Digital
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Ein Soldat bedient einen Computer anlaesslich des ersten Cyber-Lehrgang, am Freitag, 21. September 2018, in der Kaserne Jassbach bei Thun. Die Armee schuetzt jederzeit – im Alltag wie in der Krise – ihre eigenen Informations- und Kommunikationssysteme vor Cyber-Angriffen. Dazu setzt sie Teile der Berufsorganisation der Fuehrungsunterstuetzungsbasis (FUB) ein, welche durch hoch spezialisierte Milizangehoerige der Armee unterstuetzt werden. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Ein Spezialist für Elektronische Kampfführung (EKF) in der Kaserne Jassbach bei Thun. archivBild: KEYSTONE

So dürfen die Hacker der Schweizer Armee im Ernstfall angreifen

Der Bundesrat hat die neue Verordnung über die Cyberabwehr verabschiedet. Darin ist auch geregelt, wann Militärhacker in fremde Netzwerke eindringen dürfen.



Die Schweizer Armee soll sich gegen Cyberangriffe schützen und verteidigen können. Der Bundesrat hat nun geregelt, wie sie vorgehen muss und wer über welche Massnahmen entscheidet.

Die neue Verordnung über die Cyberabwehr tritt am 1. März in Kraft.

Warum braucht es das?

Die Anzahl der Angriffe auf Informationssysteme und Informatiknetzwerke habe stark zugenommen und werde weiter zunehmen, schreibt das Verteidigungsdepartement (VBS) in einer Mitteilung vom Mittwoch. Auch die Armee könne zum Ziel von Cyberangriffen werden. Deshalb brauche sie wirksame Instrumente, um sich im Cyberraum zu schützen und zu verteidigen.

Wer genehmigt die Hackerangriffe der Armee?

Bewilligungspflichtig sind Massnahmen, die das Eindringen in fremde Computersysteme und -netzwerke erfordern. Sprich: Hacking im engeren Sinn.

Solche Massnahmen, die von betroffenen Akteuren (sprich: anderen Staaten) als Angriffe gewertet werden könnten, muss der Gesamtbundesrat genehmigen.

Zunächst hatte der Bundesrat eine Regelung vorgesehen, wonach er die Kompetenz an die Verteidigungsministerin hätte delegieren können.

Dagegen stellte sich die Geschäftsprüfungsdelegation des Parlaments (GPDel), wie sie in ihrem Jahresbericht schrieb. Sie drängte darauf, dass der Gesamtbundesrat entscheidet. So ist es nun beschlossen worden.

Was ist mit der Verteidigung gegen fremde Hacker?

Die Verordnung unterscheidet zwischen Cyberverteidigung, Cyberaufklärung und Cyberangriff.

Als Cyberverteidigung gelten Massnahmen zum Schutz der eigenen Systeme. Bei der Cyberaufklärung werden Aktionen durchgeführt, um Angriffe zu erkennen und zu lokalisieren.

Ein Cyberangriff hat das Ziel, gegnerische Ressourcen und Aktionen zu stören, zu verhindern oder zu verlangsamen.

Wer ist innerhalb der Armee zuständig?

Aufträge für Aktionen im Cyberraum erteilt der Armeechef, ausgeführt werden diese von der Führungsunterstützungsbasis (FUB). Will der Armeechef einen Auftrag für eine bewilligungspflichtige Massnahme erteilen, muss er dies vorgängig der Verteidigungsministerin beantragen.

Der Antrag muss schriftlich verfasst sein und Angaben zum Zweck und Umfang der geplanten Aktion sowie zur Rechtmässigkeit und den politischen Risiken enthalten. Nach Prüfung durch die Verteidigungsministerin und einer Konsultation der betroffenen Ämter wird der Antrag dem Bundesrat zur Genehmigung unterbreitet.

Aktuelles Stellenangebot der FUB

Bild

screenshot: jobs.admin.ch

Wann kommt die Verordnung zum Einsatz und was passiert im Kriegsfall?

Nur im Aktivdienst könnte der Schweizer Armeechef oder der Oberbefehlshaber der Armee bewilligungspflichtige Massnahmen genehmigen. Sie könnten diese Kompetenz auch delegieren. Die Aufsicht über die militärische Cyberabwehr nimmt das Generalsekretariat des VBS wahr.

Die neue Verordnung kommt nur im Fall eines Angriffs auf die Informationssysteme und Informatiknetzwerke der Armee und der Militärverwaltung zur Anwendung. Sie regelt also Massnahmen, die dem Eigenschutz der Armee dienen.

Die Armee habe keine Gesamtverantwortung im Bereich Cyber für die Schweiz, hält der Bundesrat im Bericht zur Verordnung fest.

