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Anthropic: US-Regierung verbietet Ausländern die Nutzung von Mythos

epa13026223 The Anthropic logo is displayed on a mobile phone in Liverpool, Britain, 09 June 2026. Leading AI (artificial intelligence) and technology companies Anthropic, OpenAI, and SpaceX are prepa ...
In dem Schreiben habe die Regierung «keine konkreten Einzelheiten zu den Bedenken hinsichtlich der nationalen Sicherheit genannt», so Anthropic.Bild: keystone

US-Regierung verbietet Ausländern die Nutzung von Top-KI-Modellen von Anthropic

Laut dem KI-Unternehmen Anthropic hat die US-Regierung «unter Berufung auf Bedenken hinsichtlich der nationalen Sicherheit» drastische Beschränkungen für zwei seiner KI-Systeme angeordnet.
13.06.2026, 10:1913.06.2026, 10:40

Die US-Regierung habe sämtlichen Zugang durch Ausländerinnen und Ausländer auf die KI-Modelle «Mythos 5» und «Fable 5» sperren lassen. Das teilte das KI-Unternehmen am Freitagabend in einem Statement mit. Auch ausländische Staatsangehörige, die in den USA lebe oder bei Anthropic arbeiten, sind demnach von der Aussetzung betroffen.

Der X-Post von Anthropic:

X-Post von Anthropic
Bild: screenshot x

Die Anweisung, den Zugang zu den neuen KI-Modellen zu beschränken, sei vom Handelsministerium gekommen, berichtet die New York Times mit Berufung auf eine mit der Angelegenheit vertraute Person. Es ist unklar, wie lange die Beschränkungen gelten würden. Als Folge der Anweisung habe man kurzfristig den Zugang für alle kappen müssen, so Anthropic.

In dem Schreiben habe die Regierung «keine konkreten Einzelheiten zu den Bedenken hinsichtlich der nationalen Sicherheit genannt», so das Unternehmen. «Nach unserem Verständnis geht die Regierung davon aus, dass ihr eine Methode bekannt geworden ist, mit der sich Faible 5 umgehen oder ‹jailbreaken› lässt.» Anthropic widerspricht dem und gibt an, es handle sich dabei um «eine eingeschränkte Möglichkeit», die KI gewisse Programmcodes prüfen und Fehler korrigieren zu lassen.

Dies könnten jedoch auch die Modelle anderer Entwickler, zum Beispiel ChatGPT-5.5, so Anthropic, das betont:

«Wir sind jedoch nicht der Ansicht, dass die Feststellung einer geringfügigen Sicherheitslücke Anlass sein sollte, ein kommerzielles Modell zurückzurufen, das bei Hunderten von Millionen Menschen im Einsatz ist. Würde dieser Massstab branchenweit angewendet, würde dies unserer Meinung nach im Grunde genommen die Einführung aller neuen Modelle bei allen Anbietern von Pioniermodellen zum Erliegen bringen.»

Man werde innerhalb der nächsten 24 Stunden mehr Details preisgeben, so Anthropic.

Die Firma sorgte jüngst für Aufsehen mit dem KI-Modell Mythos, das zum Teil über Jahrzehnte unentdeckt gebliebene Schwachstellen in viel genutzter Software aufspüren kann.

US-Regierung gegen Anthropic: Nicht zum ersten Mal

Die drastische Einschränkung durch die Trump-Regierung kommt derweil nicht aus dem Nichts. Seit Januar 2026 liegt das US-Verteidigungsministerium im Streit mit dem KI-Unternehmen, das sich trotz Drucks weigert, der Regierung seine Produkte für militärische Zwecke und zur massenhaften Überwachung der Bevölkerung zur Verfügung zu stellen.

Ironischerweise hatte sich der Anthropic-Chef, Dario Amodei, vor wenigen Tagen öffentlich dafür ausgesprochen, dass Regierungen gefährliche Künstliche Intelligenz stoppen können sollten. Leistungsstarke KI-Modelle müssten auf Risiken geprüft werden, forderte Amodei in einem Blogbeitrag. Dabei solle es um Bereiche wie Cybersicherheit, Biowaffen und einen möglichen Verlust der Kontrolle über die Systeme gehen. Das umfasse auch eine automatisierte Weiterentwicklung der Software, die diese Risiken verstärken könnte.

(lak, mit Material der Nachrichtenagentur Keystone-SDA)

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