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Die Umsetzung von Trumps Gaza-Friedensplan sorgt für Streit

epa11915750 Armed fighters from Hamas' Izz ad-Din al-Qassam Brigades stand guard during the handover of three Israeli hostages to Red Cross representatives in Al Nuseirat refugee camp, central Ga ...
Die Hamas hat ihre Kontrolle über die nicht von israelischen Truppen besetzten Teile des Gazastreifens wieder verstärkt. Bild: keystone
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Trumps Gaza-Plan: Hamas soll zuerst Waffen abgeben, dann zieht Israel Truppen zurück

Die Frage, wie Trumps Gaza-Friedensplan umgesetzt werden soll, sorgt für Streit. Knackpunkte sind die Entwaffnung der Hamas und der Rückzug der israelischen Armee aus dem Streifen. Derweil haben israelische Luftangriffe scharfe Kritik der Vermittlerstaaten hervorgerufen.
04.08.2026, 17:5204.08.2026, 17:52

Am vergangenen Donnerstag verkündete US-Präsident Donald Trump, die Hamas und andere bewaffnete Gruppen im Gazastreifen hätten ihrer Entwaffnung zugestimmt; überdies werde die israelische Armee sich zurückziehen. Das entmilitarisierte Gebiet solle in Zukunft von einer neuen palästinensischen Regierung verwaltet werden, die mit dem von ihm ins Leben gerufenen Friedensrat («Board of Peace») zusammenarbeiten werde. Damit weckte Trump neue Hoffnungen auf Fortschritte in dem verfahrenen Konflikt.

Keine Einigkeit über Umsetzung

Schnell zeigte sich jedoch, dass über die Umsetzung von Trumps Friedensplan keineswegs Einigkeit herrscht. Die Hamas macht die Abgabe schwerer Waffen von mehreren Bedingungen abhängig, darunter dem Abzug der israelischen Armee aus dem Gazastreifen und der Gründung eines palästinensischen Staates. So sagte der an den Verhandlungen beteiligte Hamas-Vertreter Ghazi Hamad am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters, Israel müsse zunächst die Angriffe im Gazastreifen beenden und seine Streitkräfte auf die Positionen vom Oktober zurückziehen, bevor die Hamas ihre schweren Waffen abgeben werde.

Ghazi Hamad, Hamas-Vertreter
Ghazi Hamad. Bild: Al Jazeera

In Jerusalem besteht man hingegen auf der umgekehrten Reihenfolge: Die Hamas müsse zuerst ihre Waffen abgeben, erst dann könne ein Rückzug der israelischen Truppen – sie kontrollieren derzeit etwa 70 Prozent des Küstenstreifens – erfolgen. Noch vor Trumps Ankündigung hatte ein israelischer Regierungsvertreter erklärt, man fordere «die vollständige Entwaffnung der Hamas … und die vollständige Entmilitarisierung des Streifens als Vorbedingung für jeden Prozess».

Massive Kritik an neuen Luftangriffen

Am Wochenende flog dann die israelische Luftwaffe erneut Angriffe auf Ziele im Gazastreifen; mehrere Palästinenser kamen dabei ums Leben. Die israelische Armee teilte mit, es seien ranghohe Kommandanten der Hamas getötet worden. Die Angriffe lösten scharfe Kritik der Vermittlerstaaten aus: In einer gemeinsamen Erklärung Katars, Ägyptens und der Türkei hiess es, «diese Verstösse» gefährdeten den Weg zur Deeskalation und verschärften das Leid der Zivilbevölkerung. Israel müsse seinen Verpflichtungen aus dem Völkerrecht nachkommen und die Bedingungen des Waffenruheabkommens einhalten, um dessen Umsetzung nicht zu untergraben.

epaselect epa13149105 Palestinian Civil Defense personnel extinguish a fire in a destroyed car following an Israeli airstrike on Al-Rashid Road next to the beach in southern Gaza City, 03 August 2026. ...
Brennendes Autowrack nach einem israelischen Luftangriff am 3. August im Süden von Gaza-Stadt. Bild: keystone

Auch Nikolaj Mladenow, bulgarischer Gaza-Beauftragter des Friedensrates, verurteilte die israelischen Angriffe. Dabei seien Zivilisten getötet und medizinische Hilfsgüter zerstört worden, die die Bevölkerung benötige. «Zwei Tage lang haben Angriffe im Gazastreifen Zivilisten getötet und medizinische Hilfsgüter zerstört, auf die Menschen angewiesen sind», schrieb er auf der Plattform X.

Zuerst Entwaffnung, dann Rückzug

Doch kurz darauf klang es wieder anders. Nach einem Treffen Mladenows mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu am Montag liess der Friedensrat auf X verlautbaren: «Entgegen unzutreffenden Berichten weisen wir darauf hin, dass der Rückzug der IDF hinter die Gelbe Linie erst erfolgen wird, sobald die Entwaffnung abgeschlossen ist, wie es die Hamas gegenüber den Vermittlern zugesagt hat.» Es scheint, dass sich hochrangige israelische Diplomaten durchgesetzt haben, die am Montag erklärt hatten, dass «wir uns unter keinen Umständen zurückziehen werden, bevor die Hamas entwaffnet ist», und dass «dies im ursprünglichen Trump-Rahmenabkommen nicht vereinbart wurde».

