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Vincent Lenders, Direktor CYD Campus, spricht anlaesslich der Eroeffnung des Cyber-Defence Campus, eine Partnerschaft zwischen dem Eidgenoessischem Departement fuer Verteidigung, Bevoelkerungsschutz und Sport, dem VBS, und der ETH Zuerich, aufgenommen am Donnerstag, 7. November 2019 in Zuerich. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Vincent Lenders, Direktor des Cyber-Defense Campus, bei der Eröffnung Anfang November. Bild: KEYSTONE

Die Schweiz hat jetzt einen eigenen Cyber-Defence-Campus – wie ­Israel und die USA

Zu Besuch im Cyber-Defence-Campus des Bundes, wo IT-Spezialisten neue Bedrohungen im digitalen Raum erforschen.

Lorenz Honegger / ch media



Wirklich vertrauenerweckend ist es nicht, was man als Besucher im dritten Stock eines Gebäudes des Innovationsparks der ETH Lausanne zu sehen ­bekommt. In einem Grossraumbüro stehen seit Anfang September Schreibtische mit Flachbildschirmen, ein paar Topfpflanzen und eine Nespresso-Kaffee­maschine. Man wähnt sich in den Geschäftsräumen eines Start-ups auf Investorensuche. Komplett falsch ist das nicht.

In Tat und Wahrheit handelt es sich um einen von drei Standorten des neuen Cyber-Defence-­Campus des Verteidigungs­departements.

Was tun die da?

In Lausanne, Zürich und Thun sollen künftig Informatikspezialisten der Rüstungsbehörde Armasuisse Seite an Seite mit ETH-Wissenschaftlern und Experten aus der Privatwirtschaft Bedrohungen aus dem digitalen Raum erforschen. Und die Armee bei der Bewältigung von besonders gravierenden Cyber- Angriffen unterstützen.

Denn eines haben die vergangenen Jahre klar gezeigt: Die Schweizer Landesverteidigung ist schlecht aufgestellt, wenn es um das Erkennen und Abwehren von Attacken auf national bedeutende Datensysteme geht.

So entdeckten IT-Spezialisten erst nach einem Jahr, dass mutmasslich russische Hacker in die Netzwerke des bundeseigenen Rüstungsbetriebs Ruag eingedrungen waren, um sich auf diesem Weg Zugriff auf die Computersysteme des Bundes zu verschaffen. Die technische Aufarbeitung des vier Jahre alten Falls beschäftigt den Bund und die Ruag bis heute, wie die «Neue Zürcher Zeitung» am Freitag berichtete.

Die Schweizer Cyber-­Verteidigung ist löchrig

Jetzt also hat die Schweiz wie ­Israel und die USA einen eigenen Cyber-Defence-Campus. Dessen Chef heisst Vincent ­Lenders. Er ist 42 Jahre alt, ein gross gewachsener Informatiker, der anders als viele ­seiner Fachkollegen nie einen hoch bezahlten IT-Job in der ­Privatwirtschaft angenommen hat, sondern seine ganze bisherige Karriere Angestellter der Schweizerischen Eidgenossenschaft geblieben ist.

Der Campus sei nicht dazu da, Cyber-Angriffe auf kritische IT-Infrastrukturen aktiv abzuwehren oder forensisch aufzuarbeiten, erklärt Lenders bei einem Rundgang. «Wir sind unterstützend tätig.» Seine Leute sollen die Cyber-Spezialisten bei Armee und Nachrichtendienst mit den neuesten Forschungserkenntnissen versorgen und bei akuten Vorfällen unterstützen. Auch ein enger Austausch mit der Privatwirtschaft ist Teil des Konzepts.

Die Büros in Lausanne sind dreigeteilt: In einem Bereich arbeiten die Leute von der Armasuisse, in einem anderen die Forscher und Studenten der ETH und in einem dritten die IT-Spezialisten von Schweizer Unternehmen, die an Projekten arbeiten, die ihre Branche betreffen. Der Cyber-Defence-Campus sei zwar klein, dafür agil, sagt Lenders.

«Wir wissen nicht, welche Cyber-Bedro­hungen es in zehn Jahren geben wird. Es ist ein Vorteil, wenn man beweglich bleibt.»

Vincent Lenders

Zurzeit ist Lenders laut eigenen Angaben mit 30 bis 50 Firmen im Gespräch, die sich vorstellen können, Mitarbeiter in den ­Cyber-Defence-Campus zu ­entsenden. «Wir schauen, welche Kooperationen uns und den Partnerfirmen den grössten Mehrwert bieten.»

