaust-Opfer erfand, ist tot, ihre Fantasie war grenzenlos

Link zum Artikel

Google enthüllt sechs Sicherheitslücken in iOS – das solltest du wissen

Link zum Artikel

Der neue Tarantino? Ist Mist. Aber vielleicht seht ihr das ganz anders

Link zum Artikel

Wohin ist denn eigentlich die Hitzewelle verschwunden? Nun, die Antwort ist beunruhigend

Link zum Artikel

Gewalt und Krankheiten – die Bewohner der ersten Steinzeit-Stadt lebten gefährlich

Link zum Artikel

Ab heute lebt die Welt auf Ökopump – und diese Länder sind die grössten Umweltsünder

Link zum Artikel

ARD-Moderatorin lästert über «Fortnite»-Spieler und erntet Shitstorm – nun wehrt sie sich

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

Themen
8
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
8Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • sslider 06.09.2018 16:24
    Highlight Highlight Was soll diese Angstmache?
    Arbeite nicht bei Google!
  • #Technium# 04.09.2018 17:24
    Highlight Highlight Das alte Google war cool. Und heute? Skrupelloser Großkonzern im Dienste der NSA, CIA etc.
  • aglio e olio 04.09.2018 11:57
    Highlight Highlight Wer meint die einzige gute Suchmaschine sei Google, sollte mal DuckDuckGo ausprobieren. Ich nutze die seit wenigen Jahren ausschliesslich.
    Ich gebe zu es gab aber so eine Art Umgewöhnungsphase, während der ich immer mal wieder auf G zurückgriff. Letztlich habe ich festgestellt, dass ich auf G verzichten kann.
    • Lümmel 04.09.2018 12:44
      Highlight Highlight Hip
    • plop 04.09.2018 12:57
      Highlight Highlight Ja, je länger ich Duck benutze, desto weniger muss ich bei google "nachsuchen" – es gibt aber gewisse Dinge, z.B. Bildsuche oder sehr CH-orientierte Suchbegriffe, bei welchen Duck manchmal noch zu wenig liefert.
    • aglio e olio 04.09.2018 13:12
      Highlight Highlight Mist, die Bildersuche habe ich unterschlagen. :)
      Liegt daran dass ich sie nur 2-3 Mal/Jahr nutze.

      Bei spezielleren CH relevanten Suchen benutze ich den site: Operator.
      site:.ch zeigt dann nur Ergebnisse mit entsprechender .ch Domain. Das hilft in der Regel.
  • DerSimu 04.09.2018 11:36
    Highlight Highlight Irgendwann wenn ich alt bin, werde ich meine Enkel auf den Schoss nehmen und ihnen am Kaminfeuer sagen, dass ich älter als Google bin.

    Freue mich auf ihre Reaktionen.
    • Garp 04.09.2018 13:22
      Highlight Highlight Haha, das kann ich heute schon und ich kann ihnen erzählen, dass man früher Pornos über Newsgroups fand, bevor es Google gab und wie das Internet war, als es noch nicht kommerzialisiert war.

Google will das Gaming revolutionieren und zielt mit Stadia auf ein Milliardenpublikum

Googles Spielestreaming-Dienst steht in den Startlöchern. Games würden künftig durch die Leistung der Rechenzentren grundlegend anders aussehen, verspricht der Tech-Gigant.

Google peilt mit seinem Cloud-Gaming-Dienst Stadia eine Milliardenkundschaft an. «Die meisten Plattformen erreichen ihr Maximum bei 100 bis 150 Millionen Nutzer. Wir schauen auf Milliarden», sagte Google-Manager Jack Buser auf der Videospielemesse Gamescom in Köln.Mit Stadia wolle Google auch Kunden gewinnen, die bislang nur wenig oder noch keinen Zugang zu Videospielen hätten, fuhr Buser fort. «Wenn wir nur 100 oder 200 Millionen Menschen erreichen, haben wir etwas falsch gemacht.»

Bei …

Artikel lesen
Link zum Artikel