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Diese durchgeknallten Zwillinge verteidigen ihr Revier bis aufs Blut. bild: zvg

Review

«Far Cry New Dawn» im Test – so gut ist das Endzeit-Spiel wirklich

Vor knapp einem Jahr durften wir in «Far Cry 5» eine Sekte bodigen. Nun erscheint bereits ein neues Abenteuer, das uns an die bekannten Örtlichkeiten zurückbringt. Doch lohnt sich diese Fortsetzung? Oder wird hier nur die Marke ausgeschlachtet?



Hope County im Bundesstaat Montana war einst ein schaurig schöner Ort, wo die Bevölkerung von einer Sekte terrorisiert wurde. Am Ende von «Far Cry 5» wurde die Glaubensgemeinschaft Eden's Gate jedoch regelrecht weggefegt. Denn die prophezeite Apokalypse trat tatsächlich ein, verwüstete die Welt und somit auch das von der Umwelt abgeschnittene Tal.

17 Jahre sind seit dem atomaren Zwischenfall vergangen. Viele Menschen sind gestorben, doch viele konnten sich auch retten und haben in Hope County die Grundpfeiler für eine neue, friedliche Zivilisation aufgebaut. Doch wie es sich für ein Endzeitszenario gehört, gibt es auch böse Buben, die Chaos und Terror verbreiten. In diesem Fall werden die Buben, die sogenannten Highwaymen, von illustren Zwillingsschwestern angeführt. Mickey und Lou sind zwei typisch durchgeknallte «Far Cry»-Antagonistinnen, die jedoch in Sachen Charaktertiefe kaum an frühere Bösewichte herankommen. Doch dazu später mehr.

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Nach dem Kollaps hat sich die Umwelt einigermassen schnell wieder erholt. bild: zvg

Plündern, plündern, plündern

Die Aufgabe des Spielers ist klar: Als männlicher oder weiblicher Freiheitskämpfer muss die Anarchie-Bande ausradiert und deren Einfluss gestoppt werden. Dazu werden Aussenposten eingenommen und geplündert. Man begibt sich, wahlweise wieder mit einer menschlichen oder auch tierischen Begleitung, auf Schatzsuche, rekrutiert wieder neue Mitglieder für den Widerstand, sammelt ganz viele Gegenstände und Pflanzen ein, levelt sich hoch, baut seine Basis aus und sorgt sich um das Wohlergehen der Bevölkerung.

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Man darf auch wieder mit einem vierbeinigen Helfer durch das Land ziehen. bild: zvg

Viele Geschäfte und Missionen drehen sich dabei um Ethanol, das nicht nur als Treibstoff dient, sondern generell überall seinen Einsatz findet, um sowohl die technische als auch die gesellschaftliche Welt aufzubauen und zusammenzuhalten. Und natürlich gibt es wieder ganz viele Waffen, die man finden oder auch selber bauen kann. Vom Sägeblattwerfer bis zum brachialen Granatwerfer ist alles dabei. Und auch hier gilt: Nur wer viel und regelmässig plündert und Gegenstände einsammelt, kann sich sein Objekt der Begierde und auch diverse Vehikel selber zusammenbauen.

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Auch wenn alles ganz friedlich wirkt, die Welt ist viel rauer geworden. bild: zvg

Wenig Neues, viel Vertrautes

Im Verlauf der Geschichte trifft man wie gewohnt auf kuriose und auch bereits bekannte Figuren aus dem «Far Cry»-Universum, die neue Missionen freigeben. Hauptantrieb der Storyline ist vorerst die Frage, ob der Sekten-Guru Joseph Seed überhaupt noch lebt und was aus den Mitgliedern geworden ist. Auf der Reise durch das verwüstete, aber dann doch wieder neu erblühte und sehr bunte Hope County trifft man auf kuriose Tiere und neuartige Pflanzen, die durch die kurze aber intensive Evolution von Mutter Natur hervorgebracht wurden. Dass sich die Umwelt nach nur 17 Jahren bereits von einer nuklearen Katastrophe dermassen erholt hat, wollen wir hier einfach mal glauben und die Logiklöcher ausblenden.

