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Pete Hegseth: Pentagon heuert konservative Veteranen-Influencer an

U.S. Defense Secretary Pete Hegseth speaks at a forum of The Americas Counter Cartel Coalition in Panama City, Wednesday, Aug. 12, 2026. (AP Photo/Matias Delacroix)
Pete Hegseth
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth: Angeblich führt er das «transparenteste Pentagon aller Zeiten» doch zu den Influencern in seinem Haus schweigt er.Bild: keystone

Jetzt sollen Veteranen-Influencer Pete Hegseths ramponiertes Image aufpolieren

Die US-Regierung muss viel Kritik einstecken, zuletzt vor allem wegen des Iran-Kriegs. Nun heuert das Pentagon offenbar Veteranen für den Informationskrieg an.
31.08.2026, 15:5731.08.2026, 15:57
Ein Artikel von
t-online

Das Pentagon hat einem Bericht der «Washington Post» zufolge konservative Militärveteranen mit grosser Online-Reichweite in Regierungspositionen berufen, ohne diese Ernennungen öffentlich bekannt zu machen. Die früheren Soldaten sollen die Ansichten von Verteidigungsminister Pete Hegseth unterstützen und gleichzeitig Kritiker der Trump-Regierung in sozialen Medien angreifen, heisst es.

Die genauen Aufgaben der Armee-Influencer sind allerdings unklar, was Fragen zur Transparenz aufwirft – insbesondere, da die Trump-Regierung immer wieder betont, das transparenteste Verteidigungsministerium aller Zeiten zu führen.

Zu den angeheuerten Veteranen gehören dem Bericht zufolge Rob Maness, ein pensionierter Oberst der US-Luftwaffe, und Kurt Schlichter, ein pensionierter Oberst der US-Armee. Beide sind seit ihrem Ausscheiden aus dem Militär als konservative Kommentatoren aktiv und verfügen über eine grosse Anhängerschaft, vor allem auf der Plattform X: Dort hat Maness mehr als 135'000 Follower, Schlichter fast 620'000.

Pentagon-Influencer haben Hunderttausende Follower

Laut Pentagon-Dokumenten, die der Zeitung vorliegen, sind beide derzeit in der Abteilung von Anthony Tata tätig, dem Unterstaatssekretär für Personal und Einsatzbereitschaft. Ihre offiziellen E-Mail-Adressen tragen die Endung «.civ», was darauf hinweist, dass sie als zivile Mitarbeiter und nicht als Militärangehörige oder Auftragnehmer tätig sind.

Ein weiterer pensionierter Oberst, Thomas Anderson, war dem Bericht zufolge ebenfalls in Tata’s Abteilung tätig. Anderson, der unter dem Pseudonym «Cynical Publius» schreibt und mehr als 323'000 Follower auf X hat, wurde in Pentagon-Dokumenten mit einer «.civ»-E-Mail-Adresse geführt. Allerdings scheint er inzwischen nicht mehr aktiv zu sein, da sein Name in den jüngsten Aufzeichnungen nicht mehr auftaucht. Unklar ist, welche finanziellen Vereinbarungen mit Maness, Schlichter und Anderson getroffen wurden und wann ihre Einsätze begonnen haben.

Pentagon-Abteilung kämpft gegen «woke» Ideen

Laut Insidern, die anonym bleiben wollten, sind sie entweder als «Besondere Regierungsangestellte» (Special Government Employees, SGE) oder als «Hochqualifizierte Experten» (Highly Qualified Experts, HQE) eingestuft. Diese Kategorien erlauben es, Personen für begrenzte Zeiträume oder in Teilzeit zu beschäftigen, wobei die Vergütung variieren kann. SGEs dürfen gesetzlich maximal 130 Tage innerhalb eines Jahres arbeiten, während HQEs sowohl in Vollzeit als auch in Teilzeit tätig sein können – mit oder ohne Bezahlung.

Die Abteilung von Anthony Tata hat sich in der Vergangenheit mit einer Reihe von umstrittenen Themen beschäftigt, darunter die Überprüfung von «woken» Ideologien an Militärakademien und die Abschaffung der Impfpflicht für Soldaten, die unter der Biden-Regierung eingeführt wurde. Diese Themen sind Teil eines grösseren Kulturkampfes, der von konservativen Kreisen in den USA geführt wird.

Hegseth beschränkt Zugang für Journalisten

Verteidigungsminister Pete Hegseth, ein ehemaliger Moderator von Fox News und Offizier der Army National Guard, hat zudem versucht, die öffentliche Wahrnehmung des Pentagons zu verändern. Voriges Jahr führte er neue Regeln ein, die den Zugang von Journalisten zum Pentagon stark einschränkten. Dies führte dazu, dass Dutzende Reporter das Gebäude verlassen mussten. Gleichzeitig wurde ein neues Pressekorps eingeführt, das überwiegend aus konservativen Medienvertretern besteht.

Weder das Pentagon noch die Veteranen haben sich bislang zu den Vorwürfen geäussert. Ein Sprecher des Pentagons lehnte es ab, Fragen zu den Rollen, Gehältern oder der Dauer der Einsätze der drei Personen zu beantworten. Auch Anthony Tata reagierte nicht auf Anfragen der «Washington Post». Maness, Schlichter und Anderson äusserten sich auf Anfrage der Zeitung ebenfalls nicht zu den Vorgängen.

Die Einsätze dieser einflussreichen konservativen Persönlichkeiten werfen Fragen zur Transparenz und zu möglichen politischen Einflussnahmen innerhalb des Pentagons auf. Kritiker bemängeln, dass die Berufungen nicht öffentlich gemacht wurden und dass die genauen Aufgaben der Betroffenen unklar bleiben. Auch die Verbindung zwischen ihren Online-Aktivitäten und ihren Rollen im Verteidigungsministerium sorgt für Diskussionen.

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