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UN-Bericht: Welt auf digitalen Super-GAU nicht vorbereitet

UN-Bericht: Welt auf digitalen Super-GAU nicht vorbereitet

05.05.2026, 10:2305.05.2026, 10:23

Verheerende Folgen bedrohen nach einem UN-Bericht die Menschen, wenn die Grundpfeiler der digitalen Welt plötzlich zusammenbrechen. Die Länder seien nicht darauf vorbereitet, dass etwa grossflächig Satelliten ausfallen, der Strom unterbrochen wird oder Unterseekabel reissen, berichten die UN-Organisation für Telekommunikation (ITU) und das UN-Büro für Katastrophenvorsorge (UNDRR). «Kritische digitale Risiken sind real, dokumentiert, systemisch und werden weitgehend unterschätzt», warnen sie.

«Was wäre, wenn morgen Mobiltelefone und das Internet nicht mehr funktionieren würden, Zahlungen fehlschlügen, Krankenhäuser Patientendaten verlieren und Notfallwarnungen nie ankommen würden?», heisst es in dem Bericht. «Was wie Science-Fiction klingt, könnte Realität werden.» Die Organisationen sprechen von einer «digitalen Pandemie» und stellen drei beängstigende Szenarien vor.

Ein Sonnensturm wie 1859

Wenn die Sonne plötzlich mehr Strahlung und Teilchen ins All schleudert und diese die Erde treffen: An einem Septembertag 1859 hätten bei so einem Ereignis – Vorwarnzeit: höchstens 20 Stunden – Telegrafisten Stromschläge bekommen, Geräte hätten Funken gesprüht und Büros in Brand gesetzt.

Heutzutage würden Signale von Navigationssatelliten gestört, Flugzeuge hätten keinen Live-Radar mehr und Flüge müssten drastisch reduziert werden, autonom fahrende Autos würden stehen blieben, Finanztransaktionen fehlschlagen. Geomagnetisch induzierte Ströme könnten Transformatoren im Stromnetz zerstören und die Stromversorgung stoppen. Datenzentren kämen an Grenzen, wenn sie ihren Notstrom aufgebracht hätten. Der Ersatz von Transformatoren in grossem Stil könnte Monate dauern.

Extremhitze wie 2003

Mehr Bedarf an Kühlung, gleichzeitig Erwärmung der Flüsse, was den Betrieb von Atomkraftwerken einschränkt und die Befahrbarkeit der Flüsse, was den Nachschub mit Diesel für Notstrom beschränken könnte: Heutzutage wären ungleich mehr Datenzentren mit hohem Strombedarf betroffen als 2003. Sie könnten teils mangels Kühlung ausfallen, Bezahlterminals könnten Dienste versagen, Geschäfte schliessen. Eine regionale Mobilfunk-Infrastruktur, die unabhängig von Datennetzen betrieben werden soll, braucht Basisstationssender, von denen viele ohne Kühlung nicht funktionieren.

FILE - A data center owned by Amazon Web Services, front right, is under construction next to the Susquehanna nuclear power plant in Berwick, Pa., Jan. 14, 2025. (AP Photo/Ted Shaffrey, File)
Labor Un ...
Ein Datenzentrum in den USA.Bild: keystone

Massives Erdbeben im Meer wie 2022

Im Gebiet von Tonga hat 2022 eine grosse Eruption des Vulkans Hunga Tonga-Hunga Ha'apai unter der Meeresoberfläche massive Schäden verursacht, und unter anderem ein 80 Kilometer langes Unterseekabel zerstört, das den Inselstaat mit der Aussenwelt verband. So etwas kann einen wochenlangen Internet-Ausfall bedeuten, mit Folgen wie bei den anderen Szenarien.

epa09732087 A handout photo made available by the Australian Government Department of Defence (DoD) shows damage at Atata Island, in Tonga, 28 January 2022 (issued 06 January 2022), following the erup ...
Ein Vulkanausbruch hat auf der Insel Tonga massive Schäden angerichtet.Bild: keystone

Was zu tun ist

Meist werde beim Risikomanagement jede Gefahr einzeln betrachtet und davon ausgegangen, dass das Problem kurzfristig behoben werden könne. Die Gefahr sei aber, dass ein einzelnes Problem andere kritische Infrastruktur belasten kann und plötzlich mehrere gleichzeitig betroffen sind. Nötig seien unter anderem analoge Ausweichkapazitäten. Menschen müssten wissen, wie sie mit analogen Systemen digitale Disruptionen bewältigen und überwinden können. (hkl/sda/dpa)

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