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Manche Gegner brauchen ganz viele blaue Bohnen, damit sie Ruhe geben. bild: zvg

Man kann Hope County neuerdings auch mal kurz verlassen, indem man an Expeditionen teilnimmt, dort auf Schatzsuche geht oder Missionen an aussergewöhnlichen Ortschaften bestreitet. Eroberte Aussenposten können übrigens nach der Plünderung wieder den Gegnern überlassen werden. Diese bauen die Stellung wieder aus und füllen sie erneut mit Material, das man stehlen kann. Doch dieses Mal muss man mit viel mehr Widerstand rechnen.

Die Spielwiese ist erheblich kleiner als bei «Far Cry 5». Viele Gebiete sind nicht begeh- oder befahrbar, weil sie von der atomaren Strahlung verseucht wurden. Auch der Story-Part ist für ein «Far Cry» eher kurz und nach etwa 12 bis 15 Stunden durchgespielt. Natürlich gibt es auch viele Nebenmissionen und andere Herausforderungen zu meistern, doch alles bleibt schön überschaubar. Auf der Landkarte wird man nicht mit Symbolen überflutet. Ein sehr angenehmes und überraschendes Gefühl, weil sich Ubisoft meistens kaum zurückhalten kann und an jeder Ecke nach Aufmerksamkeit schreit.

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In einer postapokalyptischen Welt darf man auch mit Pfeil und Bogen herumschleichen. bild: zvg

Eindimensionale Zwillinge

Mickey und Lou sind schön brutal und schön irre. Wie es sich für Bösewichte im «Far Cry»-Universum gehört, ticken sie regelmässig aus, lassen das Blut spritzen und sorgen für einige denkwürdige Momente. Doch die Zwillingsschwestern bekommen auf dem Bildschirm viel zu wenig Zeit, um sich in Szene zu setzen. Ihre Motivation und ihr Antrieb, ihre Leidenschaft, in dieser neuen, rauen Welt zu herrschen, gehen völlig unter. Oberflächlich dienen sie nur als Schaubudenfiguren, weil die Geschichte nach einem Gegenpart verlangt. Trotz der etwas kurzen Spielzeit hätte man die beiden Damen mehr in den Fokus rücken können, um ihnen eine verdiente Tiefe zu geben.

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Mit den Zwillingen sollte man sich besser nicht an einen Tisch setzen. bild: zvg

Muss ich den Vorgänger kennen?

«New Dawn» kann man durchaus spielen, ohne den Vorgänger zu kennen. Durch Dialoge wird man einigermassen aufgeklärt. Um noch mehr zu erfahren, sollte man sich etwas Zeit nehmen und die verstreuten Briefe und Dokumente brav lesen, um auf den neusten Stand gebracht zu werden. Wer jedoch in den vollen Genuss der Geschichte kommen und viele Hinweise richtig deuten möchte, sollte den Vorgänger gespielt respektive die Welt von Hope County vor dem Kollaps kennengelernt und erlebt haben. Zudem hat das Spiel seine stärksten Momente, wenn es Bezug zum vorherigen Abenteuer nimmt und dramaturgisch darauf aufbaut.

Ein gutes Spiel für zwischendurch

Fazit: Auch wenn «New Dawn» ein paar starke Momente und Überraschungen auf Lager hat, sie bleiben dann doch belanglos und sind schnell wieder vergessen. Die Geschichte ist vorhersehbar, hat zu wenig Biss und stolpert gegen Ende sogar über ihre eigenen Beine. Wer mit «Far Cry 5» seinen Spass hatte und unbedingt wissen möchte, wie es nach der Apokalypse in Hope County weitergeht, wird für ein paar Stunden gut unterhalten. Wer aber wirklich «Far Cry»-müde ist, macht einen grossen Bogen und investiert die knapp 50 Franken lieber in die Konkurrenz.

