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Analyse

Warum Donald Trump im Konflikt mit Iran vor China zurückschreckt

President Donald Trump speaks during a back to school event in the Rose Garden of the White House, Monday, Aug. 24, 2026, in Washington. (AP Photo/Alex Brandon)
Donald Trump
Der amerikanische Präsident Donald Trump will Sanktionen gegen Irans Handelspartner verhängen. Von Strafmassnahmen gegen China schreckt er aber ab.Bild: keystone
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An diesem Herrscher beisst sich Trump die Zähne aus

Der US-Präsident will den Iran wirtschaftlich isolieren. Damit das gelingen könnte, müsste er Sanktionen gegen China verhängen. Davor schreckt seine Regierung aber zurück.
26.08.2026, 23:0526.08.2026, 23:05
Renzo Ruf
Renzo Ruf

Eigentlich amtiert Scott Bessent als Finanzminister des amerikanischen Präsidenten. Am Montag aber klang der 64-Jährige, als stehe er neuerdings dem Verteidigungsministerium vor. In einer Pressekonferenz, an der Bessent neue Sanktionen gegen sämtliche Staaten ankündigte, die immer noch Geschäfte mit dem Iran tätigten, griff er auf ein ausgesprochen martialisches Vokabular zurück.

Von einem «onslaught» war da die Rede, einem Ansturm, und einer «Schlinge», die sich zuziehe. Der Iran, sagte Bessent, solle nun vollständig isoliert werden. Und natürlich haben die wirtschaftspolitischen Vergeltungsmassnahmen auch einen militärischen Code-Namen: «Operation Economic Outcast», Operation wirtschaftlicher Verstossener.

Treasury Secretary Scott Bessent speaks at a news conference, Monday, Aug. 24, 2026, at the Treasury Department in Washington. (AP Photo/Julia Demaree Nikhinson)
Treasury Bessent
Ist eigentlich Trumps Finanzminister – Scott Bessent.Bild: keystone

Seinen Chef, den amerikanischen Präsidenten, mag der Möchtegern-General mit dieser feurigen Rhetorik überzeugt haben. Aber in Peking, bei einem der wichtigsten Handelspartner des Irans, erntete Bessent bloss ein müdes Lächeln. Denn die chinesische Staatsführung durchschaute den Plan des US-Finanzministers umgehend: Washington ist auch sechs Monate nach Kriegsbeginn nicht bereit, sämtliche Einnahmequellen des Regimes in Teheran zu kappen und harsche Sanktionen gegen chinesische Rohstoffhändler, Raffinerien und Banken zu verhängen. Damit kann China weiterhin verdeckt Hunderttausende Fässer Öl aus dem Iran importieren und verarbeiten.

Bessent würde dies natürlich nie zugeben. Er behauptete am Montag stattdessen, dass die Regierung Trump «stille Diplomatie» betreibe und versuche, Irans Handelspartner im direkten Gespräch umzustimmen. Schliesslich verfolge er nicht die Absicht, die gesamte Weltwirtschaft ins Taumeln zu bringen, indem er einen neuen Handelskrieg zwischen den beiden grössten Volkswirtschaften anzettle.

Das klingt vernünftig, mag man sich sagen, löst allerdings das Iran-Problem nicht, mit dem sich Trump konfrontiert sieht. Wobei: Der Präsident scheint ebenfalls kein Interesse daran zu haben, den Bruch mit Peking zu wagen. Er würde dies wohl mit der guten Beziehung begründen, die er zu Staats- und Parteichef Xi Jinping nach dem Covid-Schock wieder aufgebaut hat.

So scheint sich Trump richtig darüber zu freuen, dass Chinas Herrscher Ende des nächsten Monats nach Washington reisen will, um dort einen Staatsbesuch anzutreten. Der amerikanische Präsident schwelgt noch immer in den Erinnerungen an seine kürzliche Visite in Peking, wo Xi ihn im Frühjahr 2026 aufwändig bewirtete und die historische Pracht der chinesischen Hauptstadt zeigte. Dafür will er sich nun revanchieren.

Chinese President Xi Jinping waves as he arrives at the opening ceremony for the World AI Conference in Shanghai, Friday, July 17, 2026. (AP Photo/Ng Han Guan, Pool)
Xi Jinping
Der chinesische Staats- und Parteichef Xi Jinping wird Ende September in Washington zu einem Staatsbesuch erwartet.Bild: keystone

Die Schonfrist für China beträgt also mindestens einen Monat. Und vielleicht wird Peking in den nächsten Tagen gar so weit gehen und einige kurzfristige Zugeständnisse gegenüber Washington machen. Schliesslich profitiert auch Xi davon, wenn Trump ihn umschwärmt – so geht in Washington das Gerücht um, dass die nächste Strafzoll-Runde, die gerade vorbereitet wird und zum Beispiel auch die Schweiz hart treffen könnte, ausgerechnet für China milde ausfallen soll.

Im Kern aber wird Chinas Staatsführung nicht nachgeben. Xi wird sich von Trump nicht sagen lassen, mit wem er Geschäfte machen darf. Und letztlich ist Peking auch der Meinung, dass es am längeren Hebel sitzt. Erstens ist die amerikanische Volkswirtschaft immer noch auf billige Güter aus chinesischer Produktion angewiesen. Und zweitens zählt man darauf, dass Trumps wichtigste Waffe – seine irren und wirren Drohungen gegen ausländische Staaten – immer stumpfer wird.

Der Auftritt von Scott Bessent am Montag ist der jüngste Beweis für diese These. (schweizheute.ch)

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Walter Sahli
26.08.2026 23:44registriert März 2014
Trump kann es sicher kaum erwarten, Xi den prächtigen Reflecting Pool in Washington zu zeigen.
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gulf
26.08.2026 23:21registriert März 2020
Überschriften - Niveau:
billiger klickgeiler Journalismus:
" An diesem Herrscher beisst sich Trump die Zähne aus "

reifer Informations - Journalismus "
"am Chinas Xi beisst sich Trump die Zähne aus "
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22
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