Verwendete Quellen:

(dsc/sda)

Armee baut Elite-Einheit aus

abspielen

Video: srf/SDA SRF

The Shadow Brokers – Storys zu den NSA-Hackern

iPhone und Android geknackt – Wikileaks veröffentlicht geheime CIA-Dokumente

Link zum Artikel

Wegen des NSA-Hacks: Nun sind Netzwerkgeräte von Cisco und Co. nicht mehr sicher

Link zum Artikel

NSA hackte Uni Genf und missbrauchte drei Server für Cyberangriffe

Link zum Artikel

Das könnte dich auch interessieren:

«So sehen Depressionen aus» – Facebookpost einer jungen Frau geht viral

Link zum Artikel

Kann Basel YB wieder gefährlich werden? Alle Transfers der Super League im Überblick

Link zum Artikel

Mehr Spass! Hier kommen die 24 lustigsten Fails, die das Internet gerade zu bieten hat

Link zum Artikel

Kommen Sie, kommen Sie! PICDUMP!

Link zum Artikel

Abonniere unseren Newsletter

13
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
13Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Markus97 31.01.2019 12:29
    Highlight Highlight Ahh Jassbach, die gemütlichste RS der Schweiz 😂
  • RacKu 30.01.2019 23:41
    Highlight Highlight Netter Bewilligungsprozess. Dauert Wochen. 👍
  • SUF 30.01.2019 18:07
    Highlight Highlight Die Armee hat keine Verantwortung für die gesamte „Cyber-Schweiz“... Schon OK, aber wo genau hört diese Verantwortung auf und wer übernimmt die Verantwortung für den „Rest“?
    ...und dann wird von Aktivdienst gesprochen: Das ist in der realen Welt mit dem asymetrischen Krieg schwierig die Schwelle zu definieren. Im Cyber-War nahezu unmöglich!?
  • WHOA 30.01.2019 16:44
    Highlight Highlight Kommentar an die Redaktion :EKF steht für Elektronische Kriegsführung nicht Kampfführung. ;)
  • You will not be able to use your remote control. 30.01.2019 15:33
    Highlight Highlight Man sollte die Bevölkerung und Infrastruktur schützen, indem man Sicherheitslücken sucht und schliesst und nicht Cyberkrieg spielen.
    • Eine_win_ig 30.01.2019 16:01
      Highlight Highlight Was denken Sie machen die anderen Pfeiler des in der Nationalen Cyberstrategie vorgestellten Systems?

      Die Armee ist nicht die einzige Institution, welche im Thema Cyber wirkt. Es sind insgesamt drei Departemente eingebunden, die Führung ist im EFD angesiedelt, da dort MELANI bereits existiert.

      In diesem Artikel geht es rein um die gesetzlichen Grundlagen der Cyberoffensive, welche vorher nicht existiert hat.
    • You will not be able to use your remote control. 30.01.2019 17:37
      Highlight Highlight Ich bin dagegen, dass wir eine gesetzliche Grundlage für eine Cyberoffensive schaffen.

      Eine solche Offensive untergräbt immer die Sicherheit der eigenen Bevölkerung und Infrastruktur.
    • Eine_win_ig 31.01.2019 12:08
      Highlight Highlight Ich gebe Ihnen ein Beispiel für einen Cyberangriff, wie in die Schweiz einzusetzen gedenkt. Dies sind logischerweise Gedankenspiele aber die Quellen sind Vorträge der Veranwortlichen MELANI und FUB:
      Sollte die Schweiz oder ihre kritische Infrastruktur durch einen APT bedroht werden, so sehen die Angriffe vor, die dahunterstehende Infrastruktur auszuschalten.

      Was wäre denn Ihre Lösung? Nichts machen? Lücken schliessen und hoffen, dass mit der vorhandenen Infrastruktur die Schweiz nicht mehr zum Ziel wird?
    Weitere Antworten anzeigen
  • pierolefou 30.01.2019 15:17
    Highlight Highlight Das wird zukünftig ein Teil der neuen Kriegsführung sein.
    • Ton 30.01.2019 21:51
      Highlight Highlight ...oder ein Instrument zur Destabilisation von Demokratien.
    • majcanon 30.01.2019 22:22
      Highlight Highlight Zukünftig? Wir schreiben das Jahr 2019 - nicht 1990...

Der Armee gehen die Soldaten aus – und Schuld sei der Zivildienst

Der Bundesrat schlägt Alarm: Weil zu wenige Dienstpflichtige Militärdienst leisten, kann die Armee die von ihr geforderte Leistung nicht erbringen. Auch die Ausrüstung der Verbände ist noch nicht komplett.

Die Weiterentwicklung der Armee, bekannt auch unter dem Kürzel WEA. Die entsprechende Armeereform wird seit 2018 umgesetzt und ist laut Bundesrat grundsätzlich auf Kurs. Die verbesserte Kaderausbildung, die regionale Verankerung und die höhere Bereitschaft eines Teils der Formationen …

Artikel lesen
Link zum Artikel