«Far Cry New Dawn» ist ab dem 15. Februar erhältlich für Playstation 4, Xbox One und PC. Freigegeben ab 18 Jahren.

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23Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • bcZcity 15.02.2019 10:00
    Highlight Highlight Warte da lieber auf Rage 2!
  • Schnurri 15.02.2019 07:05
    Highlight Highlight Nun wird nach Fallout auch noch meine zweitliebste Gameserie in den Dreck gezogen..... Wenn AC nicht so geile Games auf den Markt bringen würde müsste ich langsam aufhören mit gamen.....
  • Lümmel 15.02.2019 06:02
    Highlight Highlight
    Play Icon
  • Hernd Böcke 15.02.2019 00:49
    Highlight Highlight Far Cry 5 war echt lahm... Zeitvertrieb aber ohne Liebe.
  • Hunnam 14.02.2019 22:58
    Highlight Highlight Diese Reihe ist mittlerweile leider ziemlich ausgelutscht und wird nur noch rege gemolken...
    Far Cry 3 war mit Abstand das beste Spiel und sucht bis heute seinesgleichen.
    • Corpus Delicti 15.02.2019 04:15
      Highlight Highlight Meinst du hiermit das beste Spiel der Reihe ?
  • Nurmalso 14.02.2019 22:58
    Highlight Highlight Assasins Creed wird immer besser Far Cty immer schlechter
    • Mutzli 15.02.2019 00:31
      Highlight Highlight Hui, da gehen die Emotionen hoch. Stimmt für meinen Geschmack aber auch zu einem gewissen Grad.

      Odyssey>Origins>AssCreed Unity>Creed 3. Die 2 und Black Flag stehen da aber ein bisschen quer in der Landschaft, auch wenn sie ihre Schwächen hatten (Lauschmissionen...*schauder*). Auch Syndicate fand ich recht nett auf seine Art.

      Aber bei den Far Cries bliebs bei mir bei der 2&3.

    • Imfall 15.02.2019 05:58
      Highlight Highlight AC geben seit Black Flag nur noch ab...

      FarCry "ich laufe mal ne stunde zum speicherpunkt, habe zwei waffen und jeder greift mich an" 3 war sicher nicht schlecht!
      FarCry 4 aber sicher besser!
      Primal war Müll
      Die Sektenausführung fand ich ziemlich kurzweilig und gut gelungen!

      aber new dawn werde ich bestimmt NICHT kaufen
    • Schnurri 15.02.2019 07:04
      Highlight Highlight AC gefällt mir ebenfalls immer besser.... Far Cry 5 war zwar unterhaltend aber der Big Bang ist ausgeblieben.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Barracuda 14.02.2019 22:43
    Highlight Highlight Ist dann wohl definitiv nix für mich. Hatte schon nach FC5 genug. Tönt nach billigem Recycling. Und dann noch Ubi-typisch sammeln, sammeln, leveln, sammeln... Langweilig!
  • Hupendes Pony 14.02.2019 21:44
    Highlight Highlight Ich verstehe euch nicht... Ihr testet Spiele über die es längst 1000 reviews gibt, redet über Fortnite und Apex Legends...

    aber das gerade eines der grössten ESports Turnier läuft wird komplett ignoriert. Was wird gerade am häufigsten geschaut auf Twitch? Fortnite? PUBG? Far Cry? Nope.. es ist CS:GO
    • Mia_san_mia 14.02.2019 22:00
      Highlight Highlight Das interessiert wirklich niemanden.
    • sambeat 14.02.2019 22:11
      Highlight Highlight Jänu...
    • exeswiss 14.02.2019 22:44
      Highlight Highlight @cypcyphurra 14.02.2019 22:41

      1. Fortnite: 246.119 Zuschauer
      2. Apex Legends: 172.669 Zuschauer
      3. Just Chatting
      4. LoL
      5. DOTA 2
      6. CS:GO 55.349 Zuschauer

      wo bitte ist hier cs:go das meistgeschaute spiel auf twitch? der grösste fortnite (würg) stream hat mehr viewer als CS:GO insgesamt.
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