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Energieverschwendung am Oktoberfest – Reaktionen lassen tief blicken

epa10190459 A picture taken with a fisheye lens shows a general view on beer tents and crowds during the 187th edition of the traditional Oktoberfest beer and amusement festival in the German Bavaria  ...
Blick auf das nächtliche Treiben am grössten Volksfest der Welt in München. Bunt leuchtende Fahrgeschäfte und Bierzelte ziehen Hunderttausende an: Das gefällt nicht allen.Bild: keystone

«Wenn ihr nur halb so viel Energie in Erneuerbare gesteckt hättet wie ins Saufen...»

Die Sorge ums verknappte Erdgas und massiv gestiegene Energiepreise bewegen die Welt – dass dennoch Hunderttausende auf dem Oktoberfest in München feiern, stösst vielen sauer auf.
21.09.2022, 14:5121.09.2022, 14:51
Ein Artikel von
t-online

Die Politik stellt Industrie und Bürger aufs Sparen ein, Experten warnen in Anbetracht von möglichen Energieausfällen vor einem Blackout und gleichzeitig fahren bunt blinkende Fahrgeschäfte auf dem Oktoberfest 2022. Das ist nach zwei Jahren Coronapause am vergangenen Freitag wieder gestartet – zum Missfallen vieler Nutzerinnen und Nutzer in den sozialen Medien.

Besonders die in Bayern dominierende Mitte-Rechts-Partei CSU mit Regierungschef Markus Söder steht in der Kritik. So kommentierte der Account «UnionWatch»:

«Söder sorgt sich, dass im Winter nicht genügend Gas für Bayern da ist und fordert deswegen eine AKW-Verlängerung. Sogar Fracking in Norddeutschland. Dabei wäre eine Aussetzen des Oktoberfests so viel naheliegender, für den bayerischen Ministerpräsidenten.»
quelle: twitter

Ein anderer User reagierte fassungslos auf ein Bierzelt-Foto von Söder: «Wenn ihr nur halb so viel Energie in den Ausbau der erneuerbaren Energien gesteckt hättet wie ins Saufen, dann wären uns viele Probleme erspart geblieben».

Für die Energiespar-Apelle der Politik haben viele Nutzer in Anbetracht der Bilder der leuchtenden Wiesn nur Hohn übrig: «Die auf der Wiesn verbrauchte Energie (ohne Auf- und Abbau) deckt den Jahresbedarf von ca. 1200 Haushalten! Aber ich soll auf die Weihnachtsbeleuchtung verzichten *hier: Vogel zeigt einfügen*», schreibt eine Nutzerin auf Twitter.

Stadtratsreferentin: «Für die Wiesn scheint nichts zu gelten»

Auf die Kritik einer Nutzerin ging sogar der bayrische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) ein: Er gab zu bedenken, dass auch ohne das Oktoberfest Energie verbraucht werde – wenig erfolgreich.

Auch die Münchner Stadtratsreferentin Sophie Griesbacher hat klare Worte für die Wiesn 2022:

«Für die Wiesn scheint nichts zu gelten: Covid-19 existiert nicht mehr und Energie sparen müssen wir wohl auch nicht mehr. LG mit Long Covid vom Arbeitsplatz bei der Stadt München, an dem es kein warmes Wasser mehr gibt und die Hälfte der Lichter sowie die Heizung aus sind».

Die in die Höhe schnellenden Energiepreise zeigen sich auch auf dem Oktoberfest: Zu Spitzenzeiten liegt der Stromverbrauch des Oktoberfests auf dem Niveau einer Kleinstadt mit 21'000 Einwohnern. Zuletzt wurden 200'000 Kubikmeter Erdgas benötigt und fünf Kilometer Netz extra dafür verlegt.

Hinzu kamen drei Millionen Kilowattstunden Strom über 160 Verteiler-Kästen. In München entspricht das «dem Jahresbedarf von 1200 Haushalten und 15 Prozent des Tagesbedarfs», erklärten die Stadtwerke der Münchner Boulevardzeitung «tz». Gleichzeitig wird in öffentlichen Gebäuden und beispielsweise in Schwimmbädern Energie eingespart.

Quellen

(dsc/t-online)

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