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Letzte Chance für digitale Stille: Hier wanderst du in ein Funkloch

Funkloch Wanderkarte
Wer wünscht sich manchmal nicht auch so einen Wegweiser?Bild: t8y.ch
Rauszeit

Letzte Chance für digitale Stille: Hier wanderst du in ein Funkloch

Wir sind überall und jederzeit erreichbar. Das ist nicht nur gut. Digital Detox ist ebenfalls im Trend. Ist aber auch nicht ganz einfach bei rund 98 Prozent Mobilfunk-Abdeckung in der Schweiz. Hier führen wir dich in die Funklöcher.
27.04.2026, 13:2627.04.2026, 17:30

Ich weiss, Funklöcher, das ist ein heisses Thema. Teilweise tauchen sie auch an Orten auf, an welchen es eigentlich eine Netzabdeckung hätt. Je nach Anbieter kannst du auch an Orten in ein Funkloch geraten, wo es eigentlich keines geben sollte. Aber das ist eine andere Geschichte.

In der Schweiz deckt das Mobilfunknetz rund 98 Prozent des Landes ab. Die Funklöcher können dabei auch leicht variieren. Auf der Karte sehen die weissen Flecken ungefähr so aus:

Mobilfunk 3G - UMTS / HSPA Verfügbarkeit (Bundesamt für Kommunikation BAKOM), 21.4.26
Mobilfunkabdeckung in der Schweiz: Weiss = keine Abdeckung, Gelb = Abdeckung durch weniger als drei Anbieter (erwartete Verfügbarkeit), Grün = Abdeckung durch drei Anbieter (erwartete Verfügbarkeit).Bild: map.geo.admin.ch

Wie lange die Funklöcher noch bestehen, ist offen. Satellitentechnologie dürfte die letzten Funklöcher bald füllen. Um die letzten Orte, in denen jede und jeder offline geht, noch zu geniessen, hat das Kunstduo t8y (Céline Nauer und Nikki Böhler) die Funklöcher-Wanderkarte lanciert.

Die Macherinnen schreiben: «In einer Welt, in der ständige Erreichbarkeit zur Norm geworden ist, lädt t8y dazu ein, Funklöcher bewusst zu erleben, bevor sie für immer verschwinden.»

Funkloch Wanderkarte
So sieht die Wanderkarte zur digitalen Stille aus.Bild: t8y.ch

Nikki Böhler von t8y, die das Projekt gestaltet hat, sagt: «Ich habe mich dabei beobachtet, immer wieder mein Telefon zu prüfen. Nicht auf der Suche nach Nachrichten, sondern nach Funkstille. Auf der Funklöcher-Wanderkarte sind fünf Ziele beschrieben. Unterwegs hat das Duo Wegweiser angebracht, die den Weg in die digitale Stille markieren.

Hier gibt's die Funkloch-Wanderkarte
Du willst die Funkloch-Wanderkarte? Alle Infos dazu gibt es hier.

Cabioi TI

Distanz: 12 Kilometer
Dauer: 3:30 Stunden
Kondition: Mittel
Hier geht es zum Routenvorschlag.

Wer schon mal in Sonogno, weit oben im Verzasca-Tal war, der weiss: So könnte die Welt enden. Doch das ist nicht so. Im Val Vegorness kommst du an kleinen Weilern vorbei weiter ins Tal. Bei der Häusersammlung von Cabioi endet das Mobilfunknetz.

Sonogno Blick ins Val Vegorness
Der Blick von Sonogno ins Val Vegorness, wo sich wenig später der Mobilfunk verabschiedet.Bild: Shutterstock

Der Wanderweg führt hier noch weiter der Verzasca entlang. Willst du nicht auf weiss-blau-weissen Pfaden wandern, musst du aus der digitalen Stille wieder den gleichen Weg zurück bis Sonogno.

Wandervorschlag:

Val Chamuera GR

Distanz: 15 Kilometer
Dauer: 4 Stunden
Kondition: Mittel
Hier geht es zum Routenvorschlag.

Vom Bahnhof La Punt aus bist du sehr schnell im Engadiner Seitental Val Chamuera. Bei der Funtauna Naira sprudelt hier zwar Wasser aus dem Boden, aber das Mobilfunknetz verabschiedet sich.

Gewässerperlen Schweiz wilde naturnahe Schweizer Flüsse unberührt Flusswanderungen Rauszeit Chamuera
Irgendwo weit hinten am Chamuera-Fluss.Bild: WWF Schweiz

Entlang der Ova Chamuera kannst du weiter ins Tal wandern, beispielsweise bis zu Acla Veglia. Hier sitzt du mitten im Funkloch. Wer noch mehr will: Via das Val Prüna erreichst du den Muottas Muragl ab La Punt in etwas über sechs Stunden. Du kannst aber auch einfach wieder umkehren und so zurück in die Zivilisation.

Wandervorschlag:

Was für Ausflugstipps willst du?
Wöchentlich präsentieren wir bei «Rauszeit» Ausflugstipps in der Schweiz. Das Spektrum ist fast endlos. Gerne möchte ich auch wissen, was für ein Thema dich interessieren würde. Darum: Schreib mir auf Instagram oder auf reto.fehr@watson.ch, was du an dieser Stelle gerne einmal lesen möchtest.