Für die Zusammenarbeit kommen nicht nur Schweizer, sondern auch internationale Unternehmen in Frage. Das ­können Airlines, Energiever­sorger oder Banken sein. Natürlich bergen solche Kooperationen Risiken: Um zu verhindern, dass der Campus ausspioniert wird, bündelt die Armasuisse alle als geheim klassifizierten Aktivitäten am Standort Thun, wo der Kreis der Zugangsberechtigten kleiner ist.

Viola Amherd will Cyber-Defence ausbauen

Noch bevor der aktuelle Aktionsplan Cyber-Defence fertig umgesetzt ist, lässt die neue Verteidigungsministerin Viola Amherd bereits ein neues Konzept erarbeiten, wie ein Sprecher ihres Departements bestätigt. Die aktuelle Version stammt noch aus der Ära ihres Vorgängers Guy Parmelin.

Bis im Herbst 2020 soll der neue Aktionsplan vorliegen. «Ein Kernpunkt werden sicher die Personalressourcen sein: die richtigen Personen in der richtigen Zahl für diese anspruchsvollen Aufgaben», sagte Amherd Anfang November in ihrer Rede zur Eröffnung des Campus-Standorts Zürich. Will heissen: Die aktuell verfügbaren Mittel reichen nicht aus, um den Bedrohungen der Zukunft gerecht zu werden.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Steibocktschingg 30.11.2019 20:34
    Highlight Highlight Es ist zu begrüssen, dass mehr Ressourcen für die Cyber-Abwehr zur Verfügung gestellt werden. Ich hoffe, dass nun, nachdem Parmelin Vorarbeit leistete und Amherd diese weiterführte, die Cyber-Spezialisten möglichst am Ball bleiben.

    Vielleicht könnte man ja sogar ehemalige Hacker irgendwie in die Truppe integrieren, da die wohl mit am meisten Ahnung haben über Schwachstellen in Programmen und wohl auch über genügend Kreativität zum Finden neuer Schwächen verfügen.
  • Nixnutz 30.11.2019 13:15
    Highlight Highlight Es gibt mindestens 5 bis 6 Milliarden gute Gründe in diesen Bereich zu investieren und die Flugzeugbeschaffung auf das absolute Minimum zu reduzieren. Ohne funktionierende Cyper-Infrastruktur werden wir gar keinen der Vögel überhaupt in die Luft bringen!
  • GraveDigger 30.11.2019 11:24
    Highlight Highlight Schräg.. Vielleicht kriegt ja der neue Cyberabwehr-E-Sporttruppe FIS Heer an den Start. Wenn es Millionen zu verbraten gibt ist man an vorderster Front und wahrscheinlich noch nicht über Windows 3.11 gekommen.
    • Leider Geil 30.11.2019 15:02
      Highlight Highlight Danke. Scheint wenigstens vereinzelt noch Menschen zu geben, denen die Realität nicht völlig entglitten zu sein scheint!
  • homo sapiens melior 30.11.2019 11:23
    Highlight Highlight Danke, Frau Amherd. Endlich nimmt das jemand vorausschauend ernst und reagiert nicht erst auf Druck.
    • Leider Geil 30.11.2019 15:03
      Highlight Highlight In etwa so, gell?
      Play Icon
    • homo sapiens melior 30.11.2019 23:16
      Highlight Highlight Diese Aussage von Merkel wurde sehr zerrissen. Aber so falsch war sie nicht. Natürlich ist Internet als Tummelplatz kein Neuland. Aber es ist ganz sicher immer noch Neuland für unsere Kultur und Gesellschaft. Wäre es anders, hätten wir weniger Probleme und es gäbe passende Gesetze, die das Ganze regulieren. Zum Beispiel hätte die Trump-Wahl nicht so massiv aus Russland manipuliert werden können. Oder es gäbe funktionierende Gesetze um Datensammlungen wie von Facebook oder Google zu kanalisieren oder verhindern. Und so weiter.
    • Leider Geil 01.12.2019 19:11
      Highlight Highlight ...oder Datensammlun durch den Staat aka Fichen 2.0, abgesegnet durch das Volk. Reine Angstpolitik und "ich hab ja nichts zu verbergen" Schafmentalität sei Dank. Die haben den Schuss von George Orwell nie gehört.
  • Firefly 30.11.2019 10:31
    Highlight Highlight Wir haben so lange auf fremdes Geld gesetzt und unsere eigene Innovation in vielen Bereichen vernachlässigt, dass es sehr schwierig sein wird, dies wider aufzuhohlen.