Gazastreifen, Gelbe Linie
https://de.wikipedia.org/wiki/Gelbe_Linie_(Gazastreifen)#/media/Datei:Map_of_trump_plan_for_gaza.jpg
Die sogenannte Gelbe Linie wurde im Rahmen des Waffenstillstandsabkommens vom Oktober 2025 festgelegt. Die israelische Armee zog sich darauf zurück und kontrollierte damit 53 % der Fläche des Gazastreifens. Israelische Truppen sind in den vergangenen Monaten jedoch wieder darüber hinaus vorgestossen und kontrollieren derzeit etwa 70 % des Streifens.Karte: Wikimedia

Misstrauen gegenüber der Hamas

Dass Israel auf der Entwaffnung der Hamas besteht, bevor es seine Truppen zurückzieht, hat mit einem tiefverwurzelten Misstrauen gegenüber der Hamas zu tun. Ein Sprecher von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erklärte laut der Jüdischen Allgemeinen, der israelische Geheimdienst gehe davon aus, dass die Hamas weiterhin versuche, ihre militärischen Fähigkeiten wieder aufzubauen und keine echte Entwaffnung anstrebe. In der Tat hat die Terrororganisation in der Vergangenheit erklärt, weitere Angriffe auf Israel in der Art des 7. Oktobers ausführen zu wollen.

FILE - President Donald Trump listens as Israel's Prime Minister Benjamin Netanyahu speaks at President Donald Trump's Mar-a-Lago club, Dec. 29, 2025, in Palm Beach, Fla. (AP Photo/Alex Bran ...
Netanjahu und Trump: Der israelische Ministerpräsident arbeitet gegen Trumps Abkommen, zumindest solange die Hamas nicht wirklich entwaffnet ist.Bild: keystone

Aus israelischer Sicht ist daher die Frage der sogenannten persönlichen palästinensischen Waffen problematisch. Das Abkommen sieht vor, dass die Hamas schwere Waffen schrittweise an ein neues palästinensisches Verwaltungsgremium für den Gazastreifen übergibt und zudem die Tunnel unbrauchbar gemacht werden. Die Regelung persönlicher Waffen soll indes dem palästinensischen Recht überlassen bleiben. Für Israel bedeutet dies in der Praxis, dass die Hamas ihre Gewehre mit einem von Technokraten genehmigten Stempel behält, wie der israelische Journalist Amit Segal schreibt. «Die Tatsache, dass ‹Privatwaffen› besondere Aufmerksamkeit erhalten, ist fragwürdig, denn wenn es um die Verwaltung des Gazastreifens geht, spielen Kalaschnikows eine weitaus grössere Rolle als Tunnel oder Raketen», fügt Segal an.

Baldige Wahlen

Ein weiterer Faktor, der die israelische Politik mitbestimmt, sind die Wahlen, die am 27. Oktober stattfinden werden, also in weniger als 90 Tagen. Hauptherausforderer von Netanjahu ist Ex-Armee-Chef Gadi Eisenkot. Der Ausgang der Wahlen könnte sehr knapp werden – und dies zwingt Amtsinhaber Netanjahu dazu, in Gaza als Sieger dazustehen. Wie Segal es ausdrückt: Jeder Zentimeter, der in Gaza aufgegeben wird, bedeutet leicht einen Zentimeter, der in der Knesset aufgegeben wird. Vorderhand scheint es also, dass die israelische Regierung gegen das Abkommen arbeitet – so, wie sie es auch durch die Luftangriffe am Wochenende getan hat. Doch dies wird Jerusalem international weiter isolieren.

epa13076152 Former IDF chief of staff and leader of the 'Yashar' party, Gadi Eisenkot, speaks during the party's election campaign launch conference in Neve Yarak, near Petah Tikva, Isr ...
Netanjahus Hauptherausforderer Gadi Eisenkot. Bild: keystone
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Zwei Jahre Gaza-Krieg
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Am 7. Oktober 2023 sterben beim Angriff der Hamas auf Südisrael 1200 Menschen. Als Reaktion fallen am 10. Oktober die ersten Bomben auf Gaza

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Die beliebtesten Kommentare
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El Mussol
04.08.2026 18:10registriert Mai 2023
"Hamas soll zuerst Waffen abgeben, dann zieht Israel Truppen zurück"
Ich würde Israel nicht vertrauen. Es wäre kein unrealistisches Szenario, dass Israel nach der Entwaffnung alle abschlachten würde.
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Macca_the_Alpacca
04.08.2026 18:29registriert Oktober 2021
Auf diesen Plan bin ich als 3 Jähriger auch schon gekommen, nur 55 Jahre früher als Trump. Hat nicht geklappt und wird auch jetzt nicht klappen.
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Markus86
04.08.2026 19:36registriert Oktober 2014
Einfach genial! Warum ist darauf eigentlich noch niemand gekommen, häh? 🤦‍♂️💡 Muss erst wieder das stabile Genie ans Werk und den Konflikt in 24 Stunden auflösen. Friedensnobelpreis!
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