Donald Trump will mal wieder ein Gewässer umbenennen
Im Zollstreit mit Kanada droht Donald Trump nun mit einer neuen Massnahme. So kündigte der US-Präsident auf Truth Social an, dass man «ernsthaft in Erwägung» ziehe, den Lake Ontario neu Lake America zu nennen. «Denn wir erwarten nicht, in Zukunft Handel mit Ontario zu betreiben», schreibt Trump.
Der Seitenhieb des US-Präsidenten reiht sich in eine Serie an Provokationen ein. Nach geplatzten Verhandlungen kündigte Trump Zölle in Höhe von 50 Prozent auf eine Reihe kanadischer Güter an, auf welche der kanadische Premierminister Mark Carney mit Gegenmassnahmen reagierte. Auf die Frage eines Journalisten, warum man heute den Eindruck eines Handelskrieges habe, sagte Carney: «Wenn du angegriffen wirst, befindest du dich im Krieg – wir wurden angegriffen.»
Der Premierminister der kanadischen Provinz Ontario, Doug Ford, hatte am Vortag zudem gegen Trump ausgeteilt und etwa gesagt, der US-amerikanische Präsident «kann meinen Arsch küssen». Ford brachte zudem Einschränkungen bei der Stromversorgung der USA aus Kanada und dem Zugang zu kritischen Rohstoffen ins Spiel. Ontario ist wirtschaftlich eng mit den USA verflochten. Zu den wichtigsten Exportgütern in die USA gehören Autos und Autoteile sowie Metall- und Mineralprodukte. Die Provinz liefert zudem Strom in die US-Bundesstaaten New York, Michigan und Minnesota.
Der Lake Ontario liegt genau an der Grenze zwischen den USA und Kanada. Auf kanadischer Seite liegt etwa die Metropole Toronto am See. Der US-amerikanische Teil liegt derweil im Bundesstaat New York. Der Name Ontario bedeutet in der Sprache der Wyandot «Grosser See» – daher stammt auch der Name der Provinz Ontario, der bevölkerungsreichsten des Landes.
Dass Donald Trump ein Gewässer umbenennen will, ist derweil kein Novum. Im Januar 2025 kündigte der US-Präsident an, den Golf von Mexiko neu als Golf von Amerika bezeichnen zu wollen. Der Fall sorgte international für Aufruhr – als etwa Google den neuen Namen auf Google Maps übernahm, kündigte Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum an, das Unternehmen zu verklagen. Mittlerweile heisst das Gewässer auch dort wieder Golf von Mexiko – der neue Name wird nur noch in Klammern geführt. (dab)