    Eigentlich könnte man die Milizarmee abschaffen und das Geld zum Schutz der Bürger vor politischer Manipulation einsetzen, denn wenn in Zukunft jemand ein Land zerstören will, wiegelt er die Bürger gegen ihr eigenes Land auf, säht Chaos und Hass, bis das Land so destabilisiert ist, dass es keine Rolle mehr spielt.
  • beaetel 30.11.2019 10:06
    Highlight Highlight In einer Zeit, wo alles digital vernetzt, ist es unabdingbar sich gegen Angriffe und Ausfälle dieser Systeme zu wappnen. Scheinbar braucht es eine Frau an der Spitze ohne Militärerfahrung, um endlich die notwendigen Anpassungen vorzunehmen. Bravo!
    • 7immi 30.11.2019 11:16
      Highlight Highlight @beatel
      Der erste Cyberlehrgang startete im Sommer 18, damals war Amherd noch nicht dabei. Finde diese Anspielungen ausserdem ziemlich unnötig. Was die Armee alles abdeckt wird von den Vorgaben des Bundes bestimmt und nicht durch die vorstehende Person, letztere setzt nur um...
    • Selbst-Verantwortin 30.11.2019 11:57
      Highlight Highlight Man stelle sich vor, irgend jemand (gar ein Mann, ui nei) würde bei irgend einer guten Tat sagen: „Scheinbar braucht es ein Mann...“
      Was für eine sexistische Aussage!
    • derEchteElch 30.11.2019 12:01
      Highlight Highlight Lesen bildet...

      Der hier erwähnte CyD Campus ist ein Resultat des Aktionsplan Cyber-Defence von Guy Parmelin, nicht von Viola Amherd. Sie hat in dieser Sache noch gar nichts umgesetzt, das wird erst im Herbst 2020 der Fall sein...

      Was du hier machst ist falsche Tatsachenbehauptung. Also Fake News.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Leider Geil 30.11.2019 09:25
    Highlight Highlight «Wir sind unterstützend tätig.». Da haben wirs. Wieder ein wenig Cyber-Beratung solls richten. Wenn Hacker bei der Ruag eindringen, soll es mit (gut bezahlten) Beratern gerichtet werden. Dabei haben die hochbezahlten IT-Spezialisten offensichtlich versagt. Vermutlich hatten die schlechte Beratung aus der Schlangenölindustrie und ihre ranzigen Windows Infrastrukturen auch noch ans Netz gehägt! Kannst du dir gar nicht vorstellen, sowas!
    Und: "nie einen hoch bezahlten IT-Job in der ­Privatwirtschaft angenommen hat" ist halt oft eine andere Formulierung für keiner wollte den anstellen!
    • weachauimmo 30.11.2019 11:59
      Highlight Highlight :)
      Benutzer Bild
  • Ueli der Knecht 30.11.2019 09:16
    Highlight Highlight "Man wähnt sich in den Geschäftsräumen eines Start-ups auf Investorensuche."

    Investoren sind nicht schwer zu finden, und auch nicht das Problem. Aber Cyber-Security-Spezialisten lassen sich nicht finden, denn die lassen sich nicht von Kollaborateuren anwerben.

    Solange Armee und Wirtschaft mit Microsoft, Apple, Amazon, Google & Co. arbeiten, ist eine wirksame Abwehr von Cyber-Angriffen (inkl. Wirtschaftsspionage) gar nicht möglich.

    In diesem Sinne hat die Schweiz längst kapituliert. Sie will nicht verteidigen, sondern sich ins Bett der Angreifer legen.
    • weachauimmo 30.11.2019 12:03
      Highlight Highlight «Solange Armee und Wirtschaft mit Microsoft, Apple, Amazon, Google & Co. arbeiten, ist eine wirksame Abwehr von Cyber-Angriffen (inkl. Wirtschaftsspionage) gar nicht möglich.»

      Was schlägst Du denn als Alternative vor?
    • Ueli der Knecht 30.11.2019 14:22
      Highlight Highlight "Was schlägst Du denn als Alternative vor?"

      weauchimmo:

      1. Kurz und mittelfristig: eine oder meherere Open-Source-Swiss-Finished-Linux-Alternative/n für Unternehmen.

      2. Mittel-/längerfristig: Neue (transnationale) Gesetze, dass Betriebssysteme und systemkritische Komponenten (wie zb: iOS) Open-Source sind, oder zumindest gegenüber unabhängigen (evtl staatlichen) Prüfstellen offengelegt werden müssen.

      3. Längerfristig: Entwicklung von neuen, stark verschlüsselten und Privatsphäre schützenden Netzwerk-Infrastrukturen, damit (staatliche und private) Massenüberwachung nicht mehr möglich ist.
    • Cpt. Jeppesen 30.11.2019 15:00
      Highlight Highlight @weachauimmo: Quelloffene Software! Nötige Strukturen selbst aufbauen und selbst pflegen. Benötigte Software selbst und unabhängig weiterentwickeln oder schreiben. Informatikspezialisten als Chefs anstelle von Verwaltungsangestellten mit wirtschaftshintergrund, wie sonst üblich. Den Laden klein halten.
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