Fürenalp OW/UR

Distanz: 10 Kilometer
Dauer: 2:30 Stunden
Kondition: Leicht
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Ein kleineres Funkloch erreichst du bei Engelberg ab dem Berggasthaus Fürenalp (Saisoneröffnung am 25. April 2026). Das Restaurant auf 1850 Metern über Meer erreichst du während der Saison mit der Seilbahn.

Fürenalp Engelberg Blick Richtung Engelberg
Blick von der Fürenalp nach Engelberg. In der anderen Richtung gibt es nur noch wenig Zivilisation.Bild: Shutterstock

Von hier wanderst du bis zum Stäuber-Wasserfall, wobei du auf der Äbnet schon im Funkloch bist. Zurück führt der Weg dem Stierenbach und Engelberger Aa entlang zur Talstation der Seilbahn. Ungefähr ab dem Restaurant Alpenrösli hast du auch wieder Netz.

Wandervorschlag:

Tössscheid ZH

Distanz: 14 Kilometer
Dauer: 3:30 Stunden
Kondition: Leicht
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Ja, selbst im Kanton Zürich findest du noch Funklöcher. Und diese erreichst du auch mit dem Velo gut. Wir wandern von Steg zur Tösscheidi. Hier im Tössstockgebiet ist die Landschaft wild und die Anstiege steil. Aber wir bleiben ja am Talgrund. Kurz nach dem Wasserfall Lauf (siehe Instagram-Video unten) verabschiedet sich das Netz.

Funkloch Wanderkarte
Von hier geht es noch eine Stunde bis ins Funkloch.Bild: t8y.ch

Ein Abstecher zum Brandenfels (Mondmilchgubel) lohnt sich dabei. Da hast du vermutlich gerade auch noch keinen Empfang. Falls du noch eine kleine Runde machen willst: Wandere über die Hintertöss und die Boalp entlang der Vordertöss wieder zur Tössscheidi.

Statt zurück nach Steg kannst du hier auch weiter über die Wolfsgrueb (mit dem MTB ebenfalls machbar) und dann durch das Sagenraintobel (da bleibst du mit dem Velo besser auf der Strasse) runter nach Wald wandern.

Wandervorschlag:

Vounetse FR

Distanz: 8 Kilometer
Dauer: 2:45 Stunden
Kondition: Mittel
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Per Gondelbahn erreichst du den Vounetse (auch Vounetz), den Hausberg von Charmey. Hier geniesst du die schönste Aussicht aufs Freiburgerland. Aber wir sind ja nicht wegen der Aussicht hier, sondern auf der Suche nach digitaler Stille.

Ein Berggasthaus auf einer Wanderung am Ausflugsberg Vounetz während dem Sonnenuntergang. Rauszeit Kurze Herbstwanderungen
Aussicht von der Bergstation Vounetz mit Blick auf Charmey und den Moléson im Hintergrund.Bild: Schweiz Tourismus/Dominik Baur

Darum wandern wir runter zum Plan Paccot. Auf dem Weg ins Tal verabschiedet sich der Empfang. Hinter Plan Paccot verliert sich dann auch der Wanderweg. Geniesse die Stille hier unten.

Wandervorschlag:

Auch gute Wanderungen, um zu sich selbst zu finden:

Planurahütte GL/UR

Distanz: 10 Kilometer
Dauer: 5:30 Stunden
Kondition: Hoch
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Zum Abschluss eine wirklich lange und anstrengende Wanderung (sie ist so nicht in der Funkloch-Wanderkarte drin, die Macherinnen gaben diese aber noch als Bonus mit). Vom Tierfehd geht es hinauf zur Planurahütte auf fast 3000 Metern über Meer. Selbsterklärend, dass diese Wanderung erst im Hochsommer machbar ist, weil da noch lange Schnee liegt (Hüttensaison vom 20. Juni bis 20. September 2026).

Windkolk Planurahütte Schweiz der Rekorde Planura Claridenfirn Hüfifirn Gletscher Schweiz (Juli 2024)
Ausblick von der Planurahütte auf den Windkolk. Wer braucht hier schon Empfang?Bild: Reto Fehr

Für den Aufstieg bestellst du dir am besten das Alpentaxi bis zum Hinter Sand. Selbst ab hier bist du noch 5:30 Stunden unterwegs und bewältigst 1700 Höhenmeter. Am besten übernachtest du in der Hütte (Reservation nötig). Der Empfang ist hier ab Hinter Sand weg. Auch auf der Planurahütte selbst ist er nicht garantiert, du musst bisschen wissen, wohin du bei der Hütte musst (Stichwort Helilandeplatz).

Wandervorschlag:

Auf welchen Wanderungen hast du schon Funklöcher erlebt? Schreib es uns in die Kommentare.
Reto Fehr
Man muss die Schweiz verdammt gut kennen, wenn man sie besser kennen will als Reto Fehr. Mit seiner Tour dur d'Schwiiz radelte er 2015 alle damals 2324 Gemeinden ab. Entstanden ist daraus das preisgekrönte Buch Tour dur d'Schwiiz. Als einer von wenigen besuchte er somit schon jede Gemeinde der Schweiz. In der Folge absolvierte Reto die Ausbildung zum Wanderleiter des Schweizer Bergführerverbandes SBV und ist in seiner Freizeit meist in der Natur unterwegs, wozu er dich auf seinem Instagram-Account immer mal wieder mitnimmt. Als Mitglied des Rätsel-Kollektivs geoblog.ch lässt er die User zudem mehrmals wöchentlich die Schweiz in Bildern entdecken.
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