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China will eine Wiedervereinigung mit Taiwan – wenn nötig mit Gewalt

10.08.2022, 09:16

Vor dem Hintergrund der anhaltenden Spannungen um Taiwan hat China erneut damit gedroht, die Inselrepublik notfalls auch mit militärischen Mitteln einzunehmen. Gleichzeitig liess China verlautbaren, dass es stets grosse Anstrengungen unternehmen werde, eine friedliche Wiedervereinigung mit Taiwan zu erreichen.

In einem am Mittwoch veröffentlichten Weissbuch zur Taiwan-Frage, schrieb die chinesische Regierung:

«Aber wir werden nicht auf die Anwendung von Gewalt verzichten, und wir behalten uns die Möglichkeit vor, alle notwendigen Massnahmen zu ergreifen.»

Und weiter: Die Anwendung von Gewalt sei «unter zwingenden Umständen» der «letzte Ausweg».

Ein Jet-Pilot auf der Airbase in Hsinchu in Taiwan am 6. August 2022.
Ein Jet-Pilot auf der Airbase in Hsinchu in Taiwan am 6. August 2022.Bild: keystone

«Was die Chinesen jetzt tun, ist das, was sie immer tun»

Man werde keine ausländische Einmischung in Taiwan tolerieren, so die chinesische Führung im Weissbuch: «Wir werden jeden Versuch, unser Land zu spalten, vereiteln.» Zudem beschrieb China, dass eine Wiedervereinigung immer noch angestrebt werde:

«Das historische Ziel der Wiedervereinigung unseres Heimatlandes muss und wird verwirklicht werden.»

Ähnliche Drohungen hatte China auch in der Vergangenheit immer wieder in Bezug auf Taiwan ausgesprochen.

Das taiwanesische hält eine Übung mit scharfer Munition ab, um die Verteidigung des Landes gegen eine chinesische Invasion zu simulieren, 9. August 2022.
Das taiwanesische hält eine Übung mit scharfer Munition ab, um die Verteidigung des Landes gegen eine chinesische Invasion zu simulieren, 9. August 2022.Bild: keystone

Die jüngsten Spannungen wurden vergangene Woche durch einen Besuch der Vorsitzenden des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, ausgelöst, die gegen den Widerstand Pekings nach Taipeh gereist war. Die chinesische Führung lehnt solche offiziellen Kontakte anderer Länder zu Taiwan ab, weil sie die Insel als Teil der Volksrepublik ansieht. Hingegen versteht sich Taiwan längst als unabhängig.

Seit dem Pelosi-Besuch übte die Volksbefreiungsarmee in anhaltenden Manövern nicht nur eine See- und Luftblockade, sondern auch eine mögliche Eroberung der Insel.

Pelosi verteidigte am Dienstag ihre Reise. «Das, was die Chinesen jetzt tun, ist das, was sie immer tun», sagte sie mit Blick auf die Militärmanöver in der Strasse von Taiwan.

(yam/sda/dpa)

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Welcome to China – das denkt das Internet über China

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Welcome to China – das denkt das Internet über China
quelle: imgur
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Reaktion auf Pelosi-Besuch – Chinas Panzer fahren vor Taiwan auf

Video: watson

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33 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Typu
10.08.2022 09:49registriert Oktober 2015
Was heisst hier „zwingend“? Man könnte sich einfach auch in Ruhe lassen und eine intakte Partnerschaft aufbauen/pflegen. Von daher ist gar nichts zwingend, so dass es eine militärische Intervention benötigt. Ausserdem wie sähe diese aus? Das ist eine kleine Insel. An vielem Stellen dicht besiedelt. Das gäbe Luftanschläge und dann Häuserkampf. Wir wissen ja mittlerweile, dass das in vielen Toten endet. Wäre wirklich eine tolle Vereinigung.
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moderat
10.08.2022 12:56registriert Juni 2022
Wenn man ein Territorium nie besessen hat kann von Wiedervereinigung nicht die Rede sein.
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Unicron
10.08.2022 12:52registriert November 2016
Kommt sicher gut wenn man 20 Million Menschen plötzlich quasi eine neue Staatsbürgerschaft aufzwingt welche sie nicht wollen.
Soll China sich doch Taiwan anschliessen wenn sie unbedingt zusammen sein wollen.
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