Pete Hegseth wirft noch mehr Top-Offiziere raus
Das Pentagon unter US-Verteidigungsminister Pete Hegseth will ein Fünftel aller für Admiräle und Generäle vorgesehenen Dienstposten streichen. Die Kürzungen sollen von Hegseth im Rahmen einer Rede auf der Marinebasis Quantico im US-Bundesstaat Virginia verkündet werden, berichten der US-Sender ABC News und die Zeitung «Washington Post» übereinstimmend am Mittwoch. Die Streichungen sollen bis zum Jahreswechsel umgesetzt werden, berichtet ABC News.
«Die Zahlentüftler sagen, wir haben zehn Prozent der Generäle und Admiräle in den Streitkräften entlassen», sagte Hegseth vor Soldaten in Quantico. «Ausserdem haben wir die Gesamtzahl der Planstellen für Generäle und Admiräle um weitere zehn Prozent verringert», fügte er hinzu. Unter dem Strich stehe damit «eine Reduzierung um 20 Prozent».
Hegseth, der sich selbst «Kriegsminister» nennt, bestätigte damit Medienberichte. Nach Pentagon-Angaben von Ende Juli gab es zuletzt rund 850 Generäle und Admiräle. Der «Washington Post» zufolge befehligen sie mehr als 1,3 Millionen Soldatinnen und Soldaten. Dazu kommen fast 800'000 weitere in der Nationalgarde und der Reserve.
Der enge Trump-Verbündete hat seit seinem Amtsantritt im Januar 2025 im Auftrag des Präsidenten zahlreiche ranghohe Militärvertreter ausgetauscht. Nur wenige Tage vor Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar entliess er ohne Angabe von Gründen Generalstabschef Charles Q. Brown Jr. und Marine-Oberbefehlshaberin Lisa Franchetti.
Hegseth: «Unnötige Bürokratie abbauen»
Damals hiess es aus dem Pentagon dazu, dass der Abbau von Generälen Teil einer Initiative sei, «unnötige Bürokratie abzubauen». Dies sei laut Hegseth keine Massnahme, um hochrangige Offiziere zu bestrafen, sondern ein «wohlüberlegter Prozess», um die «operative Effektivität zu maximieren». «Mehr Generäle und Admiräle bedeuten nicht automatisch mehr Erfolg», argumentierte Hegseth im Mai vergangenen Jahres in einer Videobotschaft.
Einige ranghohe Militärs gingen in den Ruhestand oder reichten ihren Rücktritt ein, darunter der für das Heer zuständige Staatssekretär Dan Driscoll, der Anfang September nach wiederholten Auseinandersetzungen mit Hegseth zurücktrat. Überdurchschnittlich stark betroffen von den Kürzungen waren Frauen und Afroamerikaner.
Die Verschlankung der Armee nimmt Hegseth wörtlich, wie er bei seiner Rede im vergangenen Jahr bewies. Der frühere Fernsehmoderator von Fox News beschimpfte viele Soldaten und Befehlshaber damals als zu «fett» und verordnete ihnen ein Fitnessprogramm – oder drohte andernfalls mit Rauswurf.

